Erfolgreicher Jahresabschluss im Kukoon

Mit der Abschluss­le­sung der dies­jäh­ri­gen Pro­sa-Werk­statt unter der Lei­tung des Autors Micha­el Wil­den­hain beging das Lite­ra­tur­kon­tor am 6. Dezem­ber sei­nen tra­di­tio­nel­len Jah­res­ab­schluss. Dies­mal wur­de erst­mals ins Kul­tur­zen­trum Kuko­on in der Neut­stadt gela­den. Es lasen fünf Teilnehmer*innen der Werk­statt: Bet­ti­na Beut­ler-Prahm, The­re­sa Heyn, Hel­ge Hom­mers, Julia San­der und Lau­ra Mül­ler-Hen­nig.

Mit dem Abend blick­te das Lite­ra­tur­kon­tor auf ein erfolg­rei­ches Jahr 2019 zurück: Neben 30 Bre­mer Buch­Pre­mie­ren wur­den Lese­rei­hen wie Lit­Clips und die Lite­ra­Tour Nord durch- und wei­ter­ge­führt. Hin­zu kam die Wie­der­auf­nah­me der Rei­he Dop­pel­pack sowie die Neu­ein­füh­rung der Rei­he OUT LOUD. Außer­dem wur­de zum zwei­ten Mal die Lan­ge Lese­nacht ›Bre­men liest!‹ ver­an­stal­tet. Dar­über hin­aus gab es u.a. ver­schie­de­ne Work­shops, Lesun­gen im Rah­men von Fes­ti­vals, zahl­rei­che Buch­vor­stel­lun­gen, zwei wei­te­re Mini­Lit-Hef­te sowie die Ver­öf­fent­li­chung des Buchs ›So nimmt man das Leben mit‹.

All das und noch mehr war dank vie­ler Projektmitarbeiter*innen und Kooperationsparter*innen auch im 36. Jahr des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor e.V. mit so gro­ßem Erfolg mög­lich. Hier­für sagen wir DANKE!

Fotos: Rike Oehlerking
Fotos: Rike Oeh­ler­king

Eure Heimat ist unser Albtraum“

Lesung von Fat­ma Ayd­e­mir und Hen­g­a­meh Yag­hoo­bi­fa­rah, Don­ners­tag, 05. Sep­tem­ber 2019
Am Don­ners­tag­abend, 05. Sep­tem­ber, lud das Kuko­on in der Neu­stadt zur Lesung aus dem Essay­band „Eure Hei­mat ist unser Alb­traum“ ein. Gele­sen wur­de von zwei­en der 12 betei­lig­ten Autor*innen, Fat­ma Ayd­e­mir und Hen­g­a­meh Yag­hoo­bi­fa­rah, die auch Herausgeber*innen des Buches sind. Beson­ders jun­ge, kul­tur- und poli­tik­in­ter­es­sier­te Per­so­nen waren an der Ver­an­stal­tung inter­es­siert. Somit war das Kuko­on wirk­lich über­füllt und eini­ge muss­ten sogar wie­der gehen, da irgend­wann jeg­li­cher Platz besetzt war und sich das Publi­kum schon auf den Trep­pen und Tischen sam­mel­te und sich auch im hin­te­ren Bereich des Lokals und auf der Büh­ne eng tum­mel­te. Ent­spre­chend des über­füll­ten Rau­mes war es auch sehr warm und sti­ckig, was sich durch den häu­fig erklin­gen­den Wunsch nach Luft und kal­ten Geträn­ken im Publi­kum äußer­te. Den­noch war die Stim­mung sehr posi­tiv, da sich ein ste­ti­ges Sum­men durch die vie­len ange­reg­ten Gesprä­che der Men­schen ver­neh­men ließ.

Um 20 Uhr begann nun die eigent­li­che Ver­an­stal­tung und die bei­den Autor*innen und die Mode­ra­to­rin wur­den mit erwar­tungs­vol­lem Applaus begrüßt. Zu Beginn erzähl­ten die bei­den Autor*innen von der Idee zu dem Werk und erläu­ter­ten die post-migran­ti­sche Per­spek­ti­ve aus der her­aus das Buch geschrie­ben wur­de. Im Fol­gen­den wur­de der Hei­mat­be­griff dis­ku­tiert und die Kri­tik, die der Buch­ti­tel nach der Ver­öf­fent­li­chung aus­ge­löst hat­te. Auch Ste­reo­ty­pe, Vor­ur­tei­le und poli­ti­sche Ereig­nis­se der ent­fern­ten, sowie der noch nicht ganz so ent­fern­ten Ver­gan­gen­heit sprach der gele­se­ne Text und die Dis­kus­si­on an. Die gele­se­nen Tex­te dreh­ten sich außer­dem um Exis­tenz­angst und inwie­weit zum Bei­spiel Silen­cing und Migra­ti­on die eige­ne Iden­ti­tät beein­flus­sen. Zudem wur­de auf den gleich­na­mi­gen Schreib­work­shop mit Fat­ma Ayd­e­mir und Hen­g­a­meh Yag­hoo­bi­fa­rah und das damit ver­bun­de­ne The­ma selbst­er­mäch­tig­ten Schrei­bens Bezug genom­men.

Zum Schluss, nach einer Dis­kus­si­on über Queer­ness und „wei­ßen“ Femi­nis­mus bran­de­te tosen­der Applaus auf, was den sowie­so schon begeis­ter­ten spon­ta­nen Bei­fall mit­ten­drin noch ein­mal über­traf. Nach dem Ende des Pro­gram­mes bestand nun die Mög­lich­keit, den bei­den Autor*innen per­sön­lich Fra­gen zu stel­len und ein Exem­plar des vor­ge­stell­ten Buches zu ergat­tern.

Text: Sinik­ka Schulz (Prak­ti­kan­tin im Lite­ra­tur­kon­tor)

Bremen liest!“, Freitag, 30.08.2019, ab 19 Uhr

Das viel­fäl­ti­ge Pro­gramm der bun­ten Ver­an­stal­tung „Bre­men liest!“ bot so eini­ge Mög­lich­kei­ten, den Frei­tag­abend zu genie­ßen. Zum Bei­spiel um 19 Uhr in der gut gefüll­ten Buch­hand­lung Sieg­lin im Vier­tel, wo man die teil­wei­se recht amü­san­ten Kurz­ge­schich­ten von Hei­drun Immen­dorf kos­ten konn­te. Noch mehr Gäs­te hat­ten sich um 20 Uhr in der Hum­boldt Buch­hand­lung ver­sam­melt, was bei dem war­men Wet­ter und der Grö­ße der Buch­hand­lung ein wenig erstaun­lich war. Gegen die etwas höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren hal­fen küh­le Geträn­ke und Knab­ber­zeug sowie die wun­der­vol­le Lesung von Ernes­to Sala­zar-Jimé­nez hin­weg. Er las aus sei­nem Pro­sa­pro­jekt „Leich­tig­keit der Ein­sam­keit“, was sich als genau­so poe­tisch und fein­füh­lig her­aus­stell­te, wie es klingt. Die bemerk­ba­re Unsi­cher­heit des Autors stör­te kaum und ließ ihn nur umso sym­pa­thi­scher erschei­nen. Er brach­te sei­ne Emo­tio­nen mit geflü­gel­ten Wor­ten und hin­rei­ßend bild­haf­ter Spra­che zum Aus­druck.

Um 21 Uhr stand die Lesung von Lui Kohl­mann auf dem Pro­gramm. Da die Buch­hand­lung Bun­ten­tor aller­dings bereits schon bis auf den letz­ten Platz belegt war, ging es direkt wei­ter ins Kuko­on. Dort konn­te man mit einer offe­nen Büh­ne, einem sym­pa­thi­schen Mode­ra­tor und der DJa­ne Gül­ba­har Kül­tür gemüt­lich den Abend aus­klin­gen las­sen. Auch hier boten die gele­se­nen Tex­te eini­ge Gele­gen­hei­ten zum Ein­tau­chen in die Gefühls­wel­ten ihrer Autoren oder Prot­ago­nis­ten. Sie brach­ten einen zum Schmun­zeln und zum Nach­den­ken. Dies war bei den lecke­ren Geträn­ken und der ent­spann­ten, fami­liä­ren Atmo­sphä­re des Kuko­ons ein wirk­lich gelun­ge­ner Abschluss einer tol­len Ver­an­stal­tung.

Text: Sinik­ka Schulz (Prak­ti­kan­tin im Lite­ra­tur­kon­tor)

Wir Strebermigranten“ — Emilia Smechowski (23.08.2019)

Es ist Frei­tag­abend und im Lager­haus haben sich weit über 100 Gäs­te ein­ge­fun­den zur Lesung mit der Autorin Emi­lia Sme­chowsk, die ihr Buch „Wir Stre­ber­mi­gran­ten“ vor­stellt. Dies fin­det im Rah­men der neu­en Lese­rei­he Out Loud statt. Obwohl auf­grund des Zug­ver­kehrs ein wenig zu spät, beginnt Sme­chow­si gekonnt sou­ve­rän und äußerst char­mant mit ihrem Pro­gramm.

Durch die sym­pa­thi­sche Frau fühlt man sich als Zuschauer/Zuhörer per­sön­lich ange­spro­chen und sehr nah dran am Gesche­hen, was nicht zuletzt an der mul­ti­me­dia­len Ein­bin­dung des Publi­kums liegt. Dies geschieht durch ein beson­de­res Pro­gramm auf den Smart­pho­nes der Zuschau­er, mit denen sie Fra­gen beant­wor­ten und auch selbst Fra­gen stel­len kön­nen, wel­che dann mit­hil­fe eines Bea­mers gut sicht­bar auf eine Lein­wand pro­ji­ziert und durch die Mode­ra­to­rin auf­ge­nom­men wer­den. Dadurch kön­nen die Gäs­te nicht bloß als lau­schen­de Wand im ver­dun­kel­ten Hin­ter­grund agie­ren, son­dern auch aktiv par­ti­zi­pie­ren und das Abend­pro­gramm mit­ge­stal­ten.

Beim Titel des vor­ge­stell­ten Wer­kes habe ich mich im Vor­feld gefragt, was die­ser zu bedeu­ten hat. Wie pas­sen die bei­den Wör­ter „Stre­ber“ und „Migrant(en)“ zusam­men? Genau die­se Fra­ge nach den bei­den titel­ge­ben­den Nomen wird durch die Mode­ra­to­rin zu Beginn erör­tert, sodass die Bedeu­tung der bei­den Wor­te schon ein­mal geklärt ist. Im Fol­gen­den wer­den diver­se Fra­gen und The­men bespro­chen, wie zum Bei­spiel die Geschich­te der pol­ni­schen Ein­wan­de­rer­fa­mi­lie sowie die damit ver­bun­de­nen Vor­ur­tei­le und Kon­flik­te, wie bei­spiels­wei­se Sprach­bar­rie­ren. Zudem macht die fol­gen­de Dis­kus­si­on neu­gie­rig auf das The­ma Migra­ti­on in Deutsch­land. Dis­ku­tiert wird außer­dem über die Begrif­fe Hei­mat und Iden­ti­tät, die ­- so Sme­chow­ski — jeder für sich selbst defi­nie­ren müs­se.

Text: Sinik­ka Schulz (Prak­ti­kan­tin im Lite­ra­tur­kon­tor)

MiniLit zu Gast auf dem Zine-Festival

Vom 14. — 16. Juni war das Lite­ra­tur­kon­tor mit sei­ner Mini­Lit-Rei­he zu Gast auf dem zwei­ten Bre­mer Zine-Fes­ti­val im Güter­bahn­hof, das von Kul­tur­netz e.V. und der Hoch­schu­le für Küns­te Bre­men orga­ni­siert wur­de. Das kom­plet­te Wochen­en­de über war das Lite­ra­tur­kon­tor bei dem Fes­ti­val mit einem eige­nen Stand vor Ort und hat dort alle Hef­te vor­ge­stellt und zum kos­ten­lo­sen Mit­neh­men aus­ge­legt. Dar­über hin­aus gab es im Rah­men des Fes­ti­vals drei Lesun­gen mit jeweils zwei Autorin­nen, die bereits Tex­te in der Mini­Lit-Rei­he ver­öf­fent­licht haben.
Am Frei­tag­nach­mit­tag ging es los mit den Lesun­gen von Lau­ra Mül­ler-Hen­nig und Madi­ta Krüg­ler, die unter strah­lend blau­em Him­mel auf der Büh­ne vor dem Tor 40 jeweils eine gute Vier­tel­stun­de für knapp 20 inter­es­sier­te Zuhörer*innen gele­sen haben. Einen Tag spä­ter, am Sams­tag, wur­den die Lesun­gen drin­nen in der Hal­le fort­ge­setzt. Wäh­rend um sie her­um der wuse­li­ge Mes­se­tru­bel an den vie­len ver­schie­de­nen Stän­den wei­ter­ging, lasen Lena Mare­en Bruns und Lui Kohl­mann Tex­te aus der Mini­Lit-Rei­he. Den Schluss­punkt setz­ten Jani­ne Lancker und Gian­na Lan­ge am Sonn­tag­nach­mit­tag wie­der auf der klei­nen Open­air-Büh­ne vor 20 bis 25 Zuhörer*innen im Hof des Güter­bahn­hofs. Kurz dar­auf ging auch das zwei­te Zine-Fes­ti­val zu Ende. Es war schön, dabei zu sein. Dan­ke an alle, die das Fes­ti­val auf die Bei­ne gestellt haben.


Wei­te­re Infos zum Fes­ti­val