Auszüge aus den Manuskripten der beiden Stipendiatinnen 2019

Foto: Marc Stavros
Foto: Marc Stav­ros

Lau­ra Mül­ler-Hen­nig: ›Die Oma im Baum‹
Ich träu­me, ich bin wie­der in der Woh­nung, in der ich mei­ne ers­ten Jah­re ver­bracht habe. Alle Möbel sind noch da. Es ist ein lau­er Som­mer­abend, durch die Fens­ter scheint ein mil­des Licht her­ein. In den Rega­len im Wohn­zim­mer ein­zel­ne, ver­ges­se­ne Taschen­bü­cher mit Esels­oh­ren. Lee­re  Glä­ser für Tusch­was­ser mit getrock­ne­ter Far­be an den Rän­dern. Und tote Zim­mer­pflan­zen, deren Blät­ter grau sind und brö­seln, wenn ich sie berüh­re.  Nur eine ein­zi­ge hat sich wun­der­sa­mer­wei­se am Leben erhal­ten, hat sich abwärts gerankt und umschlingt nun die Regal­fä­cher unter sich, jedes Blatt eine klei­ne gie­ri­ge Hand. Da ist noch der von Oma geerb­te Lehn­ses­sel, mit sei­nem sei­dig dünn geweb­ten Über­zug, der genau an der Stel­le durch­ge­wetzt ist, wo die Hän­de auf­lie­gen, wenn man sitzt. Hier lagen Omas Hän­de. Die mei­ner Mut­ter. Mei­ne. Ich bin auf dem Ses­sel her­um­ge­klet­tert und habe Figu­ren auf der Sitz­flä­che plat­ziert, habe mich davor­ge­kniet und mit ihnen Thea­ter gespielt. Der Ses­sel war Büh­ne für Dra­men, Mär­chen und Krie­ge. Wenn ich abends ins Wohn­zim­mer kam, weil ich wie­der ein­mal nicht schla­fen konn­te, saß mei­ne Mut­ter in ihm, die Füße hoch­ge­nom­men, die Bei­ne ange­win­kelt, und hat fern­ge­se­hen, hat manch­mal gesagt „Es läuft ein guter Film“, und ich durf­te auf ihren Schoß klet­tern, um ein paar Minu­ten mit­zu­schau­en. Als wir noch klein genug waren, pass­te ich zu zweit mit Esra auf die Sitz­flä­che. Ich erin­ne­re mich, wie wir ein­mal neben­ein­an­der ein wenig ein­ge­quetscht zwi­schen den Leh­nen saßen, mei­ne Mut­ter mach­te ein Foto von uns, wir tru­gen wild zusam­men­ge­stell­te Kos­tü­me aus Tüchern mei­ner Oma, mit denen wir uns umwi­ckelt hat­ten. Aber Esra ist nicht mehr da. Ich bli­cke wie­der in den Raum hin­ein. Die Möbel sind mit Spinn­we­ben über­zo­gen, als hät­ten die Spin­nen für jedes Stück ver­gan­ge­ne Zeit ein Stück Faden gewebt. Es ist still. Das gesam­te Miets­haus ist nicht mehr bewohnt, seit­dem wir aus­ge­zo­gen sind. Ich bemer­ke nun, dass der Raum grö­ßer wird, je län­ger ich hier ste­he und mich umschaue. Die Wän­de wach­sen in die Höhe, das Wohn­zim­mer dehnt sich zu einer Hal­le aus. Ich weiß auf ein­mal, ich muss mich beei­len. Ich lau­fe auf die Tür zu, mei­ne Schrit­te machen merk­wür­di­ge Geräu­sche, ich bli­cke hin­ab, sehe, ich lau­fe auf Est­rich, es gibt kei­nen Tep­pich mehr. Ich muss zur Küche kom­men, bevor alles sich so sehr wei­tet, dass ich sie nicht mehr errei­chen kann. Aus der Wohn­zim­mer­tür sprin­ge ich — über den Flur hin­weg wie über einen Bach — direkt in die gegen­über­lie­gen­de Küche hin­ein. Es bleibt kei­ne Zeit, um Bad, Kin­der- und Kla­vier­zim­mer zu besu­chen, das muss ich hin­neh­men. Dafür kom­me ich direkt zum Wich­tigs­ten: den Gemäl­den. Ich habe sie auf die Küchen­wand gemalt. Drei Stück neben­ein­an­der. Sie sind noch da. Ich bin erleich­tert. Auch sie wach­sen nun, sind bald höher als ich groß bin. Ich sehe sie nur ver­schwom­men, Ansamm­lun­gen von pas­tell­far­be­nen Farb­fle­cken, die umso mehr hin- und her­wa­bern, je län­ger ich hin­schaue. Aber ich ken­ne sie, ich ken­ne sie gut, ich weiß, hier fängt alles an.

Foto: privat
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Anne­gret Ach­ner: ›Bei­fang‹
»Da hängt was Gro­ßes drin«, sagt Enno plötz­lich. Knud­sen fällt die kal­te Pfei­fe aus dem Mund.
»Sieht aus wie ein gro­ßer Fisch?«, sagt Jan. Enno dreht an der Winsch, um das Netz wei­ter hoch­zu­zie­hen. »Schiet, das sieht komisch aus. Ganz ver­west«, sagt er und kneift die Augen zusam­men. »Wahr­schein­lich ein Schweins­wal. Von Rob­ben ange­knab­bert.«
»Glaub ich nicht«, knurrt der alte Fischer, stemmt sich nach hin­ten, um das Netz aufs Deck zu zie­hen.
»Los, glotzt nicht! Fasst zu!«
Im Netz hängt kein Fisch. Es ist ein Mensch. Ein toter Mann. Ange­fres­sen von Fischen oder Rob­ben. Jan wankt zur Reling, würgt.
»Nicht gegen den Wind«, schreit Enno. »Zur Lee-Sei­te, du Dös­bad­del!« Aber auch er ist grün im Gesicht.
Mit schnel­len Schrit­ten ist Knud­sen am See­funk­ge­rät im Nie­der­gang. Er nimmt das Funk­ge­rät und wählt Kanal 16.
»Bre­mer­ha­ven Weser Traf­fic! Bre­mer­ha­ven Weser Traf­fic! Bit­te mel­den!«
Ein kna­cken­des Geräusch. Eine tie­fe Män­ner­stim­me.
»Bre­mer­ha­ven Weser Traf­fic! Bre­mer­ha­ven Weser Traf­fic! Any Pro­blems?«
»Hier Fisch­kut­ter Mari­et­ta! Kut­ter Mari­et­ta!«
»Was ist los Knud­sen? Hier ist Hin­nerk. Wech­sel auf Kanal 22«, schnarrt die Stim­me.
»Ok, bin auf Kanal 22. Hin­nerk, wir haben ein Pro­blem.«
»War­te, ich habe euch auf dem Bild­schirm. Doch wohl nicht Mann über Bord?«
»Eher das Gegen­teil. Lei­che an Bord.«
»Du machst Wit­ze. Doch nicht euer Green­horn?«
»Um Got­tes wil­len! Nee, nee, eine Lei­che. Ein Mann. Mit dem Netz aus dem Was­ser gezo­gen. Könnt ihr ein Boot schi­cken? Küs­ten­wa­che oder Was­ser­po­li­zei. Egal, wer in der Nähe ist.«
»Eure Koor­di­na­ten?«
Knud­sen guckt auf das GPS: »53° 48‘ 30‘‘ N und 7°55‘10‘‘ E.«
»Hal­tet die Posi­ti­on. Notiert alle Daten: Uhr­zeit, Koor­di­na­ten eurer Posi­ti­on, Wet­ter­da­ten und Strö­mung. Und fasst nichts an. Im Moment liegt ein Boot der Was­ser­schutz­po­li­zei Wil­helms­ha­ven in Wan­ger­oo­ge. Ich ver­su­che, die raus­zu­schi­cken!«

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Uni-Seminar bei Betty Kolodzy (WS 2018/19)

Der Mann mit dem Buch

Ich lau­fe zur Bus­hal­te­stel­le – wie fast jeden Tag. Mein täg­li­cher Weg führt an einem klei­nen tür­ki­schen Laden vor­bei – die Ver­käu­fe­rin lächelt mich immer herz­lich an und vor dem Laden riecht es nach fri­schen Blu­men, die dort unter ande­rem ver­kauft wer­den. Außer­dem ist hier jede mög­li­che Obst- und Gemü­se­sor­te zu fin­den. Knall­ro­te Äpfel, dun­kel­grü­ne Zuc­chi­nis.
Eigent­lich muss ich mei­nen Bus bekom­men, aber ich betre­te den Laden. Es riecht nach Gewür­zen – Cur­ry, Kur­ku­ma, Chil­li. Und nach frisch geba­cke­nem Fla­den­brot. Ein klei­nes Para­dies. Es ist ruhig. Beru­hi­gend. Die Atmo­sphä­re lädt zum Stö­bern ein.
Ich sehe eine offe­ne Tür und ein Hin­ter­zim­mer. Dort sitzt ein Mann und liest ein Buch. Irgend­ein tür­ki­sches Buch. An den Far­ben des Buch­um­schla­ges erken­ne ich, dass es sich um ein ande­res Buch als beim letz­ten Mal han­delt. Letz­tes Mal war es grün. Heu­te braun.
Und ich fra­ge mich ob die­ser Mann den gan­zen Tag auf sei­nem Stuhl sitzt und liest. Wie vie­le Bücher er dann wohl schon gele­sen hat? Und ob er nicht lang­sam genug hat von der Geruchs­mi­schung aus Gewür­zen und Fla­den­brot und Blu­men. Aber – ich glau­be nicht. Er sieht näm­lich ziem­lich zufrie­den und in sich ruhend aus. Immer, wenn ich hier bin. Und ich den­ke: manch­mal muss man gar nichts beson­de­res tun, um glück­lich zu sein. Manch­mal muss man nur, umge­ben von Gewür­zen und Fla­den­brot, auf einem Stuhl sit­zen und lesen.
Ich ver­las­se den Laden und füh­le mich, als wür­de ich eine ande­re Welt betre­ten. Eine Welt mit lau­ten Autos, die die Luft ver­schmut­zen und gestress­ten Men­schen, die durch ihren All­tag het­zen. Aber die­ses Mal ist irgend­et­was anders. Ich neh­me den Stress um mich her­um anders wahr, las­se mich davon nicht anste­cken. Ich den­ke an den Mann mit dem Buch und freue mich schon, gleich eine Gemü­se­pfan­ne zu kochen, die neu­en Gewür­ze aus­zu­pro­bie­ren und zu lesen. Den Bus hab ich eh längst ver­passt.

Ali­na Zim­mer­mann

Uner­war­te­ter Besuch

Der zwei­te Advent. Die Kek­se sind im Ofen – heu­te wer­den es Zimt­ster­ne, mei­ne Lieb­lings­kek­se in der Weih­nachts­zeit. Mit einer Tas­se Tee in der Hand ver­las­se ich die Küche, um es mir auf dem Sofa gemüt­lich machen zu kön­nen, wäh­rend die Ster­ne im Ofen vor sich hin backen. Ich strei­fe mir mei­ne Haus­schu­he von den Füßen, zün­de zwei Ker­zen von mei­nem selbst gebas­tel­ten Advents­kranz an und mache es mir mit Tee und Buch auf dem Sofa gemüt­lich. Wirk­lich schön, die­se Advents­sonn­ta­ge, an denen die
Woh­nung nach frisch geba­cke­nen Kek­sen, Duft­ker­zen und Leb­ku­chen riecht. Heu­te muss ich die Woh­nung nicht mehr ver­las­sen. Statt­des­sen kann ich ganz in Ruhe von mei­nem Sofa aus das Schnee­trei­ben vor mei­nem Fens­ter beob­ach­ten und auf mei­ne Freun­de war­ten, die spä­ter mit Wein und Piz­za zum Tat­ort gucken vor­bei­kom­men. In der Weih­nachts­zeit geht es für mich gar nicht um Geschen­ke. Viel schö­ner und wich­ti­ger sind sol­che Tage wie heu­te. An denen ich Zeit für mich fin­de, zur Ruhe kom­me und einen
schö­nen Abend mit mei­nen Liebs­ten ver­brin­ge. Es geht um Besinn­lich­keit und Dank­bar­keit.
Plötz­lich klin­gelt es an der Tür – es ist gera­de erst nach­mit­tags. Mei­ne Freun­de wer­den es nicht sein, wir sind schließ­lich erst in vier Stun­den ver­ab­re­det. Kurz über­le­ge ich, das Klin­geln ein­fach zu igno­rie­ren. Aber beim Anblick des Schnees und Sturms vor dem Fens­ter ver­wer­fe ich mei­nen Gedan­ken schnell wie­der. Was, wenn die Per­son, die gera­de geklin­gelt hat, Hil­fe benö­tigt? Also zie­he ich mei­ne Haus­schu­he an und gehe zur Haus­tür.
Die Haus­schu­he sind eigent­lich echt nicht für den Win­ter geeig­net. Mir ist grund­sätz­lich kalt und eigent­lich sind es eher Lat­schen, die vor­ne auch noch offen sind. Aber sie waren ein Geschenk mei­ner Oma und sind echt bequem.
An der Tür ange­kom­men drü­cke ich auf den Sum­mer, höre, wie sich die Tür unten öff­net und eine Per­son die Trep­pe hoch­kommt. Noch ist mei­ne Woh­nungs­tür geschlos­sen. Ich möch­te lie­ber erst ein­mal durch den Spi­on gucken.
Ich sehe, wie eine Frau vor mei­ner Tür auf­taucht. Sie ist rela­tiv klein, hat dunk­le, lan­ge Haa­re, brau­ne Augen und sieht ziem­lich durch­ge­fro­ren aus.
Ich öff­ne die Tür. „Kann ich Ihnen hel­fen?“
„Es tut mir wirk­lich leid, Sie an einem Sonn­tag­nach­mit­tag stö­ren zu müs­sen. Sie sind die ein­zi­ge Per­son, die mir die Tür geöff­net hat. Ich kom­me nicht von hier und mein Han­dy­ak­ku ist alle. Ich muss unbe­dingt einen Freund errei­chen, den ich heu­te Abend tref­fen woll­te, und natür­lich steht unser Treff­punkt in mei­nem Han­dy. Ich habe tat­säch­lich weit und breit kein Café gefun­den, in dem ich mein Han­dy auf­la­den konn­te, und danach goog­len war ja auch nicht mög­lich … heut­zu­ta­ge sind wir echt auf­ge­schmis­sen ohne die­se Din­ger!“
Ganz kurz den­ke ich, dass das viel­leicht alles nur ein Vor­wand ist, um mich aus­zu­rau­ben oder sowas. Aber dann schä­me ich mich für den Gedan­ken. Wir sind alle viel zu miss­trau­isch gewor­den, den­ke ich, und bit­te die Frau, her­ein­zu­kom­men.
Als sie ihr Han­dy anschließt, stellt sie sich vor. „Ich bin übri­gens Maria und woh­ne in Frank­furt. Ein Freund von mir wohnt hier in Han­no­ver und eigent­lich war aus­ge­macht, dass ich heu­te Abend direkt vom Bahn­hof aus zu unse­rem Treff­punkt fah­re. Irgend­wie bekam ich dann aber heu­te Mor­gen die Benach­rich­ti­gung, dass mein Zug aus­fällt und ich die Mög­lich­keit habe, einen frü­he­ren zu neh­men. Ich muss­te mich ziem­lich beei­len und dach­te, dass ich im Zug mein Han­dy auf­la­den und mei­nem Freund Bescheid sagen
könn­te. Bei mei­nem Glück gin­gen die Steck­do­sen dann aber nicht, also saß ich ohne Han­dy­ak­ku im Zug und kam vor zwei Stun­den in Han­no­ver an, ohne zu wis­sen wo ich hin soll. Ich bin dann erst mal los­ge­lau­fen. Spä­ter fiel mir dann ein, dass ich im Bahn­hof bestimmt irgend­wo mein Han­dy hät­te auf­la­den kön­nen, aber da war ich schon hier in Ihrer Stra­ße. Ich bin wirk­lich froh, dass Sie auf­ge­macht haben! Län­ger hät­te ich es in die­ser eisi­gen Käl­te echt nicht aus­ge­hal­ten… — ah, mein Han­dy ist an. Ich tele­fo­nie­re schnell und dann sind Sie mich auch wie­der los.“
Wäh­rend Maria tele­fo­niert, fal­len mir die Kek­se im Ofen ein. Ich dach­te der komi­sche Geruch kommt von drau­ßen, aber nein … ich lau­fe in die Küche und natür­lich sind die Kek­se ver­brannt. Ich hab sie total ver­ges­sen.
„Oh nein, ich habe Sie total abge­lenkt!“, sagt Maria, als sie in die Küche kommt und mich vor den schwar­zen Kek­sen sieht. „Das tut mir so leid. Ich werd Sie jetzt wie­der in Ruhe las­sen und drau­ßen an der Bus­hal­te­stel­le gegen­über war­ten. Mein Freund wird mich dort spä­ter abho­len, gera­de kann er lei­der noch nicht. Aber das ist nicht schlimm. Dan­ke, dass Sie mich über­haupt rein­ge­las­sen haben.“
Ich zöge­re nicht lan­ge und fra­ge Maria, ob sie nicht ein­fach hier war­ten möch­te. Ich habe mich zwar auf den Nach­mit­tag allein gefreut, aber Gesell­schaft ist schließ­lich auch schön und außer­dem scheint sie echt nett zu sein. Und ich brin­ge es echt nicht übers Herz, sie wie­der in die Käl­te zu schi­cken.
Sie freut sich über mein Ange­bot und wir machen es uns mit Tee auf dem Sofa gemüt­lich.
Ein­ein­halb Stun­den und gute Gesprä­che spä­ter steht ihr Freund unten vor der Tür. Wirk­lich scha­de, Maria und ich sind abso­lut auf einer Wel­len­län­ge. Wir haben unse­re Num­mern aus­ge­tauscht, und sie ver­spricht mir, nicht nur ihren Freund bei ihrem nächs­ten Han­no­ver­auf­ent­halt zu besu­chen, son­dern auch mich.
Als sie nach unten geht und ich die Tür hin­ter mir schlie­ße, den­ke ich, wie froh ich bin, mein Miss­trau­en vor­hin bei­sei­te­ge­scho­ben und an das Gute geglaubt zu haben. Viel­leicht macht genau so etwas die Weih­nachts­zeit aus.

Ali­na Zim­mer­mann

Seminar im Bereich Kreatives Schreiben an der Uni Bremen

Lite­ra­ri­sche Figu­ren“ – Win­ter­se­mes­ter 2018 / 2019, Dozen­tin: Ange­li­ka Sinn

Schreib­auf­ga­be „Spie­gel­bil­der“

  1. Teil
    Die von Ihnen erfun­de­ne Figur betrach­tet sich im Spie­gel. Unter­schied­li­che Set­tings sind mög­lich. Ver­set­zen Sie sich in ihre Prot­ago­nis­tin / Ihren Prot­ago­nis­ten, neh­men sie deren / des­sen Per­spek­ti­ve ein. Schrei­ben Sie dann einen Text in der Ich-Form, in den die Beob­ach­tun­gen, Gedan­ken und Emp­fin­dun­gen der Figur ein­flie­ßen. Es ent­steht ein inne­rer Mono­log.
  2. Teil
    Neh­men Sie die glei­che Sze­ne wie im ers­ten Teil der Auf­ga­be zur Grund­la­ge. Die Figur betrach­tet sich im Spie­gel. Die Autorin / der Autor betrach­tet die Figur dabei, wie sie sich im Spie­gel betrach­tet. Die Autorin / der Autor weiß nicht, was die Figur denkt oder fühlt, beob­ach­tet sie ledig­lich wie durch eine Kame­ra (fil­mi­scher Blick). Nur durch die Aktio­nen, durch Mimik und Ges­tik der Figur erfah­ren wir etwas über ihre Gedan­ken und Emp­fin­dun­gen.

 

Ein inter­es­san­tes lang­wei­li­ges Mäd­chen

Ich bli­cke kri­tisch in den Spie­gel, betrach­te mein Gesicht, ver­su­che zu lächeln. Es ist der Mor­gen des ers­ten Schul­ta­ges nach den Som­mer­fe­ri­en, und ich habe weder Lust noch bin ich bereit, mich dem All­tags­stress wie­der zu stel­len. Der ein­zi­ge Licht­blick ist, dass ich nicht so müde aus­se­he, wie ich mich füh­le. Mit den Gedan­ken an Leis­tungs­druck und die neu­gie­ri­gen Fra­gen der Leh­rer, die genau wis­sen wol­len, wie man die Feri­en ver­bracht hat, ist das nur ein schwa­cher Trost. Seuf­zend fah­re ich mir durch die Haa­re, bis sie mir unor­dent­lich um den Kopf fal­len. So sehe ich bedeu­tend weni­ger lang­wei­lig aus, als ich eigent­lich bin. Mehr Schein als Sein, so war ich schon immer. Ein letz­ter Blick in den Spie­gel: Ich schnei­de mir eine Gri­mas­se, eine letz­te Rebel­li­on gegen die Mas­ke, die ich mir selbst auf­zwin­ge und die mich durch mei­nen All­tag trägt. In mei­nem Kopf wie­der­holt sich das Man­tra: Ich bin ganz nor­mal. Mein Spie­gel­bild blickt zurück und weiß, dass ich lüge.

Sie ist ein leben­der Gegen­satz. Zu Beginn, als mein Blick auf sie fällt, wäh­rend sie sich im Spie­gel betrach­tet, wirkt sie lang­wei­lig. Durch­schnitt­lich. Brau­ne Haa­re, brau­ne Augen, nicht zu dick oder zu dünn, nicht außer­ge­wöhn­lich hübsch oder häss­lich. Auf den zwei­ten Blick ent­puppt sich die Annah­me, sie wäre ganz nor­mal, als Irr­tum, denn ihre Mimik ist es, die ver­hin­dert, dass ich weg­gu­cken kann. Offen­sicht­lich weiß sie nicht, dass sie beob­ach­tet wird. Ihre Stirn ist gerun­zelt und doch liegt ein Lächeln auf ihren Lip­pen. Wie, als müss­te sie sich dar­auf kon­zen­trie­ren, einen freund­li­chen Gesichts­aus­druck zu zei­gen. Im nächs­ten Moment ver­schwin­den die Stirn­fal­ten eben­so wie das Lächeln, und sie streckt sich selbst die Zun­ge her­aus, beginnt zu schie­len, zieht die Nase kraus. Mit den Hän­den fährt sie sich durch die Haa­re, bis sie ihr wild und unge­zähmt ins Gesicht fal­len. Dann glät­tet sich ihre Mie­ne wie­der, sie seufzt und wen­det end­lich den Blick von ihrem Spie­gel­bild ab. Auch ich schaue weg und kann doch nicht ver­ges­sen, was für ein inter­es­san­tes lang­wei­li­ges Mäd­chen mir begeg­net ist.

Frie­de­ri­ke Lang­was­ser

 

Im Neon­licht

Ich wache auf, mein Hirn wum­mert mit vol­ler Kraft gegen die Innen­sei­te mei­nes Schä­dels.
Mord­ska­ter. Ich brau­che ein Glas Was­ser. Lang­sam und mit nur halb geöff­ne­ten Augen tas­te ich mich durch mei­ne Woh­nung bis ins Bade­zim­mer. Ich knip­se das Licht an, und auf ein­mal zucken aber­tau­sen­de Blit­ze durch mein Blick­feld. Mei­ne Augen haben sich immer noch nicht voll­kom­men an das Neon­licht gewöhnt, als ich mir selbst im Spie­gel ent­ge­gen­bli­cke. Ekel­haft. Ich habe mich ges­tern Nacht weder abge­schminkt noch ein fri­sches T‑Shirt ange­zo­gen. Ich sehe aus wie die schlech­tes­te Ver­si­on von mir: Die Augen­rin­ge legen sich dun­kel­li­la unter mei­ne mit Make-Up beschmier­ten und ange­schwol­le­nen Augen, mei­ne Haa­re sind eklig fet­tig und zer­zaust — ein Vogel könn­te sie glatt für sein neu­es Zuhau­se hal­ten. Ich stre­cke mir die Zun­ge her­aus und sehe den dicken Belag und einen Hauch von Rot. Kirsch­li­kör. Mein Blick fährt hin­ab zu mei­nen Hän­den. Sie sind selt­sam zer­kratzt, der Lack an den Fin­ger­nä­geln fast voll­kom­men abge­blät­tert. Durch die Lücken im Nagel­lack kann ich dunk­le Rän­der unter den Nägeln ent­de­cken, also dre­he ich das Was­ser auf, pum­pe viel zu viel Sei­fe auf die Nagel­bürs­te und begin­ne zu schrub­ben. Als ich damit fer­tig bin, las­se ich das Was­ser wei­ter lau­fen und hal­te mei­nen Kopf mit geöff­ne­tem Mund dar­un­ter. Das tut gut. Ich rich­te mich wie­der auf und schaue mir mein Eben­bild noch ein­mal genau­er an: Fle­cken auf dem Shirt, das sich mah­nend über mei­nen Ober­kör­per spannt, als wol­le es sagen: „Du warst auch schon mal schlan­ker!“

Ich tre­te einen Schritt zurück und betrach­te mich von der Sei­te, stel­le mich auf Zehen­spit­zen und fah­re über mei­nen Bauch. „Weich“, fällt mir als ers­tes ein. Ich schüt­te­le den Kopf. Auch mein Gesicht hat sich inner­halb der letz­ten Jah­re nicht zum Posi­ti­ven ver­än­dert. Ich habe ein paar Fal­ten bekom­men, die Poren sind tie­fer gewor­den, und ich schei­ne es nicht mehr hin­zu­be­kom­men, mei­ne Augen­brau­en in sym­me­tri­scher Wei­se zurecht­zu­zup­fen. Dazu gesellt sich der Ansatz eines Dop­pel­kinns, für das die Neon­röh­re über dem Bade­zim­mer­spie­gel wahr­lich kein Geschenk ist.
Nichts, was eine hei­ße Dusche nicht wie­der hin­be­kä­me, wür­de mei­ne Oma sagen. Ich nicke, bekom­me ein schie­fes Lächeln hin und stei­ge, mich selbst belü­gend, in die Wan­ne.

Etwas rat­los und ver­lo­ren steht sie da vorm Spie­gel. Sie sieht unglück­lich aus. Unglück­lich, müde und unzu­frie­den. Ihre Augen sind gerö­tet und geschwol­len, ihre Haa­re ein ein­zi­ges Cha­os.
Sie zupft lieb­los an ihrem Kör­pers her­um und beäugt sich kri­tisch. Die dunk­len Brau­en zie­hen sich zusam­men. Es scheint, als wür­de sie bezwei­feln, dass die Per­son, die sie dort im Spie­gel sieht, wirk­lich sie selbst ist. Sie streckt sich die Zun­ge her­aus, und wenn man genau hin­schaut, kann man erken­nen, wie sie beim Anblick ihrer beleg­ten Zun­ge ange­wi­dert erschau­dert. Als ihr Blick auf ihre Hän­de fällt, lässt er ihr Spie­gel­bild für einen Moment allein. Sie beginnt, sich die Hän­de zu waschen, viel zu viel Sei­fe, es schäumt wie ver­rückt. Das Was­ser lässt sie lau­fen, hält dann den Kopf unter den Strahl. Ein paar Sträh­nen ihres dunk­len Haa­res wer­den nass. Sie trinkt, als hät­te sie seit zwei Tagen kei­ne Flüs­sig­keit mehr zu sich genom­men. Wäh­rend sie sich wie­der auf­rich­tet, läuft das Was­ser wei­ter, doch sie bemerkt es nicht, denn sie ist viel zu beschäf­tigt damit, ihr eige­nes Erschei­nungs­bild im Stil­len zu kri­ti­sie­ren. Sie schüt­telt mit fins­te­rer Mie­ne ihren Kopf, so als wür­de sie das kom­plet­te Unbe­ha­gen von sich wer­fen wol­len. Das Nest aus Haa­ren auf ihrem Kopf bewegt sich nur leicht. Mit einem tie­fen Seuf­zer blickt sie sich selbst ein letz­tes Mal tief in die Augen, lächelt gequält und dreht den Was­ser­hahn zu. Dann streift sie ihr knap­pes T‑Shirt ab, lässt ihren Slip zu Boden glei­ten, steigt in die Wan­ne und ver­schwin­det hin­ter einem quietsch­gel­ben Dusch­vor­hang.

Julia Ber­lin

Was für eine Katastrophe!‹

Schreib­work­shop für jun­ge Bre­mer Autorin­nen und Autoren (2014)
bei Jani­ne Lancker

 

Ein­spu­rig

Zu Anfang hat­te nie­mand sehen kön­nen, dass der Last­wa­gen noch einen zwei­ten Anhän­ger mit sich führ­te. Erst, als er um die Kur­ve kam, aus­brach, wohl wegen der feuch­ten Stei­ne, riss der Fah­rer das Lenk­rad wei­ter nach rechts, um nicht von dem auf ihn zu schlit­tern­den Wagen getrof­fen zu wer­den.  Dort rechts war nichts mehr und der Bus kipp­te, zu schnell, um es  begrei­fen zu kön­nen, und über­schlug sich, immer und immer wie­der. Irgend­et­was Har­tes prall­te gegen ihre Schlä­fe.

Zuerst sah sie nur wir­re Far­ben, doch die roten und grau­en Split­ter Lack, die den Boden über­sä­ten, nah­men lang­sam Gestalt an. Ruck­sä­cke häuf­ten sich dazwi­schen, auf der rech­ten Sei­te, ihrer Sei­te, sie hing in der Schrä­ge. Ihr Kopf war gegen die Sei­ten­leh­ne des Sit­zes gekippt und ihr lin­ker Arm zwi­schen zwei Sitz­leh­nen ein­ge­klemmt, sie spür­te ihre Fin­ger nicht. Mar­le­ne saß noch immer neben ihr, Blut sicker­te aus ihrem Ober­schen­kel und ihre Augen waren geschlos­sen. Der dün­ne Strei­fen Metall, der die mitt­le­re Ein­gangs­tür von der ers­ten Fens­ter­schei­be des hin­te­ren Bus­rump­fes trenn­te, war alles, was sie im Bus hielt, zwei Rei­hen wei­ter vor­ne war das Metall hart auf Holz gesto­ßen und hat­te nicht stand­hal­ten kön­nen.

Als sie in den Bus gestie­gen waren, hat­te sich Mar­le­ne noch geär­gert. „Wir sit­zen nicht mal am Fens­ter. Mir wird bestimmt schlecht wer­den, wenn ich nicht raus­gu­cken kann“. Im Lau­fe der Fahrt war sie dann doch froh gewe­sen. Von der Ebe­ne hin­auf ins boli­via­ni­sche Hoch­land schlän­gel­te sich die Stra­ße in engen Kur­ven, ein­spu­rig und ohne Leit­plan­ke. Die Sit­ze ruck­ten in den Kur­ven manch­mal ein wenig zur Sei­te und durch das Ple­xi­glas­fens­ter der Bus­tür konn­ten sie sehen, dass neben den Rädern nichts ande­res war als der Abgrund. Direkt neben der Stra­ße ging es steil hin­ab ins Tal, erst eini­ge Meter in der Tie­fe wur­de das Gelän­de etwas fla­cher und war mit Sträu­chern und Bäu­men bewach­sen.

Sie ver­such­te, ihren Ober­kör­per leicht nach links zu dre­hen und drück­te mit der Rech­ten gegen den Sitz, der ihren Arm gefan­gen hielt. Zen­ti­me­ter um Zen­ti­me­ter gelang es ihr, ihn hin­ter sich zu schie­ben, weg von sich, sich zu befrei­en. Als sie es end­lich geschafft hat­te, rutsch­te er krei­schend über den Metall­bo­den und blieb knapp vor der zer­split­ter­ten Fens­ter­schei­be an einem Ruck­sack hän­gen. Sie war ihm mit dem Blick gefolgt, hat­te sich nach rechts gewandt und erst in dem Moment, als der Sitz leicht nach hin­ten kipp­te und in die­ser Posi­ti­on ver­harr­te, sah sie, dass, auf dem Pols­ter zusam­men­ge­sackt, jemand saß. Sie starr­te durch das Loch in der Schei­be in die Tie­fe, auf den stei­len Abhang, der nicht zu enden schien, dann auf das lee­re Gesicht der jun­gen Frau, deren Kopf zur Sei­te gekippt war. Das Gesicht war nur halb zu sehen, dane­ben sah sie die Split­ter, die Stof­fe, die Blät­ter der Äste, die durch die Fens­ter in den Innen­raum des Bus­ses rag­ten. Die Bus­wand war von den Baum­stäm­men an meh­re­ren Stel­len ein­ge­dellt, hin­ter ihr, vor ihr, und gan­ze Sitz­rei­hen waren nicht mehr da, wohl ein­fach durch die zer­split­tern­den Fens­ter­schei­ben wei­ter in den Abgrund gestürzt. Sie wand­te sich wie­der um, dach­te einen Moment an die Andenken, fein säu­ber­lich in Klei­dungs­stü­cke ein­ge­wi­ckelt, unten im Gepäck­raum, für ihre Fami­lie – und dar­an, dass sie ihren Flug nicht errei­chen wür­den. Wo hat­te sie die Pflas­ter hin­ge­packt? Mar­le­ne blu­te­te immer noch. „Mar­le­ne“, sie berühr­te sie leicht an der Schul­ter, „Mar­le­ne, hörst du mich? Wir haben ein Pro­blem.“, sag­te sie und merk­te, wie ihre Fin­ger zu zit­tern began­nen. „Mar­le­ne?“ Ihre Freun­din reagier­te nicht, hing nur blass und reg­los im Sitz. Sie woll­te Mar­le­ne schüt­teln, sie wie­der quir­lig und auf­ge­dreht, wie sie immer war, durch die Ber­ge sprin­gen sehen, wäh­rend sie selbst sich keu­chend die Hän­de in die Sei­ten stemm­te und ihr hin­ter­her­rief: „Jetzt war­te doch mal auf mich!“. Sie woll­te von einem ihrer end­lo­sen Rede­sch­wäl­le über­rollt wer­den, bei denen sie selbst gar nicht mehr zu Wort kam und über die sie sich manch­mal wirk­lich ärger­te.  Sie atme­te tief ein und aus, sie durf­te jetzt nicht in Panik ver­fal­len. Ers­te-Hil­fe-Kurs. Da hat­te sie so etwas doch gelernt. Nie mit dem Dau­men nach dem Puls suchen, immer mit den rest­li­chen Fin­gern. Sie leg­te sie auf Mar­le­nes Hals. Nach eini­gen Ver­su­chen hat­te sie die Hals­schlag­ader ertas­tet und hielt den Atem an, um sich nur auf das erhoff­te Pochen kon­zen­trie­ren zu kön­nen. Erleich­tert ließ sie die Hand sin­ken, nach­dem sie das zwar schwa­che, aber doch schnel­le, rhyth­mi­sche Strö­men des Blu­tes an ihren Fin­ger­spit­zen gefühlt hat­te. Nun begann sie, die Schmer­zen zu spü­ren, die in ihrer eige­nen Schlä­fe vibrier­ten. Sie strich mit der Hand über ihre Kopf­haut und fühl­te schon jetzt eine Beu­le anschwel­len. Sie lehn­te ihren Kopf an Mar­le­nes Schul­ter, kniff für einen Moment die Augen zusam­men und rich­te­te sie dann wie­der auf die ver­streu­ten Gepäck­stü­cke. Etwas wei­ter vor­ne ent­deck­te sie Mar­le­nes Ruck­sack, an dem noch die klei­ne, brau­ne Müt­ze hing, die Die­go ihnen zum Abschied geschenkt hat­te. Eigent­lich Mar­le­ne geschenkt hat­te.

Nur ein paar Tage woll­ten sie zusam­men rei­sen und dann waren es Wochen gewor­den. Die­go und Mar­le­ne, immer wie­der Die­go und Mar­le­ne, lachend und völ­lig in sich ver­lo­ren. Ein trä­nen­rei­cher Abschied. Das war nur ein paar Tage her. Das war vor weni­gen Tagen gewe­sen, dass er in einen Bus gestie­gen war, Rich­tung Süden. Und sie noch gewinkt hat­ten und Mar­le­nes Trä­nen, nach­dem der Bus um die Ecke gebo­gen war und sie an die­sem Abend bei­de viel zu viel getrun­ken hat­ten. Und irgend­wann dann doch lachen muss­ten, aus den Hän­ge­mat­ten geku­gelt waren und sich lachend an den Hän­den gehal­ten hat­ten, betrun­ken und ein biss­chen selig und brau­se­lig im Kopf. Und vor­ges­tern, als sie auf­ge­wacht waren und alles wie­der eigent­lich ganz in Ord­nung war, weil Mar­le­ne nicht mehr um Die­go trau­ern muss­te und sie sich bei­de auf Zuhau­se freu­ten. Nach all den Mona­ten doch mal wie­der deut­schen Boden betre­ten und alle wie­der­se­hen.

Von einem Geräusch schreck­te sie hoch. Ein Rau­schen und Kna­cken drang durch den Bus, den bis eben außer dem Wis­pern der Blät­ter kein Geräusch erfüllt hat­te. Irri­tiert sah sie um sich, doch auf den ers­ten Blick hat­te sich nichts ver­än­dert. Nun nahm sie auch die wei­te­ren Per­so­nen um sich her­um wahr, die reg­los auf den noch im Bus befind­li­chen Sitz­plät­zen hin­gen. Ob sie noch leb­ten? Sie woll­te es gar nicht wis­sen, lie­ber dem Kna­cken nach­ge­hen, das inzwi­schen von Wort­fet­zen durch­bro­chen schien. Es kam defi­ni­tiv aus dem vor­de­ren Teil des Fahr­zeugs. Sie muss­te dort hin­kom­men, fuhr es ihr durch den Kopf, als ihr bewusst wur­de, wor­an sie die Geräu­sche erin­ner­ten – ein Funk­ge­rät? Vor­sich­tig lös­te sie den Gurt und blick­te sich nach etwas um, nach dem sie grei­fen konn­te, um an der Öff­nung vor­bei zu kom­men, an der sich vor dem Auf­prall noch die Tür befun­den hat­te. Sie fand an der Ver­an­ke­rung der gegen­über­lie­gen­den Sitz­rei­he Halt, krall­te sich mit bei­den Hän­den an den Metall­stre­ben fest und rutsch­te mit den Füßen an den Trep­pen­stu­fen vor­bei. Damit war das gefähr­lichs­te Stück geschafft, denn die vor­de­re Tür war intakt geblie­ben und bot ver­mut­lich noch Halt. Sie schob sich zu der Stel­le, an der der Stamm eines Bau­mes sei­ne eige­ne Form in den Bus­rumpf gedrückt hat­te, rich­te­te sich dort ein wenig auf und schnauf­te. In ihrem Arm und ihrem Kopf pump­te das Blut stär­ker und sie muss­te ein erneu­tes Zit­tern unter­drü­cken, als sie Blut­fle­cken neben der vor ihr lie­gen­den Rei­he ent­deck­te. Nicht hin­se­hen, nicht hin­se­hen. Sie sank wie­der auf die Knie und kroch wei­ter den Gang ent­lang, mög­lichst nah am Boden, um nicht das Gleich­ge­wicht zu ver­lie­ren und in Rich­tung der Fens­ter zu stol­pern. Und um nicht zu sehen, was mit den ande­ren Pas­sa­gie­ren um sie her­um gesche­hen, was der Auf­prall des Bus­ses mit ihnen ange­rich­tet hat­te. Rei­he um Rei­he, von Metall­stre­be zu Metall­stre­be tas­te­te sie sich vor, manch­mal nur an ein Gepäck­stück geklam­mert, wo die Sit­ze bereits hin­aus­ge­stürzt waren. Das Rau­schen und Kna­cken wur­de lau­ter und sie glaub­te auch, nun gan­ze Wor­te dazwi­schen zu hören, die sie aller­dings nicht ver­stand. Als sie an die vor­de­re Ein­gangs­tür kam, hat­te sie frei­en Blick auf die Fah­rer­ka­bi­ne. Sie war leer, der Sitz des Fah­rers muss­te bei dem Sturz, wie vie­le wei­te­re, das Sei­ten­fens­ter durch­schla­gen haben und dann in der Tie­fe ver­schwun­den sein. Irgend­wo hier muss­te aber auch die Stim­me her­kom­men. Sie tas­te­te durch die Kabi­ne und ent­deck­te rechts neben dem Lenk­rad einen klei­nen schwar­zen Kas­ten, der durch ein Kabel mit einer Sprech­mu­schel ver­bun­den war. Auf­ge­regt inspi­zier­te sie die Tas­ten, drück­te auf eini­ge und rief „Hola? Hol­aa?“ in die Sprech­mu­schel. End­lich bekam sie eine Ant­wort. „Hola. Quién hab­la?“ Durch das Rau­schen fiel es ihr schwer, die spa­ni­schen Wor­te in ihrem Kopf zu ord­nen und nur sto­ckend brach­te sie den Satz „Caí­mos de la ruta“ her­vor. Die fol­gen­den Wor­te aus dem Laut­spre­cher waren von so lau­ten Knack­ge­räu­schen beglei­tet, dass sie nur zwei Orts­na­men zu ver­ste­hen glaub­te – Beginn und Ziel ihrer Fahrt. „Si, si, esa ruta!“, rief sie, „nece­sit­amos ayu­da!“ Wir brau­chen Hil­fe. Sie sank Rich­tung Boden, “nece­sit­amos ayu­da”. Sie rutsch­te ein Stück in Rich­tung des Fens­ters und kam mit ihren Füßen an der Bus­wand auf. Ein Zit­tern fuhr durch ihren Kör­per, unauf­halt­sam und stark, und sie spür­te, wie das Rau­schen zusam­men mit den Bil­dern vor ihren Augen zwi­schen Trä­nen und Dröh­nen im Kopf zu ver­schwim­men begann.

Johan­na Schwarz

Werkstattheft MiniLit Nr. 9

Wäh­rend der Werk­statt ›Dann leben sie noch heu­te …!‹ sind fol­gen­de Tex­te ent­stan­den, die in einem Werk­statt­heft unse­rer Rei­he Mini­Lit (Nr. 9) ver­öf­fent­lich wur­den.

 

Vogel wer­den (von Lau­ra Mül­ler-Hen­nig)

Ich neh­me mein Schwes­ter­chen an die Hand. Ihre Hand ist klein und warm. Mein Schwes­ter­chen spricht nicht viel, hat noch nie viel gespro­chen. Schon mit dem ers­ten Wort hat sie sich lan­ge Zeit gelas­sen. Sie zeig­te auf eine Ente und rief: „Voooo­gel!“ Sie sprach immer wie­der die­ses Wort aus, als woll­te sie prü­fen, ob sie es noch konn­te. Sie freu­te sich jedes Mal, wenn es ihr gelang, lach­te dann, und wir lach­ten auch. Wir freu­ten uns, dass sie nun zu spre­chen begon­nen hat­te.

In letz­ter Zeit schläft Mama ziem­lich viel. Ein biss­chen wie Dorn­rös­chen, hat Papa erklärt, weil es eine Wei­le dau­ern wird, bis sie nicht mehr so müde ist. Mor­gens besu­chen wir sie in ihrem Zim­mer. Die Vor­hän­ge sind zuge­zo­gen. Mama liegt unter der Dau­nen­de­cke, streckt ihre Hand aus und streicht uns über den Kopf. Dann lau­fen wir los, Hand in Hand, nach drau­ßen in den Park, zum Enten­teich.

Mei­ne Schwes­ter sagt „Stein“. Beim Enten­teich spie­len wir, dass wir Stei­ne sind. Ein gro­ßer und ein klei­ner Stein. Wir knien uns auf den Boden, machen uns kugel­rund, blei­ben ein­fach so. Wir dür­fen nur flach atmen und kei­ne Geräu­sche machen, denn die Leu­te, die vor­bei­ge­hen, sol­len nicht sehen, dass wir kei­ne Stei­ne sind; und sie erken­nen uns tat­säch­lich nicht, obwohl wir manch­mal kichern müs­sen. Sogar Papa fällt dar­auf her­ein, als er uns zum Essen ruft. Wir wol­len noch nicht nach Hau­se, wol­len noch eine Wei­le Stei­ne blei­ben. Erst als die Däm­me­rung ein­setzt, gehen wir zurück. Mein Schwes­ter­chen sagt: „Ver­giss mich nicht!“ Ihre Hand liegt klein und warm in mei­ner.

Nein, ich ver­gess’ dich nicht, und du ver­gisst mich auch nicht.“

Sie blickt nach unten, setzt has­tig einen Fuß vor den ande­ren und sagt: „Nim­mer­mehr!“

Am Tag danach ist Mama immer noch müde. Sie streicht uns über den Kopf, rich­tet sich müh­sam auf, beugt sich nach vor­ne und gibt uns einen Kuss auf die Stirn. Dann fällt sie zurück in die Kis­sen und schläft wei­ter. Wir spie­len wie­der am Teich, legen uns auf den Bauch. Jetzt sind wir das Gras. Gras war das drit­te Wort, das mei­ne Schwes­ter in ihrem Leben gespro­chen hat. Die Leu­te spa­zie­ren über uns hin­weg, die Hun­de tol­len auf uns her­um, die Kin­der spie­len Fris­bee und Feder­ball auf uns. Wir wer­den bes­ser, kön­nen uns zusam­men­rei­ßen, unser Kichern unter­drü­cken. Nur manch­mal ent­wischt uns noch ein klei­nes Gluck­sen. Wie­der fin­det uns Papa nicht, als er uns zum Essen ruft. Wir wol­len jetzt nicht zurück, es ist ein­fach noch zu schön, Gras zu sein.

Also blei­ben wir so, bis die Däm­me­rung ein­setzt. Mein Schwes­ter­chen fragt: „Du ver­gisst mich doch nicht, oder?“

Nein, ich ver­gess’ dich nicht, und du ver­gisst mich auch nicht.“

Nim­mer­mehr“, sagt sie und drückt fest mei­ne Hand.

Am nächs­ten Tag sitzt Mama auf­recht im Bett, hat bereits auf uns gewar­tet, streicht uns über den Kopf und küsst uns auf die Stirn. Dann sind wir schon wie­der am Teich.

Wir set­zen uns ans Ufer, wol­len so still sein wie das Was­ser, das schwei­gend vor uns liegt. Wir sind gut gewor­den, schaf­fen es, kein ein­zi­ges Wort zu spre­chen. Als Papa uns zum Essen ruft, erkennt er uns nicht. Wir sind eins gewor­den mit dem Teich. Bald wird es dun­kel, aber ein biss­chen wol­len wir noch blei­ben.

Du ver­gisst mich nicht und ich ver­gess’ dich auch nicht!“, erklärt mein Schwes­ter­chen mit fes­ter Stim­me.

Nim­mer­mehr“, sage ich.

Sie nickt zufrie­den. Eine Stim­me ruft nach uns, sie klingt ver­traut, wir haben sie lan­ge ver­misst. Mei­ne Schwes­ter lässt über­rascht mei­ne Hand los und dreht sich um. Unse­re Mut­ter kommt ans Ufer gelau­fen und setzt sich zu uns. Auch sie ist ganz still, ist jetzt wie wir eins mit dem Teich.

Wind kommt auf und mit ihm erhe­be ich mich in die Luft. Mit ein paar Flü­gel­schlä­gen gelan­ge ich zur Mit­te des Tei­ches, las­se mich auf dem Was­ser nie­der. Es ist kalt, umspielt mei­ne Federn, kühlt mei­nen Bauch. Ich sehe, wie mei­ne Schwes­ter etwas zu mei­ner Mut­ter sagt und ihre Lip­pen Wor­te for­men, aber ich kann sie nicht ver­ste­hen. Die Däm­me­rung hat ein­ge­setzt. Ich seh­ne mich nach dem Grund unter mir, die Sehn­sucht steigt lang­sam immer wei­ter in mir auf, bis sie beginnt, unter mei­nem Gefie­der zu pul­sie­ren.

Mei­ne Schwes­ter und mei­ne Mut­ter bli­cken in mei­ne Rich­tung, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie mich sehen kön­nen oder durch mich hin­durch­bli­cken auf die Land­schaft hin­ter mir. Ich brei­te mei­ne Flü­gel aus, schla­ge ein paar Mal in die Luft, ohne abzu­he­ben, sprei­ze noch ein­mal die Federn, lege die Flü­gel wie­der an, hal­te mei­nen Vogel­leib gespannt und tau­che, Schna­bel vor­an, zum Grund hin­ab.

(Adap­ti­on von »Fun­de­vo­gel«)


Hin­ter der Rosen­he­cke (von Lui Kohl­mann)

Die Blät­ter schlu­gen mir ins Gesicht. Ein paar Schrit­te vor mir hat­te Ber­tha sich durch das grü­ne Dickicht gewühlt. Ich folg­te ihr. Far­ne, Schmet­ter­lings­bäu­me, hüft­ho­he Brenn­nes­seln, die sogar durch unse­re Klei­dung sta­chen. Mei­ne Haut brann­te. Rosen­ran­ken türm­ten sich hoch über uns auf, ihre dor­ni­gen Wider­ha­ken bohr­ten sich durch mei­ne Jacke und hiel­ten mich fest. Von wei­ter vor­ne hör­te ich Ber­tha mur­meln: „Rosa cani­na, Rosa brac­tea­ta, Rosa phoe­ni­cia Boiss, Urti­ca dioi­ca, Osmun­da rega­lis, Budd­le­ja davi­dii …“

Ber­tha! Wie kommst du so schnell da durch?“

Ber­tha blieb ste­hen. Ich kämpf­te mich wei­ter vor­an. Um eini­ge Schram­men rei­cher, gelang­te ich schließ­lich bei ihr an. Mit einem Taschen­mes­ser schnitt sie soeben einen Rosen­zweig ab, der eine Knos­pe, Blät­ter und Dor­nen trug.

Sie steck­te ihn in ihren Ruck­sack. „Für spä­ter“, sag­te sie.

Ich nick­te, zog mei­ne Kame­ra her­vor und doku­men­tier­te mei­ne Ver­let­zun­gen. „Foto­gra­fier auch noch die Troll­blu­me und den Grü­nen Nies­wurz! Die sind auf der Roten Lis­te der aus­ster­ben­den Arten. Ich habe die jah­re­lang nicht mehr gese­hen.“

Ich foto­gra­fier­te die Blu­men, auf die Ber­tha zeig­te. Die gel­ben Blü­ten der einen lagen über­ein­an­der wie ein zer­knautsch­tes miss­lau­ni­ges Gesicht.

Los, wei­ter!“, dräng­te Ber­tha.

Wir hör­ten nur das Rascheln der Blät­ter und unse­re Schrit­te.

Wo waren die Vögel? Wo waren die Käfer, Schmet­ter­lin­ge und ande­ren Insek­ten? Wir stan­den jetzt inmit­ten von Dor­nen­bü­schen. Es war dun­kel um uns her­um. Ein biss­chen Licht fiel nur durch einen klei­nen Durch­gang hin­ter uns, der sich – bil­de­te ich mir das ein? – lang­sam wie­der schloss.

Zeit für die Mache­te?“, frag­te ich unsi­cher.

Ich fürch­te, ja.“

Ber­tha hol­te die Mache­te aus ihrem Ruck­sack. Sie lag sicher in ihren seh­ni­gen, star­ken Hän­den und bahn­te uns einen Weg durch das Geäst. Ich hat­te jedes Gefühl für Zeit ver­lo­ren. Ich schau­te auf mein Han­dy. Zwei Stun­den schlu­gen wir uns schon durch die­se wil­de Vege­ta­ti­on. Plötz­lich ein schep­pern­der Laut. Ber­tha muss­te mit der Mache­te etwas Har­tes getrof­fen haben. Eine Wand? Ich leuch­te­te mit dem weni­gen Licht, das mein Han­dy bot, durch die Dor­nen: graue, dunk­le Stein­qua­der.

Es ist hier.“

Mei­ne Stim­me beb­te vor Erre­gung. „Wir müs­sen den Ein­gang fin­den.“

Wir beweg­ten uns nun an der Wand ent­lang, schab­ten und schlu­gen die knor­ri­gen Äste vom Mau­er­werk und tas­te­ten jede Uneben­heit ab, in der stän­di­gen Erwar­tung, auf ein Fens­ter, eine Tür oder ein Loch zu sto­ßen.

Hier ist etwas!“

Hin­ter den Dor­nen lag, kaum sicht­bar, eine mod­ri­ge Holz­tür mit einer ros­ti­gen Klin­ke. Ber­tha befrei­te die Tür vom Gewächs. Ich begann an der Klin­ke zu rüt­teln, zu zie­hen und zu drü­cken.

Nicht mit Gewalt.“ Ber­tha leg­te sanft ihre Hand auf mei­ne und drück­te die Klin­ke her­un­ter. Die Tür ließ sich öff­nen, schwer­fäl­lig und knar­zend.

Drin­nen herrsch­te dich­tes Schwarz. Der Geruch von Fäul­nis ström­te uns ent­ge­gen. Nur das Han­dy­licht warf einen blas­sen Licht­ke­gel vor unse­re Füße.

Wie viel Akku hast du noch?“

Drei­zehn Pro­zent“, las ich vom Dis­play ab. „Wenn ich das Licht anlas­se, viel­leicht noch eine Stun­de, viel­leicht nur eine hal­be.“

Und die Kame­ra? Mach mal ein Foto mit Blitz, ich will sehen, was hier ist, wie groß der Raum ist.“

Ich hol­te die Kame­ra her­vor. Für einen kur­zen Augen­blick war alles in glei­ßen­des Licht getaucht. Ich war geblen­det.

Zeig das Foto!“, ver­lang­te Ber­tha.

Pil­ze, Schim­mel über­wu­cher­ten, was viel­leicht ein­mal Möbel gewe­sen waren. Wei­ter hin­ten im Raum ein Durch­gang.

Da müs­sen wir durch.“ Vor­sich­tig bahn­ten wir uns einen Weg durch den Raum, im engen Radi­us des Han­dy­lichts. Ich ver­such­te, den Pilz­ge­schwü­ren aus­zu­wei­chen, doch Ber­tha zogen sie magisch an.

Ich will eine Pro­be neh­men“, sag­te sie und griff mit einem Plas­tik­beu­tel nach einem Pilz, der im schwa­chen Licht schlei­mig glänz­te. Doch als sie den Pilz abzog, sah sie, dass sich dar­un­ter alter Stoff hob und senk­te.

Vor Schreck hiel­ten wir die Luft an und hör­ten – ganz lei­se – einen frem­den Atem. Wir fuh­ren den rie­si­gen Schleim­pilz mit dem Licht ab. Er hat­te sich um einen Kör­per geschlun­gen. Am Boden des Pil­zes lug­ten zwei Füße her­vor, die in alt­mo­di­schen Schlap­pen steck­ten.

Die Gerüch­te bewahr­hei­te­ten sich also. Damit hat­te ich nicht gerech­net.

Wei­ter!“, flüs­ter­te Ber­tha schließ­lich und schob mich ent­schie­den fort, ins nächs­te Zim­mer. Auch dort waren über­all rie­si­ge Pil­ze – und jetzt, da ich es wuss­te, hör­te ich ganz lei­se von über­all her Atem­ge­räu­sche …

Wir beweg­ten uns von Zim­mer zu Zim­mer. Ber­tha nahm Pro­be um Pro­be. Der Akkustand sank bestän­dig. Zuletzt, als nur noch drei Pro­zent ver­blie­ben, fan­den wir uns vor einer geschlos­se­nen Tür wie­der. Alter Lack blät­ter­te ab.

Wir zogen die Tür auf. Vor uns wand sich eine stei­ner­ne Wen­del­trep­pe in die Höhe. Wir stie­gen empor. Unse­re Schrit­te hall­ten. Als wir auf der obers­ten Stu­fe stan­den, waren wir in einem klei­nen Raum ange­kom­men. Mit Löchern in den Wän­den, durch die Schling­pflan­zen und Rosen in das Zim­mer wuch­sen.

Ein ein­sa­mes Bett und ein Spinn­rad stan­den dort.

(Adap­ti­on von »Dorn­rös­chen«)

Werkstattheft MiniLit Nr. 6

Wäh­rend der Werk­statt ›An Bord — Über­Le­ben von A nach B‹ sind fol­gen­de Tex­te ent­stan­den, die in einem Werk­statt­heft unse­rer Rei­he Mini­Lit (Nr. 6) ver­öf­fent­lich wur­den.

 

Blät­ter­fall (von Ane­ta Potry­kus)

Käl­te. Kal­tes Meer an das Boot schlägt. Kal­te Luft mei­ne Haut peitscht. Fest zusam­men­ge­schnürt den Stoff um mich gehüllt, was­ser­ab­wei­send, doch nicht resis­tent. Alles ist Käl­te. Ich ver­su­che, lang­sa­mer zu atmen. Die Käl­te gelangt in einem Sog in mei­ne Lun­ge und packt sie, umhüllt sie mit eisi­gem Schau­er. Atem­zug um Atem­zug brei­tet sie sich aus und will nicht mehr ent­wei­chen.

Ich muss die Luft anhal­ten, die Käl­te abschüt­teln. Sie wird mein Tod sein. Nicht in den Flu­ten ertrin­ken. Nicht durch Hun­ger oder Trink­was­ser­not wird das Leben ein Ende neh­men. Ich hal­te die Luft an, Ener­gie spa­ren. Lau­sche dem Meer, wel­ches ich nicht mehr ertra­gen kann. Es ist kein Lau­schen, schon lan­ge nicht mehr. Ich bin dem aus­ge­setzt, aus­ge­lie­fert. Das per­ma­nen­te Geräusch des Mee­res dröhnt in mei­nen Ohren.

30 Sekun­den sind ver­stri­chen oder schon mehr. Zäh­le ich zu lang­sam oder zu schnell. Das Dröh­nen. Ich neh­me einen Atem­zug und öff­ne dabei die Augen. Ein Blatt, es fällt vom Him­mel. Es wird still um mich. Und noch eins! Ich kann das Meer nicht mehr hören. Kein Geräusch. Frost weicht Wär­me. Ich will schrei­en, rufen, mei­nen Kame­ra­den die Blät­ter zei­gen. Die Kame­ra­den, lan­ge habe ich schon nicht mehr an sie gedacht. Ich muss­te Ener­gie spa­ren. Schon seit Tagen beach­te ich sie nicht mehr, die neben mir ste­hen. Einer steht vor mir, vier oder fünf auf der rech­ten und zwei auf der lin­ken Sei­te. Es ist einer­lei, wel­chen Platz ein Mensch in die­sem Boot ein­nimmt. Doch jetzt möch­te ich rufen: „Hört hin, der Lärm, ja der Lärm, ich höre ihn nicht. Fühlt, atmet, die Käl­te ist ver­gan­gen.“

Ich könn­te in das Meer sprin­gen, die Blät­ter mit den Hän­den grei­fen. Sie aus dem Meer fischen und kei­ne Käl­te wür­de ich spü­ren. Es wäre nicht mal bedenk­lich oder gar todes­mu­tig. Das Meer hat sich auf mei­ne, auf unse­re Sei­te gestellt. Die Käl­te und den Lärm mit­ge­nom­men. Kann das sein?

Blät­ter fal­len vom Him­mel, wahr­haf­tig, mit­ten auf dem Meer. Kein Wald, kein ein­zi­ger Baum steht in der Nähe. Mei­ne Kame­ra­den haben die Augen ver­schlos­sen. Ich soll­te sie wecken, aber viel­leicht fal­len die Blät­ter dann schnel­ler ins Meer oder das Ereig­nis ent­flieht inner­halb einer Sekun­de und die Käl­te kehrt zurück. Viel­leicht darf nur ich die­ses Spek­ta­kel erle­ben. Wie in Zeit­lu­pe fal­len die Blät­ter, lang­sam, lang­sa­mer, noch lang­sa­mer. Ich atme. Wär­me durch­strömt mich. Hit­ze.

Nein! Ich wer­de nie­man­den rufen. Dies ist mein Erleb­nis. Das sind mei­ne Blät­ter. Ich ver­su­che, kei­nen Laut von mir zu geben und lang­sam zu atmen. Wie wun­der­schön die Blät­ter sind. Eins kann ich doch grei­fen. Lang­sam den Arm stre­cken, lei­se, noch lei­ser und zugrei­fen. Mei­ne Blät­ter. Der lin­ke Kame­rad öff­net die Augen. Ver­flixt, ich war zu laut. Er lächelt und ruft: „Schaut, Blät­ter fal­len vom Him­mel.“ Da öff­nen alle Kame­ra­den die Augen. Kein wei­te­res Blatt fällt mehr vom Him­mel. Ich atme kal­te Mee­res­luft ein. Viel­leicht stür­ze ich mich auf den Kame­ra­den. Viel­leicht schlie­ße ich die Augen und wer­de sie nie wie­der öff­nen. Viel­leicht sprin­ge ich ins Meer. Lang­sam schlie­ße ich die Augen. Käl­te.


An Bord eines Raum­schiffs (von Johan­na Schwarz)

I

Ich ste­he an der Reling im Wind, im Wiii­ind. Ich kon­zen­trie­re mich auf das Gefühl, wie er über mei­ne Haut streicht, mich leicht frös­teln lässt. Ich will es spei­chern, ein­pa­cken, mit­neh­men. Ich wer­de es viel­leicht nie wie­der spü­ren. Mein Bauch beginnt zu grum­meln, nicht vor Hun­ger, es ist die­se ver­wir­ren­de Mischung aus Auf­re­gung, Unge­duld und Angst. Was wird mich erwar­ten?

Mein Abschied ist unter dem Man­tel die­ser Gefüh­le an mir vor­bei­ge­zo­gen. Als sie mich in die Arme schlos­sen und mir „Viel Glück!“ wünsch­ten. Die Kol­le­gen aus dem Labor, die mein­ten: „Wie­so aus­ge­rech­net du und nicht ich?“ Mei­ne Eltern, die mir eigent­lich sagen woll­ten: „War­um machst du das? Wir brau­chen dich hier.“

Ich muss es tun, sei­net­we­gen. Ich wuss­te es in dem Augen­blick, als ich die Aus­schrei­bung sah. Kein Moment des Zwei­felns. Auch jetzt nicht, da ich das Raum­schiff vor mir sehe und alles zum Grei­fen nah ist.

Es war sein Traum. Er hat­te von nichts ande­rem mehr gespro­chen und mir zu Weih­nach­ten ein Tele­skop über­reicht. „Siehst du, das hier ist die Erde.“ Er zeig­te auf unse­re Füße: „Da sind wir jetzt.“ Dann dreh­te er am Objek­tiv des Fern­rohrs: „Und wenn ich mal nicht mehr bin, dann trei­be ich irgend­wo dort drau­ßen umher.“

Wor­te, die sich in mein klei­nes Gehirn ein­brann­ten.

Er ist nicht mehr ganz rich­tig im Kopf“, hat­ten mei­ne Eltern gesagt. Und jetzt dach­ten sie das­sel­be über mich.

Ent­schlos­sen wen­de ich mich um und gehe hin­ein, um auf den Mor­gen zu war­ten, auf den Abflug, auf den Moment, in dem sich alles umkehrt und mein Him­mel nicht mehr blau ist, son­dern tief­schwarz und vol­ler greif­ba­rer, fun­keln­der Mög­lich­kei­ten.

II

Kli­cken, Rau­schen. Die Knöp­fe blin­ken in mei­nen Augen­win­keln. Ganz wild, ganz rot. Ein schlech­tes Zei­chen? Geht irgend­was schief? Etwas drückt auf mich, die Ton­nen Metall um mich her­um bewe­gen sich. Es ruckt und wackelt. Ich kip­pe zur Sei­te, sehe die Sche­men der ande­ren vor­bei­zie­hen. Was, wenn ich fal­le … was, wenn ich mich ver­let­ze … wenn … Mein Magen stürzt ab, wie in die­sen High-Speed-Auf­zü­gen. Ich klam­me­re mich an den Sitz und mei­ne Fin­ger­knö­chel wer­den weiß. Ich sehe kein Drau­ßen. Ich spü­re, wie wir an Höhe gewin­nen, aber ich sehe es nicht. Mei­ne Gedan­ken ent­wi­schen mir, ich füh­le den Druck auf mei­nen Schlä­fen, sehe das Augen­paar mir gegen­über, weit auf­ge­ris­sen, und fra­ge mich, wie ich selbst aus­se­he. Auf mei­nem Sitz gekau­ert. Wir sind jetzt Schat­ten. Erstarr­te Sil­hou­et­ten inmit­ten von roten Blink­lich­tern.

III

Ich schwe­be zu einem der Ses­sel und las­se mich dar­auf nie­der. Die ande­ren sind in Bücher ver­tieft oder in einem ande­ren Teil des Raum­schiffs unter­wegs. Sie haben auf­ge­hört, täg­lich Video­bot­schaf­ten zu sen­den. Ich habe noch kei­ne ein­zi­ge ver­schickt.

Die anfäng­li­che Begeis­te­rung über die Schwe­re­lo­sig­keit hat nach­ge­las­sen, die regel­mä­ßi­gen Zusam­men­stö­ße in der Luft auch. Jetzt ver­geht die Zeit zäh, wie in einem end­lo­sen Zustand.

Wir sind zu viert. Mag­gie ist sehr ruhig, sie sitzt meis­tens am Fens­ter, aber wenn sie sich doch ins Gespräch ein­mischt, fun­keln ihre Augen vor Vor­freu­de und ihre ruhi­ge Stim­me bringt alle zum Zuhö­ren und Träu­men. Ben hin­ge­gen ist immer auf­ge­kratzt, unru­hig, er kann das War­ten am wenigs­ten ertra­gen und bringt uns mit sei­nen Wit­zen und sei­ner Unru­he ent­we­der zum Lachen oder treibt uns zur Weiß­glut. Nur Lin­da bringt ihn manch­mal zum Schwei­gen, wenn sie sich durch ihre glän­zen­den Haa­re streicht und ihn abschät­zig anblickt. Noch schaut sie auf uns alle her­ab, aber wenn ihr end­gül­tig bewusst wer­den wird, dass es nur uns vier gibt und die Zuschau­er vor dem Fern­se­her nichts für sie tun kön­nen, wird sie von ihrem hohen Ross her­un­ter­stei­gen müs­sen. Ich hal­te mich meis­tens raus. Ich muss mei­ne Posi­ti­on erst noch fin­den und wer­de bis dahin beob­ach­ten.

IV

Wir befin­den uns nun in einem selt­sa­men Zwi­schen­raum, in dem wir nicht so recht auf­ein­an­der zukom­men. Über unse­re Erin­ne­run­gen, denen wir nach­hän­gen oder von denen wir uns lang­sam zu lösen ver­su­chen, wol­len wir nicht ger­ne spre­chen. Nur manch­mal bre­chen Hoff­nungs­schim­mer aus dem einen oder ande­ren her­aus. Wir gera­ten ins Schwär­men, über­le­gen, wie es wohl sein wird. Mag­gie dreht sich dann zu uns um und malt die Zukunft in den bun­tes­ten Far­ben. Sie blickt dabei oft zu mir her­über und ich füh­le mich unwohl und geschmei­chelt zugleich, da sie mich anschei­nend als Teil die­ser Zukunft akzep­tiert hat.

Jedes Mal gelan­gen wir irgend­wann an den Punkt, an dem Ben stöhnt: „Wären wir doch end­lich da.“ Danach herrscht wie­der Schwei­gen, und wir keh­ren zu unse­ren Beschäf­ti­gun­gen zurück – als wäre nichts gesche­hen.


Mars One (von Vio­la Bau­er)

I

Mir scheint, so weich wie heu­te war das Fell hin­ter dei­nen Ohren noch nie. Bereits eine hal­be Stun­de sit­ze ich hier und streich­le in Gedan­ken dei­nen Kopf. Ich spü­re dich so deut­lich, dass ich anfan­ge, lose Haa­re von mei­ner Hose zu zup­fen. Wie blöd kann man sein?

Tie­re sind nicht erlaubt, ich flie­ge allein. Das habe ich mir so aus­ge­sucht, und es wird mir den Schlaf rau­ben.

Ich wer­de die Erde ver­las­sen, einen Neu­start wagen, alles auf null set­zen. Als einer der ers­ten Men­schen. Allen Ärger, alles, was uns belas­tet, kön­nen wir zurück­las­sen. Wir star­ten ohne Krieg in unse­rer Geschich­te. Ohne Geld. Wir wer­den eine neue Gesell­schaft bil­den. Wer könn­te da Nein sagen? Wir wer­den die Zukunft sein.

II

Mei­ne Knie zit­tern, ich kann sie nicht still­hal­ten. Was willst du hal­ten?

Die­se Vibra­ti­on. Die­ser Druck. Den Weg zurück gibt es nicht, Mag­gie.

Halt den Mund!“

Mein lin­kes Auge pocht, es brennt, will bers­ten. Ein wei­ßer Blitz rammt sich in mei­nen Schä­del. Zurück! Weg! Schluss! Ich wer­de ver­rückt. Grün. Gelb. Schwarz. Mei­ne Welt dreht sich. Her­um. In mei­nem Magen. Drückt sich. Her­aus. Der Lärm schluckt alles. Er wird dich schlu­cken! Jetzt.

III

Ich habe ange­fan­gen, mir Ritua­le zu schaf­fen. Mor­gens, oder bes­ser: Wenn ich die Augen öff­ne, rezi­tie­re ich das ers­te Gedicht, das mir ein­fällt, oder sin­ge die ers­te Lied­zei­le stumm vor mich hin. Ich neh­me ein­fach den aller­ers­ten Gedan­ken und erzäh­le eine klei­ne Geschich­te, nur für mich. Zeit ist rela­tiv.

Jedes Mal erstaunt es mich aufs Neue, wie mei­ne Augen­li­der irgend­wann vor Erschöp­fung zufal­len und mich mit die­sem Akt der Mil­de in einen Däm­mer­zu­stand zwi­schen Traum und Nichts sin­ken las­sen. Heben die Lider sich, durch­schrei­te ich das Tor zu mei­ner per­sön­li­chen Höl­le.

Unse­re mensch­li­chen Geräu­sche ver­mi­schen sich mit den Geräu­schen der Maschi­ne, den Piep­sern, dem Rau­schen des Air Con­di­tio­ners, der unse­re Luft keim­frei auf­be­rei­tet zu unse­ren Lun­gen zurück­schickt. In die­sem Cha­os wabert die eine Sei­te zur ande­ren, immer häu­fi­ger ent­glei­tet mir das Oben und Unten, bis selbst Mensch und Maschi­ne unun­ter­scheid­bar wer­den.

Ich hof­fe jeden Tag, dass mir die Wor­te blei­ben, die Lie­der, die Geschich­ten, dass sie auf eine uner­gründ­li­che Art ange­spült wer­den und ich sie auf­sam­meln kann wie die Muscheln als Kind.

Zufall, dass sie alle von Frauen geschrieben wurden“

Katharina Mild, arbeitet als freie Journalistin. Sie hat die Lesebühne „Out Loud“ zusammen mit dem Bremer Literaturkontor gegründet.
Katha­ri­na Mild, arbei­tet als freie Jour­na­lis­tin. Sie hat die Lese­büh­ne „Out Loud“ zusam­men mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor gegrün­det.

taz: Frau Mild, Sie haben mit „Out Loud“ eine bis­lang rein weib­li­che Lese­büh­ne gegrün­det. Wie viel Nach­hol­be­darf hat Bre­men da?
Katha­ri­na Mild: Es kom­men recht weni­ge jun­ge Autorin­nen nach Bre­men und es gibt hier auch nur weni­ge Mög­lich­kei­ten, aktu­el­le Bücher vor­zu­stel­len. Grund­sätz­lich sind Frau­en unter­re­prä­sen­tiert in der Bran­che: Was Ver­öf­fent­li­chun­gen angeht, aber auch bei Rezen­sio­nen und eben Ver­an­stal­tun­gen. Es ist mir schon ein Anlie­gen, die­se Lücke zu fül­len.

Die bis­he­ri­gen Bücher sind alle auto­bio­gra­phisch. Ist das Zufall, oder gehört’s zum Kon­zept?
Das ist eher ein Zufall. Ich fin­de es sehr span­nend, Men­schen da zu haben, die etwas geschrie­ben haben, wovon Sie auch per­sön­lich betrof­fen sind. Dar­über habe ich die Bücher aus­ge­sucht und es war dann übri­gens auch Zufall, dass sie alle von Frau­en geschrie­ben wur­den. Das bleibt jetzt auch erst mal so, auch wenn ich Män­ner gar nicht grund­sätz­lich aus­schlie­ßen wür­de. Das wäre ja auch Quatsch.

Wer kommt heu­te Abend?
Marei­ce Kai­ser. Sie ist Autorin, Blog­ge­rin und Jour­na­lis­tin. 2016 hat sie das Buch „Alles inklu­si­ve“ über das Leben mit ihrer schwer mehr­fach­be­hin­der­ten Toch­ter ver­öf­fent­licht, die mitt­ler­wei­le ver­stor­ben ist. Da geht es natür­lich um Inklu­si­on: Wie gestal­tet sich der All­tag? Als Jour­na­lis­tin beschäf­tigt sie sich aber auch inten­siv mit den The­men Pränataldia­gnostik und Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf. Und dar­um wird es heu­te dann auch gehen. Das ist ein brei­tes Spek­trum.

Inklu­si­on ist ja heu­te eine breit geführ­te Debat­te. Was ist hier so beson­ders?
Die Betrof­fe­nen sind in der Debat­te klar unter­re­prä­sen­tiert. Sich da so klar und so stark zu posi­tio­nie­ren, ist schon etwas sehr Sel­te­nes.

Was mei­nen Sie damit, dass „Out Loud“ ein inter­ak­ti­ves For­mat ist?
Mir ist wich­tig, dass es eine Form der Betei­li­gung gibt – eine Ebe­ne, auch aus dem Publi­kum eige­ne Gedan­ken mit­zu­tei­len. Dann aber nicht am Ende die­se typi­sche Fra­ge­run­de, in der jemand auf­steht und einen Vor­trag über irgend­was hält. Bei „Out Loud“ neh­men die Men­schen über ihre Han­dys teil, log­gen sich auf einer Web­site ein und ihre Fra­gen wer­den auf eine Lein­wand pro­ji­ziert. Wir füh­ren aber zum Bei­spiel auch Abstim­mun­gen durch, heu­te expe­ri­men­tie­ren wir mit einem Quiz. So kön­nen auch schüch­ter­ne Men­schen an der Dis­kus­si­on teil­neh­men.

Gestal­ten die Autorin­nen den inter­ak­ti­ven Teil?
Nein, die wer­den auch über­rascht. Die waren alle sehr offen dafür und fan­den die Idee total super.

Es sind ja auch vie­le Netz­men­schen dabei.
Ja, die Autorin­nen sind auf Twit­ter, oder haben ihre Blogs. Sie sind aber auch fast alle Jour­na­lis­tin­nen. Das ist wahr­schein­lich ein Symp­tom des heu­ti­gen Sach­buch­markts: Wenn Frau­en Sach­bü­cher ver­öf­fent­li­chen, dann haben sie meis­tens vor­her lan­ge Arti­kel in der Zei­tung geschrie­ben – vie­le von „Out Loud“ ja auch in der taz. Dann wur­den sie ange­spro­chen, ob sie nicht ein Buch dar­aus machen wol­len. Es macht die­se Tex­te schon aus, dass sie so direkt aus dem The­ma kom­men. Und dass die Autorin­nen sie auch erzäh­len kön­nen.


Das Inter­view führ­te Jan-Paul Koop­mann
Arti­kel erschie­nen in der taz  Bre­men, am 19.9.2019
Auch zu lesen unter: www.taz.de

Eine breite Auswahl von Genres“

Jens Laloire, 41, ist Autor, Kulturjournalist und Geschäftsführer des Literaturkontors Bremen.
Jens Laloire, 41, ist Autor, Kul­tur­jour­na­list und Geschäfts­füh­rer des Lite­ra­tur­kon­tors Bre­men.

taz: Herr Laloire, „Bre­men liest“ fin­det heu­te zum zwei­ten Mal statt. Nach wel­chen Kri­te­ri­en wur­den die Autor*innen aus­ge­wählt?
Jens Laloire: Es gab ein Bewer­bungs­ver­fah­ren, bei dem wir lei­der nicht alle berück­sich­ti­gen konn­ten. Wir haben vor allem auf eine gute Mischung aus jün­ge­ren und älte­ren Autor*innen und eine brei­te Aus­wahl von Gen­res geach­tet. Dabei haben wir jedoch nur Autor*innen in Betracht gezo­gen, die bereits etwas publi­ziert haben.Inwieweit sind auch Wer­ke ver­tre­ten, die aktu­el­le poli­ti­sche The­men behan­deln?
Ein gutes Bei­spiel dafür ist „Leu­te machen Klei­der“ von Imke Mül­ler-Hell­mann. Sie hat sich mit der glo­ba­len Tex­til­in­dus­trie befasst, mit Kon­zer­nen gespro­chen, sich zu den Pro­duk­ti­ons­stät­ten bege­ben und sich die Arbeits­be­din­gun­gen ange­schaut.

Wie war im letz­ten Jahr die Reso­nanz und wel­che Men­schen kom­men zu den Lesun­gen?

Der größ­te Teil der Besucher*innen ist schon etwas älter, doch wir haben fest­ge­stellt, dass jun­ge Autor*innen auch jun­ge Besucher*innen anzie­hen. Wir hat­ten im letz­ten Jahr eine Lesung, bei der eini­ge Men­schen nicht mehr hin­einkamen, weil die Buch­hand­lung nur hun­dert Leu­te fass­te.

Wird es die­ses Jahr auch Aktio­nen für die Besucher*innen geben?

Im Vor­feld hat­ten Inter­es­sier­te die Mög­lich­keit, sich für die offe­ne Büh­ne im Kuko­on anzu­mel­den. Inner­halb von sie­ben Minu­ten dür­fen die Autor*innen dort ihre Wer­ke auf der Büh­ne vor­tra­gen. Nächs­tes Jahr wol­len wir die Mög­lich­kei­ten zum akti­ven Mit­ma­chen wei­ter aus­bau­en.

Außer­dem haben die Besu­cher die­ses Jahr die Mög­lich­keit, einen Ein­blick in das Ver­lags­we­sen zu erhal­ten …

Genau. Um 15 Uhr klärt Klaus Kell­ner vom Kell­ner-Ver­lag in der Neu­stadt Inter­es­sier­te über die hand­werk­li­chen Schrit­te vom Manu­skript zum Buch auf.

Wie ist es denn ins­ge­samt um die Bre­mer Lite­ra­tur­sze­ne bestellt?

Es gibt neben „Bre­men liest“ wei­te­re Fes­ti­vals wie etwa „Poe­try on the Road“. Außer­dem gilt der Bre­mer Lite­ra­tur­preis als einer der renom­mier­tes­ten in Deutsch­land. Was uns aber fehlt, ist ein klas­si­sches Lite­ra­tur­zen­trum. Einen gro­ßen Ver­an­stal­tungs­ort für Lesun­gen aller Art. Dabei stel­le ich mir aber kei­nen eli­tä­ren Bil­dungs­tem­pel vor, son­dern ein Ort, an dem sich auch die freie Sze­ne aus­to­ben kann.

Wor­über freu­en Sie sich heu­te beson­ders?

Es ist wun­der­bar, dass wir dies­mal drei Kinderbuchautor*innen dabei haben und dadurch auch die Jüngs­ten an dem Fes­ti­val ihre Freu­de haben kön­nen.


Das Inter­view führ­te Flo­ri­an Fab­oz­zi
Arti­kel erschie­nen in der taz  Bre­men, am 30.8.2019
Auch zu lesen unter: www.taz.de

40 Autoren aus Bremen bei der Literaturnacht

Am 30. August öff­nen die Buch­hand­lun­gen wie­der ihre Türen für die zwei­te Bre­mer Lite­ra­tur­nacht. 40 Bre­mer Autorin­nen und Autoren wer­den Kurz­le­sun­gen ver­an­stal­ten.

Eine Lan­ge Nacht der Lite­ra­tur. Das ist es, wovon Gabrie­le Becker träumt. Ein kul­tu­rel­ler Abend, ähn­lich der Lan­gen Nacht der Muse­en, die in die­sem Jahr bereits zum 19. Mal statt­ge­fun­den hat. Becker wünscht sich Bus­se, die von Ort zu Ort fah­ren, Lesun­gen an unge­wöhn­li­chen Orten und ein bun­tes Rah­men­pro­gramm. Die Redak­teu­rin des Wel­len­schlag Text- und Ver­lags­kon­tors will Bre­mens Buch­han­dels­kul­tur die Aner­ken­nung zukom­men las­sen, die sie ihrer Mei­nung nach ver­dient, sie will Autoren aus Bre­men und dar­über hin­aus eine Platt­form geben. Kurz­um: Becker will mehr. Sie will die Stadt zum Lesen und Lau­schen brin­gen. Aktu­ell, sagt sie, arbei­te sie gemein­sam mit dem Bre­mer Buch­han­del, dem Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels, dem Lite­ra­tur­kon­tor und dem Senat an einem Kon­zept.

17 Buch­hand­lun­gen und Ver­la­ge haben geöff­net
Doch bis die­ses kon­kre­ter ist, müs­sen Becker und ihre Mit­strei­ter in die­sem Jahr noch ein biss­chen klei­ner den­ken. Klei­ner, aber trotz­dem schon ziem­lich umfang­reich: Am 30. August heißt es zum zwei­ten Mal „Bre­men liest! – Bre­mer Lite­ra­tur­nacht“. 17 Buch­hand­lun­gen und Ver­la­ge öff­nen in den Abend­stun­den ihre Türen, stel­len sich vor und geben 40 Autoren und Autorin­nen aus Bre­men und umzu eine Büh­ne, um aus ihren Tex­ten vor­zu­le­sen.

In Bre­men-Mit­te, im Vier­tel, in Schwach­hau­sen, Fin­dorff, der Neu­stadt und Bre­men-Nord ste­hen zwi­schen 19 und 21.30 Uhr halb­stün­di­ge Lesun­gen auf dem Pro­gramm. „Von Kri­mis über Lyrik und Bre­men­si­en bis hin zu Kin­der­bü­chern ist alles dabei“, sagt Becker. In Mit­te wer­den die Buch­hand­lung Franz Leu­wer (Lesun­gen von Mei­ke Dan­nen­berg, Rai­ner Persch und Lau­ra Mül­ler-Hen­nig), die Buch­hand­lung Storm (Micha­el Augus­tin, Lilia­ne Skal­e­cki, Die­ter Brand-Kruth), der Sujet-Ver­lag und die Buch­hand­lung Geist bespielt. Der Carl-Schü­ne­mann-Ver­lag bie­tet wie schon im ver­gan­ge­nen Jahr einen Bücher­lift an: Besu­chern wird im Fahr­stuhl Lite­ra­tur des Ver­la­ges vor­ge­stellt.

Im Vier­tel sind die Georg-Büch­ner-Buch­hand­lung sowie die Buch­hand­lun­gen Hum­boldt und Sieg­lin betei­ligt. In Schwach­hau­sen gibt es Lesun­gen in den Buch­hand­lun­gen Mel­chers und Satt­ler; in der Neu­stadt wird in den Buch­hand­lun­gen Bal­ke und Bun­ten­tor gele­sen. Mit dem Wort „Nacht“ nicht ganz so genau nimmt es der Kell­ner-Ver­lag: Hier gibt Klaus Kell­ner bereits um 15 Uhr unter dem Titel „Vom Manu­skript zum Buch“ Ein­bli­cke in die Ver­lags­ar­beit.

Im Fin­dorf­fer Bücher­fens­ter sind um 19 Uhr Jür­gen und Mari­ta Alberts zu Gast, die Kri­mi-Duet­te aus ihrem Buch „Es muss nicht immer Mord sein“ lesen. Um 20 Uhr gibt es mit „Fah­ren­des Volk“ Pro­sa von Jut­ta Michels, um 21 Uhr Pro­sa von Phil­ipp Cypri­an.

In Bre­men-Nord betei­li­gen sich die Lesu­mer Lese­zeit, die Otto und Sohn Bücher­welt und die Blu­mentha­ler Bücher­stu­be an der Lite­ra­tur­nacht.

Und 2020? Wenn es nach Becker geht, sind neben den Ver­la­gen und Buch­hand­lun­gen dann auch noch Stra­ßen­bah­nen, Muse­en, Biblio­the­ken und ande­re Ein­rich­tun­gen mit von der Par­tie. Außer­dem sol­len neue Stadt­tei­le erreicht wer­den. Ein wei­te­rer Traum: die Ein­füh­rung des Bre­mer Buch­han­dels­prei­ses. Vor­bild ist die Lan­ge Nacht der Lite­ra­tur in Ham­burg. Die­se gibt es bereits seit sechs Jah­ren. Hier wer­den mitt­ler­wei­le mehr als 50 Buch­hand­lun­gen und lite­ra­ri­sche Orte bespielt. Für einen Aus­tausch hat Becker sich bereits mit der dor­ti­gen Initia­to­rin getrof­fen. „Auch Bre­men hat eine unglaub­lich gute Buch­han­del­struk­tur“, sagt sie; dar­um lägen ihr der unab­hän­gi­ge Buch­han­del und die hie­si­gen Ver­la­ge sehr am Her­zen. „Sie sind ein Kul­tur­gut, das man wert­schät­zen soll­te.“

Ver­an­stal­tung wächst schon die­ses Jahr
Becker hat bereits vor zwei Jah­ren den Grund­stein für die geplan­te Lan­ge Nacht der Lite­ra­tur gelegt: mit dem „Lite­ra­ri­schen Wel­len­bad“, einem Lite­ra­tur­abend, an dem sie­ben Autoren in drei Bre­mer Buch­hand­lun­gen zu Lesun­gen luden. Schon ein Jahr spä­ter wur­de dar­aus in Koope­ra­ti­on mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor unter dem Titel „Bre­men liest!“ die ers­te Bre­mer Lite­ra­tur­nacht, geför­dert von der Kul­tur­be­hör­de, der Lite­ra­tur­stif­tung und dem Bör­sen­ver­ein. Statt in drei Buch­hand­lun­gen gab es Pro­gramm in 14 unter­schied­li­chen Loca­ti­ons, trotz rela­tiv wenig Wer­bung kamen laut Becker zu eini­gen Lesun­gen mehr als 100 Besu­cher. Die­se Zah­len las­sen sich sehen, für Becker ist das aber noch nicht genug. „Wir hören nicht auf, bis ein Bus die Besu­cher von Ort zu Ort fährt“, sagt sie. „Wir wol­len wei­ter wach­sen.“

Ein biss­chen wächst die Ver­an­stal­tung schon in die­sem Jahr. Erst­mals gibt es im Rah­men der Lite­ra­tur­nacht ab 20 Uhr eine Offe­ne Büh­ne im Kul­tur­zen­trum Kuko­on. Mode­riert wird das Ange­bot von Sebas­ti­an But­te (Slam­mer Filet), musi­ka­li­sche Beglei­tung gibt es von der DJa­ne Gül­ba­har Kül­tür.

Zur Sache
40 Autoren und Offe­ne Büh­ne

Am 30. August fin­det in 17 Bre­mer Buch­hand­lun­gen und Ver­la­gen die 2. Bre­mer Lite­ra­tur­nacht „Bre­men liest!“ statt. 40 Autoren aus Bre­men und umzu geben hier­bei Ein­bli­cke in ihre Arbeit. Der Ein­tritt zu allen Ver­an­stal­tun­gen ist frei. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm unter www.bremenliest.de.

Im Kul­tur­zen­trum Kuko­on wird es ab 20 Uhr eine Offe­ne Büh­ne geben. Autoren und Sprach­künst­ler aller Alters­klas­sen kön­nen sich hier­für mit ihren Tex­ten anmel­den. Alle lite­ra­ri­schen Gat­tun­gen sind erlaubt, die Bei­trä­ge soll­ten nicht län­ger als sie­ben Minu­ten sein. Anmel­dun­gen für die Offe­ne Büh­ne bit­te bis zum 28. August an: regina.weber@literaturkontor-bremen.de.


Der Arti­kel wur­de ver­fasst von Alex­an­dra Knief
Erschie­nen ist er im Weser-Kurier, am 20.8.2019
Auch zu lesen unter: www.weser-kurier.de

Hier fin­den Sie in den Unter­ka­te­go­rien zum Einen Arti­kel über das Lite­ra­tur­kon­tor sowie über unse­re Ver­an­stal­tun­gen, die in der Pres­se erschie­nen sind. Zum Ande­ren gibt es Berich­te unse­rer Praktikant*innen zu aus­ge­such­ten Ver­an­stal­tun­gen.

Transkulturelles Blog-Projekt: Bremen & Kampala

Schrei­ben im trans­kul­tu­rel­len Raum / spaces of trans­cul­tu­ral wri­ting

vom 02. bis 31. Janu­ar 2015 (mit einer Lesung am 20. März 2015)

Mit Nora Bossong, Asi­im­we Debo­rah GKas­hu­gi, Niko­las Hop­pe, Nya­na Kako­ma, Jens Laloire & Sse­kan­di R Sse­gu­ja

Im Janu­ar 2015 tra­ten sechs jun­ge Gegenwartsautor*innen über eine Online-Platt­form in Aus­tausch, um über die Schreib­be­din­gun­gen in den Städ­ten Kam­pa­la und Bre­men zu berich­ten, sich über ihr Lite­ra­tur­ver­ständ­nis aus­zu­tau­schen und poe­to­lo­gi­sche Werk­statt­ge­sprä­che zu füh­ren.

Wäh­rend Nora Bossong, Niko­las Hop­pe und Jens Laloire die Han­se­stadt ver­tra­ten, berich­te­ten die Autor*innen Asi­im­we Debo­rah GKas­hu­gi, Nya­na Kako­ma und Sse­kan­di R Sse­gu­ja aus der Haupt­stadt Ugan­das. Mit ver­schie­de­nen For­ma­ten und Medi­en gaben sie einen Ein­blick in die Lite­ra­tur­sze­nen der bei­den Städ­te, erzähl­ten von ihrem Schrift­stel­ler­da­sein und setz­ten sich mit den ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten des Schrei­bens aus­ein­an­der.

Dar­über hin­aus wur­de der digi­tal geführ­te Aus­tausch von wei­te­ren Autor*innen bei­der Städ­te und Student*innen der Make­re Uni­ver­si­ty und der Uni­ver­si­tät Bre­men mit Kom­men­ta­ren beglei­tet. Ziel des Pro­jek­tes war es, gemein­sam das Por­trät einer Autoren­ge­nera­ti­on zu zeich­nen, für die das Schrei­ben in und zwi­schen trans­ver­sa­ler Urba­ni­tät einen zen­tra­len Stel­len­wert ein­nimmt.

Abge­schlos­sen wur­de das Pro­jekt, das bereits mit dem Sti­pen­di­um der Bre­mer Netz­re­si­denz aus­ge­zeich­net wur­de, am 20. März 2015 mit zwei zeit­glei­chen Lesun­gen in Kam­pa­la und Bre­men. An die­sem Abend stell­ten die Autor*innen ihre im Janu­ar ent­stan­den Tex­te dem Publi­kum live vor. Zudem tra­ten sie mit­ein­an­der über die 6000 Kilo­me­ter Ent­fer­nung hin­weg via Vide­o­live­schal­tung mit­ein­an­der ins Gespräch und berich­te­ten von ihren Erfah­run­gen.

Ein Pro­jekt des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tors und des vir­tu­el­len Lite­ra­tur­hau­ses Bre­men. In Koope­ra­ti­on mit dem Goe­the Insti­tut Kam­pa­la, der Uni­ver­si­tät Bre­men und der Make­re­re Uni­ver­si­ty. Geför­dert im Fond TURN der Kul­tur­stif­tung des Bun­des.

www.kampalawritesbremen.com

Hier ent­steht eine Über­sicht aller Pro­jek­te und Rei­hen, die das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor durch geführt hat. Es han­delt sich aus­schließ­lich um bereits abge­schlos­se­ne Pro­jek­te und Lese­rei­hen, die nicht mehr statt­fin­den.

Zu den Details der ein­zel­nen Projekte/Reihen gelan­gen Sie auch über die Unter­ka­te­go­rien im Menü.

Kam­pa­la (2015)

Vor­sai­son (2006 bis 2012)

wort:injektion (2011/12)

work in pro­gress (2007 bis 2009)

und wei­te­re

 

Texte für MiniLit gesucht

Seit über 5 Jah­ren geben wir die Mini­Lit-Hef­te raus, in denen wir Tex­te von jün­ge­ren Bre­mer Autor*innen (U 35/40) ver­öf­fent­li­chen. Mitt­ler­wei­le sind 12 Hef­te (und ein Mini­Lit-Spe­zi­al) erschie­nen – zuletzt Ende 2019 mit Tex­ten von Hel­ge Hom­mers und Jan Ewring­mann.

In die­sem Jahr wol­len wir noch ein wei­te­res Heft her­aus­ge­ben. Dafür suchen wir noch zwei Tex­te von Autor*innen, die noch kei­ne Erzählungen/Kurzgeschichten in der Rei­he ver­öf­fent­licht haben (kür­ze­re Tex­te in den Werk­statt­hef­ten sind aus­ge­nom­men).

Die Tex­te soll­ten in sich abge­schlos­sen (also kei­ne Roman­aus­zü­ge) und bis­her unver­öf­fent­licht sein und etwa eine Län­ge von 10.000 bis maxi­mal 18.000 Zei­chen haben – außer­dem soll­ten sie im Ide­al­fall bereits gründ­lich durch­ge­ar­bei­tet sein (auch wenn wir nach der Aus­wahl immer noch gemein­sam im Rah­men eines inten­si­ven Lek­to­rats an den Tex­ten arbei­ten).

Falls ihr also einen Text haben soll­tet, der in unse­re Mini­Lit-Rei­he pas­sen könn­ten, freu­en wir uns, wenn ihr uns die­sen per Mail schickt – und zwar an: jens.laloire@literaturkontor-bremen.de

Schreiben ist auch Handwerk‹

Foto: Lui Kohlmann
Foto: Lui Kohl­mann

Bre­men - Robin­son Cru­soe, der wohl berühm­tes­te Bre­mer der Lite­ra­tur­ge­schich­te, mach­te weni­ger mit Erzäh­lun­gen aus dem Rats­kel­ler von sich reden als mit einer Art kolo­nia­lem Pro­jekt auf einer ein­sa­men Insel. Gebo­ren war er in Eng­land als Sohn eines migrier­ten Bre­mer Kauf­manns.

Ande­re der Stadt ver­bun­de­ne lite­ra­ri­sche Per­sön­lich­kei­ten, fik­ti­ve wie rea­le, ver­brach­ten Tei­le ihres Lebens an der Weser, um spä­ter in Ber­lin oder anders­wo von sich reden zu machen. Sven Rege­ner zum Bei­spiel. Den­noch gibt es in der Han­se­stadt natür­lich Men­schen, die schrei­ben. Um die küm­mert sich seit 1983 das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor. Seit Anfang des Jah­res lei­tet Jens Laloire die Ein­rich­tung. Uns hat er erklärt, was die Lite­ra­tur­sze­ne kann und braucht.

Ist Bre­men eine Lite­ra­tur­stadt?

Es gibt eine gro­ße, viel­fäl­ti­ge Sze­ne mit Men­schen, die schrei­ben. Es sind nicht so sehr die gro­ßen Namen, die man sofort mit der Stadt ver­bin­det, des­we­gen gibt es auch weni­ger Hier­ar­chien. Bre­men zeich­net sich auf jeden Fall durch vie­le klei­ne und nicht so klei­ne Buch­hand­lun­gen aus. Und durch Fes­ti­vals wie Poe­try on the road, die Glo­ba­le, die Lite­ra­ri­sche Woche und die Lite­ra­Tour Nord, von der Bre­men ein Teil ist. Außer­dem hat nicht jede Stadt eine so gro­ße, schö­ne Stadt­bi­blio­thek. Und es gibt den Bre­mer Lite­ra­tur­preis, einer der wich­tigs­ten in Deutsch­land.

Das ist die Infra­struk­tur. Gro­ße Lite­ra­ten leben nicht vie­le in Bre­men, oder?

Es gibt durch­aus Autoren, die in Bre­men leben. Die Stadt ist im Bereich Kin­der- und Jugend­li­te­ra­tur gut auf­ge­stellt: Anke Bär, Anna Lott und Jörg Iser­mey­er publi­zie­ren bei renom­mier­ten Ver­la­gen und sind über­re­gio­nal bekannt. David Safier lebt in Bre­men. Jür­gen Alberts kennt man im Kri­mi­be­reich.

Wie macht sich Ihre Arbeit in der Stadt bemerk­bar?

Anders als klas­si­sche Lite­ra­tur­häu­ser laden wir weni­ger Autoren von außer­halb ein. Schwer­punkt ist die loka­le Sze­ne und die Arbeit mit jun­gen Autoren. Wir ver­an­stal­ten aber auch Lesun­gen mit eta­blier­ten Schrift­stel­lern, bie­ten Schreib­werk­stät­ten und Work­shops an, unter­stüt­zen Autoren mit den Bre­mer Buch­pre­mie­ren. Und wir arbei­ten mit den Lite­ra­tur­fes­ti­vals zusam­men.

Kann man die Erfol­ge Ihrer Arbeit auch sehen?

Wir haben immer­hin elf Aus­ga­ben der Mini­Lit-Serie her­aus­ge­bracht – das ist schon etwas, da bil­det sich die jun­ge Sze­ne ab. Die 30 bis 35 Buch­pre­mie­ren im Jahr kön­nen sich auch sehen las­sen. Und es gibt Autoren, die hier ange­fan­gen und sich ent­wi­ckelt haben, wie Phil­ipp Böhm, der in die­sem Jahr sein Roman­de­büt „Schel­len­mann“ im Ber­li­ner Ver­bre­cher-Ver­lag ver­öf­fent­licht hat. Böhm hat vor fünf Jah­ren zum ers­ten Mal öffent­lich in der Rei­he Dop­pel­pack gele­sen, die das Lite­ra­tur­kon­tor in der Dete ver­an­stal­tet hat. Und sein Text im Mini­Lit-Heft war im Grun­de genom­men der Aus­gangs­text für den Roman. Imke Mül­ler-Hell­mann, die mit „Leu­te machen Klei­der“ bekannt gewor­den ist, und Katha­ri­na Mevis­sen haben an Work­shops des Lite­ra­tur­kon­tors teil­ge­nom­men.

Böhm und Mevis­sen leben heu­te in Ber­lin.

Das Risi­ko, dass Leu­te Bre­men ver­las­sen, ist natür­lich da. Städ­te wie Ber­lin haben mehr Ver­la­ge, mehr Leu­te – es gibt ver­schie­de­ne Argu­men­te. Aber man­che blei­ben ja auch da.

Was fehlt Bre­men denn, um Autoren zu hal­ten?

Es fehlt zum Bei­spiel eine Lite­ra­tur­zeit­schrift, die es mit dem „Stint“ ein­mal gege­ben hat. Das wür­de ich gern wie­der­be­le­ben. Ein ech­tes Lite­ra­tur­haus wäre auch gut. Ein Ort, wo man weiß: Da gibt es Lite­ra­tur. Han­no­ver, Ham­burg und vie­le ande­re, auch klei­ne­re Städ­te haben so einen Ort, Bre­men nicht. Das Lite­ra­tur­kon­tor hat ein Büro und einen über­schau­ba­ren Etat. Ich habe mehr Stun­den bei der Kul­tur­be­hör­de gefor­dert, bevor ich im Lite­ra­tur­kon­tor ange­fan­gen habe. Vor der Wahl wur­de mir mehr Geld für Pro­jek­te in Aus­sicht gestellt. Was dar­aus wird, weiß ich natür­lich nicht. Bre­men möch­te sich für das Jahr 2023 als „City of Lite­ra­tu­re“ bewer­ben. Viel­leicht bekom­men wir in die­sem Rah­men wie­der eine Lite­ra­tur­zeit­schrift. Ich glau­be, per­spek­ti­visch gibt es gute Chan­cen, die Fra­ge ist nur, wann.

Sie haben schon von Lite­ra­tur­häu­sern gespro­chen – Bre­men hat immer­hin ein vir­tu­el­les. Ist das ein Ersatz?

Das vir­tu­el­le Lite­ra­tur­haus bie­tet neben einem Lite­ra­tur­ka­len­der, einem Audio-Archiv, einer Autoren­da­ten­bank auch das ein­zi­ge Resi­denz­pro­gramm für Autoren in Bre­men. Es wäre übri­gens auch durch­aus sinn­voll über ein Stadt­schrei­ber­pro­gramm nach­zu­den­ken. Aber das vir­tu­el­le Lite­ra­tur­haus macht eine tol­le Arbeit. Die Kapa­zi­tä­ten sind auch da aber sehr begrenzt. Das kann ein rea­les Lite­ra­tur­haus nicht erset­zen, weil es kein Ort für Ver­an­stal­tun­gen ist.

Fehlt Bre­men auch ein Stu­di­en­gang für lite­ra­ri­sches Schrei­ben?

Ich bin ganz all­ge­mein der Ansicht, dass es davon mehr geben soll­te. Im angel­säch­si­schen Raum ist das gang und gäbe. In Deutsch­land pflegt man noch die­sen Genie­ge­dan­ken, glau­be ich, dass man Schrei­ben nicht ler­nen kann. Aber dass es auch ein Hand­werk ist, wird nicht gese­hen.

Haben Sie auch schon neue Pro­jek­te ange­scho­ben?

Neu ist die Rei­he „Out Loud“, in der wir Autorin­nen mit star­ken The­men wie Migra­ti­on, Inklu­si­on oder Anti­se­mi­tis­mus ein­la­den. Da geht es eher um lite­ra­ri­sche Sach­bü­cher als um Bel­le­tris­tik. Der Hin­ter­grund ist, dass vie­le Autoren auf ihren Lese­rei­sen nicht in Bre­men halt­ma­chen. Das wol­len wir zumin­dest ein biss­chen ändern. Außer­dem waren wir unter ande­rem im Juni und Juli mit Lesun­gen und einem Stand beim Bre­mer Zine-Fes­ti­val am Güter­bahn­hof und auf der Bre­mi­na­le. Ich möch­te in sol­chen Zusam­men­hän­gen prä­sent sein und koope­rie­ren, um auch ein ande­res Publi­kum zu errei­chen.


Das Inter­view führ­te Rolf Stein
Arti­kel erschie­nen in der Syker Kreis­zei­tung, am 22.8.2019
Auch zu lesen unter: www.kreiszeitung.de

Bremen liest!‹ — 2. Bremer Literaturnacht

Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Wel­len­schlag Text- und Ver­lags­kon­tor prä­sen­tie­ren
die 
2. Bre­mer Lite­ra­tur­nacht ›Bre­men liest‹ 

Ein lite­ra­ri­sches Spek­ta­kel der beson­de­ren Art!

Nach dem gro­ßen Erfolg im ver­gan­ge­nen Jahr fin­det auch 2019 eine lan­ge Nacht der Lite­ra­tur in Bre­men statt. In die­sem Jahr neh­men über 40 Autorin­nen und Autoren aus der Regi­on und 17 Buch­hand­lun­gen und Ver­la­ge teil. Damit ist das Fest im Ver­gleich zum Vor­jahr gewach­sen und kann ein noch umfang­rei­che­res Pro­gramm für gro­ße und klei­ne Leser*innen anbie­ten.

Ob in Fin­dorff, in der Neu­stadt, im Vier­tel oder auch in Bre­men-Nord: Alle, die von Lite­ra­tur begeis­tert sind, kön­nen am
Frei­tag, den 30. August, ab 15 Uhr
durch Bre­men radeln oder bum­meln und zahl­rei­che Lesun­gen in ver­schie­de­nen Buch­hand­lun­gen genie­ßen.

Die Buch­hand­lun­gen öff­nen ihre Türen bis in die spä­ten Abend­stun­den und Bre­mer Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler prä­sen­tie­ren in halb­stün­di­gen Lesun­gen Kurz­ge­schich­ten, Gedich­te, Kri­mi-Erzäh­lun­gen, Kin­der- und Künst­ler­bü­cher, poli­ti­sche Tex­te, Expe­ri­men­tel­les, Auto­bio­gra­phi­sches und vie­les mehr.

Auch die­je­ni­gen, die immer schon mal Ein­blick in die Arbeit eines Ver­la­ges erhal­ten woll­ten, kom­men an die­sem Abend auf ihre Kos­ten.

Neu in die­sem Jahr — Offe­ne Büh­ne im Kuko­on

Das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor lädt ins Kul­tur­zen­trum Kuko­on zu einer Offe­nen Büh­ne ein (Beginn: 20 Uhr), die von Sebas­ti­an But­te (Slam­mer Filet) mode­riert und von DJa­ne Gül­ba­har Kül­tür musi­ka­lisch beglei­tet wird.
Im Anschluss an die Offe­ne Büh­ne sind alle Besucher*innen ab 23 Uhr herz­lich ein­ge­la­den, im Kuko­on die 2. Bre­mer Lite­ra­tur­nacht gemein­sam aus­klin­gen zu las­sen, wäh­rend  Gül­ba­har Kül­tür noch ent­spann­te Musik auf­legt.

Um 20:30, 21:30 und 22:30 Uhr steht die Offe­ne Büh­ne jeweils für eine hal­be Stun­de inter­es­sier­ten Autor*innen und Sprachkünstler*innen aller Alters­klas­sen offen. Ob kri­tisch, hei­ter, gewitzt oder bit­ter­bö­se, ob Gedicht, Kurz­ge­schich­te, Slam-Poem, Mini-Mono­log, Kurz­essay oder Pro­sa-Minia­tur – solan­ge die Bei­trä­ge nicht mehr als sie­ben Minu­ten Vor­trags­zeit in Anspruch neh­men, sind alle lite­ra­ri­schen Gat­tun­gen und Gen­res erlaubt und erwünscht. Ins­ge­samt steht die Offe­ne Büh­ne an die­sem Abend bis zu 12 Teilnehmer*innen offen (maxi­mal 4 pro Abschnitt).

Jeweils in den Pau­sen und nach der Offe­nen Büh­ne legt DJa­ne Gül­ba­har Kül­tür ent­spann­te Musik in gedämpf­ter Laut­stär­ke auf.

Anmel­dun­gen für die Offe­ne Büh­ne bit­te bis zum 28. August an:
Regi­na Weber regina.weber@literaturkontor-bremen.de

Ablauf der Offe­nen Büh­ne

ab 20 Uhr Musik mit DJa­ne Gül­ba­har Kül­tür

Offe­ne Büh­ne jeweils von

20:30 — 21:00 Uhr

21:30 — 22:00 Uhr

22:30 — 23:00 Uhr

Jeweils in den Pau­sen und ab 23 Uhr: Musik mit DJa­ne Gül­ba­har Kül­tür

Ver­an­stal­ter von “Bre­men liest” sind auch in die­sem Jahr das Wel­len­schlag Text- und Ver­lags­kon­tor und das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor, in Koope­ra­ti­on mit dem Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels Nord und dem Lite­ra­tur­haus Bre­men (virt.). ›Bre­men liest!‹ wird geför­dert vom Bre­mer Sena­tor für Kul­tur und der Lite­ra­tur­stif­tung Bre­men.

Das kom­plet­te Pro­gramm von “Bre­men liest” ist zu fin­den unter www.bremenliest.de

Kon­takt
Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor, Jens Laloire: info@literaturkontor-bremen.de
Wel­len­schlag – Text und Ver­lags­kon­tor, Gabrie­le Becker: info@wellenschlag-verlag.de

Work in Progress: Im Steinbruch der Literatur

In der Rei­he ›work in pro­gress‹, die das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor in Koope­ra­ti­on mit der Stadt­bi­blio­thek 2007 ins Leben geru­fen hat, gab es 2009 unter dem Titel ›Im Stein­bruch der Lite­ra­tur‹ monat­lich eine Ver­an­stal­tung in der Kri­mi­bi­blio­thek, in der jeweils ein oder zwei Bre­mer Autoren gemein­sam mit dem Publi­kum eine all­ge­mein bekann­te Geschich­te – sei es Mythos, Mär­chen oder klas­si­scher Text – vari­ier­ten, aktua­li­sier­ten oder kor­ri­gier­ten.
Dem Publi­kum bot sich ›Im Stein­bruch der Lite­ra­tur‹ die Gele­gen­heit, aktiv an der Ver­än­de­rung eines Klas­si­kers teil­zu­ha­ben sowie den Ent­ste­hungs­pro­zess eines Stof­fes von der Skiz­ze bis zur End­ver­si­on mit­zu­er­le­ben.

Die Tandem-Lesereihe ›wort:injektion‹

Mit der Lese­rei­he ›wort:injektion‹ expor­tier­te das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor jun­ge Lite­ra­tur nach Ber­lin und hol­te gleich­zei­tig jun­ge Lite­ra­tur aus der Haupt­stadt nach Bre­men. Das Kon­zept von ›wort:injektion‹ blieb bewusst offen für unter­schied­li­che Arten des lite­ra­ri­schen Schaf­fens und der Prä­sen­ta­ti­on. Im Vor­der­grund stan­den das Inter­es­se am künst­le­ri­schen Aus­tausch und die gegen­sei­ti­ge Befruch­tung der Lite­ra­tur­sze­nen. Über­ge­ord­ne­tes Ziel war eine städ­te­über­grei­fen­de Ver­net­zung von Autor*innen, Veranstalter*innen, Lese­büh­nen und Publi­kum. Pro Tan­dem fan­den zwei gemein­sa­me Lesun­gen statt, eine in der Medi­en­coop Bre­men und eine in der Let­t­ré­ta­ge, dem jun­gen Lite­ra­tur­haus in Ber­lin-Kreuz­berg.
Im Juni 2011 star­te­te die Lese­rei­he mit Imke Mül­ler-Hell­mann (Bre­men) und Mar­tin Spieß (Ber­lin). 2012 bil­de­ten Tom Bre­se­mann (Ber­lin) und Artur Becker (Bremen/Verden) das Tan­dem.
Die Wort:injektion 2012 wur­de von der Robert Bosch Stif­tung geför­dert, Koope­ra­ti­ons­part­ner war die Bre­mer Lan­des­ver­tre­tung in Ber­lin.

Vorsaison

Mit der Lese­rei­he ›Vor­sai­son‹ för­der­te das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor in den Jah­ren 2006 bis 2012 in Koope­ra­ti­on mit dem Ver­ein ›work­shop lite­ra­tur‹ jun­ge Bre­mer Autor*innen und beglei­te­te sie pro­fes­sio­nell auf dem Weg in die Öffent­lich­keit. Nach­wuchs­schrei­ben­de stell­ten drei- bis vier­mal jähr­lich ihre Tex­te im Café Ambi­en­te vor. Zusätz­lich zu der Abend­ver­an­stal­tung bot ein vor­an­ge­gan­ge­ner kos­ten­lo­ser Zwei-Tage-Work­shop den jun­gen Autorin­nen und Autoren die Mög­lich­keit, an ihren Tex­ten und ihrer Lese­per­for­mance zu fei­len.
Die Autorin Jani­ne Lancker beglei­te­te die ›Vor­sai­son‹. Die Lese­rei­he rich­te­te sich an jun­ge Autorin­nen und Autoren die in der Regel das Alter von 30 Jah­ren noch nicht über­schrit­ten hat­ten. Als Tex­te kamen Kurz­ge­schich­ten, Gedich­te, Aus­zü­ge län­ge­rer Arbei­ten sowie expe­ri­men­tel­le Pro­sa in Fra­ge.

Fotos von links oben nach rechts unten: Joachim Gern, Dominik Butzmann, H. Henkensiefken/www.pixxwerk.de und Jasmin Schreiber
Fotos von links oben nach rechts unten: Joa­chim Gern, Domi­nik Butz­mann, H. Henkensiefken/www.pixxwerk.de und Jas­min Schrei­ber

OUT LOUD ist die Bre­mer Lese­büh­ne für Autorin­nen mit beson­de­ren, muti­gen und bewe­gen­den The­men. Seit August 2019 steht jeden Monat ein neu­es The­ma und eine neue Autorin im Mit­tel­punkt auf der Büh­ne im Kul­tur­zen­trum Lager­haus. Bei  OUT LOUD wer­den Autorin­nen laut, die mit ihren Büchern Tabus auf­bre­chen, Debat­ten ansto­ßen und zum Nach­den­ken anre­gen.

In der lau­fen­den Run­de sind zu Gast: Ste­fa­nie de Velas­co (›Kein Teil der Welt‹), Jana Hen­sel (›Wie alles anders bleibt‹), Ali­ce Has­ters (›Was wei­ße Men­schen nicht über Ras­sis­mus hören wol­len‹) und Jas­min Schrei­ber (›Maria­nen­gra­ben‹).

Bei OUT LOUD ist das Publi­kum Teil der Ver­an­stal­tung und kann live — über digi­ta­le Betei­li­gungs­tools — an der Dis­kus­si­on teil­ha­ben, Fra­gen ein­brin­gen und Feed­back geben. Das heißt, dass alle Gäs­te nicht nur zuhö­ren, son­dern auch mit­re­den kön­nen. Alles, was man dafür braucht, ist ein Ticket für die jewei­li­ge Ver­an­stal­tung und ein inter­net­fä­hi­ges Smart­pho­ne. Wer kein eige­nes Smart­pho­ne besitzt, kann sich auch über das Smart­pho­ne sei­ner Sitznachbar*innen oder ein Leih-Smart­pho­ne in die Ver­an­stal­tung ein­brin­gen!

OUT LOUD ist eine Ver­an­stal­tung des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tors und wird geför­dert durch die VGH-Stif­tung, die Karin und Uwe Hol­lweg Stif­tung, die Wal­de­mar-Koch-Stif­tung, den Sena­tor für Kul­tur und prä­sen­tiert von Bre­men Zwei.

Ver­an­stal­tungs­ort
Kul­tur­zen­trum Lager­haus, Schild­str. 12–19, 28203 Bre­men

Tickets
10 Euro / 8 Euro zzgl. VVK-Gebühr bei Tixf­or­Gigs und unter www.outloud-bremen.de // Abend­kas­se: 12 / 10 Euro

Gebär­den­sprach­dol­met­sche­rin­nen
Bei Bedarf und nach vor­he­ri­ger Anmel­dung bei kontakt@outloud-bremen.de wer­den die Ver­an­stal­tun­gen simul­tan in Gebär­den­spra­che über­setzt.

KONTAKT
Katha­ri­na Mild
Tele­fon: 0421 / 16108151
Mobil: 0176 / 61158046
E‑Mail: kontakt@outloud-bremen.de

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter: www.outloud-bremen.de

TERMINE

Foto: Lars Mensel
Foto: Lars Men­sel

JULIA KORBIKSTAND UP. FEMINISMUS FÜR ALLE

Brau­chen wir heu­te über­haupt noch Femi­nis­mus? In »Stand up. Femi­nis­mus für alle« (Kein & Aber, 2019) gibt Julia Kor­bik die Ant­wort: Solan­ge Hei­di Klum im Fern­se­hen ihre dres­sier­ten Mäd­chen vor­führt, solan­ge die sozia­len Medi­en alte Rol­len­bil­der wie­der neu bele­ben und Mäd­chen den­ken, es sei wich­ti­ger, hübsch als klug zu sein, solan­ge die Zahl der Schön­heits­ope­ra­tio­nen wei­ter wächst, solan­ge Frau­en für die glei­che Arbeit weni­ger Geld bekom­men als Män­ner – so lan­ge ist nicht alles gut.

Bei OUT LOUD liest Julia Kor­bik aus ihrem Buch und spricht mit uns über Gleich­be­rech­ti­gung, Soli­da­ri­tät und „Femi­nis­mus für alle“.

Don­ners­tag, 27. August 2020 | 19:30 Uhr | Kul­tur­zen­trum Lager­haus

Tickets: 10 Euro / 8 Euro (zzgl. VVK-Gebühr)

 

Foto: privat
Foto: pri­vat

PAULA IRMSCHLERSUPERBUSEN

Gise­la zieht nach Chem­nitz, um neu anzu­fan­gen. End­lich stu­die­ren, sich fin­den, weg von der Fami­lie und all den ande­ren Men­schen, die sie nicht ver­steht und die sie nicht ver­ste­hen. Doch in Chem­nitz gibt es die Freun­din­nen, die die Welt nicht so akzep­tie­ren wol­len wie sie ist. Zusam­men gehen sie auf Demons­tra­tio­nen, betrin­ken sich, ver­su­chen, über die Run­den zu kom­men und grün­den eine Band: Super­bu­sen. Bei ihren Kon­zer­ten ent­de­cken sie das ers­te Mal das Kon­strukt Ost und West, was sie als Frau­en zusam­men­hält und trennt und die Macht der Musik.

Bei OUT LOUD liest Pau­la Irm­sch­ler aus ihrem Roman »Super­bu­sen« (Claas­sen, 2020) und spricht mit uns über Chem­nitz, Musik und Anders­sein.

Don­ners­tag, 18. Sep­tem­ber 2020 | 19:30 Uhr | Kul­tur­zen­trum Lager­haus

Tickets: 10 Euro / 8 Euro (zzgl. VVK-Gebühr)

 

Foto: H. Henkensiefken / www.pixxwerk
Foto: H. Hen­ken­sief­ken / www.pixxwerk

ALICE HASTERSWAS WEISSE MENSCHEN NICHT ÜBER RASSISMUS HÖREN WOLLEN (ABER WISSEN SOLLTEN)

»Aber wo kommst du wirk­lich her?«, »Darf ich dei­ne Haa­re anfas­sen?« und »Scho­ko­ba­bys sind so nied­lich« – Ras­sis­mus ist tief in unse­ren Köp­fen ver­an­kert. Ali­ce Has­ters beschreibt in ihrem Buch »Was wei­ße Men­schen nicht über Ras­sis­mus hören wol­len« (han­ser­blau, 2019), was es bedeu­tet, heu­te als Schwar­ze Frau in Deutsch­land zu leben, war­um nicht nur Skin­heads mit Sprin­ger­stie­feln Ras­sis­ten sein kön­nen, was man gegen eige­ne blin­de Fle­cken tut und wie ein offe­ner Umgang mit­ein­an­der aus­sieht.

Bei OUT LOUD liest Ali­ce Has­ters aus ihrem Buch und spricht mit uns über Ras­sis­mus, sei­ne Erschei­nungs­for­men und Wege, ihn zu über­win­den.

Frei­tag, 23. Okto­ber 2020 | 19:30 Uhr | Kul­tur­zen­trum Lager­haus

Tickets: 10 Euro / 8 Euro (zzgl. VVK-Gebühr)

 

Foto: Sibylle Baier
Foto: Sibyl­le Bai­er

CHRISTINA CLEMMAKTENEINSICHT

Gewalt gegen Frau­en ist ein all­täg­li­ches Phä­no­men, auch wenn sie nur sel­ten öffent­lich wird. Nach den neu­es­ten Zah­len des BKA ist jede drit­te Frau in Deutsch­land von phy­si­scher und/oder sexua­li­sier­ter Gewalt betrof­fen. In »Akten­Ein­sicht« (Ant­je Kunst­mann, 2020) erzählt die Straf­rechts­an­wäl­ting Chris­ti­na Clemm empa­thisch und unpa­the­tisch, wel­che Lebens­ge­schich­ten sich hin­ter die­ser erschre­cken­den Zahl ver­ber­gen und ver­mit­telt über­ra­schen­de, teils erschre­cken­de Ein­sich­ten in die Arbeit von Jus­tiz und Poli­zei.

Bei OUT LOUD liest Chris­ti­na Clemm aus ihrem Buch und spricht mit uns über Gewalt in unse­rer Gesell­schaft und ihre Erfah­run­gen in der Arbeit mit Betrof­fe­nen, der Poli­zei und vor Gericht.

Don­ners­tag, 26. Novem­ber 2020 | 19:30 Uhr | Kul­tur­zen­trum Lager­haus

Tickets: 10 Euro / 8 Euro (zzgl. VVK-Gebühr)

 

Foto: Jasmin Schreiber
Foto: Jas­min Schrei­ber

JASMIN SCHREIBERMARIANENGRABEN

Der Tod hat es Jas­min Schrei­ber ange­tan. Seit Jah­ren bloggt die Autorin über das Ster­ben (»Ster­ben üben«), ehren­amt­lich beglei­tet sie tod­kran­ke Men­schen und foto­gra­fiert Ster­nen­kin­der. Jetzt hat sie ihren ers­ten Roman geschrie­ben. Und auch in »Maria­nen­gra­ben« (Eich­born, 2020) geht es um den Umgang mit dem Tod. Aber noch viel mehr ums Leben. Eine berüh­ren­de Geschich­te, Dia­lo­ge voll schrä­gem Humor und eine Rei­se zwei­er grund­ver­schie­de­ner Men­schen, die uns vom tiefs­ten Grund des see­li­schen Mee­res an die Ober­flä­che, ans Licht führt.

Bei OUT LOUD liest Jas­min Schrei­ber aus ihrem Debüt­ro­man und spricht mit uns über den Tod, das Ster­ben und das Leben.

Mitt­woch, 9. Dezem­ber 2020 | 19:30 Uhr | Kul­tur­zen­trum Lager­haus

Tickets: 10 Euro / 8 Euro (zzgl. VVK-Gebühr)

 

www.outloud-bremen.de

Liste aller Preisträger*innen des Bremer Autorenstipendiums

2019: Lau­ra Mül­ler-Hen­nig & Anne­gret Ach­ner

2018: Hel­ge Hom­mers & Jörg Kasi­mir

2017: Mar­ti­na Rapp & Hans-Her­mann Mahn­ken

2016: Sabi­ne Breit­bach & Bet­ti­na Beut­ler-Prahm

2015: Katha­ri­na Mevis­sen & Gia­na Lan­ge

2014: Phil­ipp Böhm & Ben­ja­min Tiet­jen

2013: Nico­le­ta Crai­ta Ten’o & Bet­ty Kolod­zy

2012: Rena­te Ulle­rich & Jan­ko Mark­lein

2011: Corin­na Ger­hards & Fabi­an Hisch­mann

2010: Chris­ti­na Böhm & Tors­ten Wohl­le­ben

2009: Anto­nia Bont­sche­va-Sode­mann & Niko­las Hop­pe

2008: Imke Mül­ler-Hell­mann & Ronald Fri­cke-Rich­ter

2007: Frau­ke Röhrs & Iris Anna Otto

2006: Ulri­ke Klei­nert & Peter Holz

2005: Nali­ni Bhat & Mar­tin Brink­mann

2004: Tim Scho­ma­cker & Andre­as Calic

2003: nicht ver­ge­ben

2002: Sabi­ne Schiff­ner & Kirs­ten Steppat

2001: Nora Bossong & Eli­sa­beth Gän­ger

2000: Mar­lis Thiel & Colin Bött­ger

1999: Vera Kis­sel & Malin Schwer­dt­fe­ger

1998: Ange­li­ka Sinn & Peter König

1997: Artur Becker & Will Gmeh­ling

1996: Hei­de­lo­re Klu­ge & Ria Neu­mann

1995: Kat­rin Aumann & Cor­ne­lia Kurth

1994: Uli Lehn­hof & Andre­as Klee & Julia Schöb

1993: Kurt Dra­wert & Nicho­las Hau­se

1992: Peter Abrom­eit & Dierk Roh­den­burg

1991: Gott­hard Kup­pel & Tho­mas Vanes­ta

1990: Jür­gen Dier­king & Johann P. Tam­men

1989: Anna Dross & Elvi­ra Noa*

1987: Inge Back­haus & Anto­nia Lou­ka­k­ou

1985: Libu­se Moni­ko­vá & Gerald Sam­met

1983: Axel Sve­h­la & Uwe Herkt

1981: Elfi Har­ten­stein &Ursel Haber­mann

1979: Peter Kuh­wei­de & Urs Leder­ger­ber & Ger­hard Ochs

*zwi­schen 1979 & 1989 nur alle 2 Jah­re ver­ge­ben

Aus­zü­ge der Gewin­nertex­te der ver­gan­ge­nen Jah­re fin­den Sie hier»

Offene Schreibzeit mit der Autorin Jutta Reichelt

Zur­zeit läuft die Offe­ne Schreib­zeit als offe­ne vir­tu­el­le Schreib­werk­statt auf Jut­ta Rei­chelts Blog. Dort bie­tet die Autorin zwei­mal wöchent­lich Schreib­an­re­gun­gen und tauscht sich mit den Teilnehmer*innen ihrer Schreib­werk­statt über das Schrei­ben aus.

 

Die ›Offe­ne Schreib­zeit‹ ist eine Ein­la­dung an alle, die vor allem eins möch­ten: Schrei­ben! Alles ande­re spielt kei­ne Rol­le: Kri­mi oder Kurz­ge­schich­te, auto­bio­gra­phisch oder fik­tiv, kei­ne oder gro­ße Schrei­ber­fah­rung. Alle, die Lust aufs Schrei­ben haben, sind herz­lich will­kom­men! Wer möch­te, erhält eine Schreib­an­re­gung und jeweils in der letz­ten Stun­de gibt es die Mög­lich­keit zum Vor­le­sen und Aus­tausch – aber man kann auch frü­her gehen oder spä­ter kom­men: Alles ist erlaubt und eine Anmel­dung ist nicht nötig!

Immer am 3. Frei­tag im Monat, jeweils von 16–20 Uhr
Ort: Vil­la Ichon, Raum 2, Goe­the­platz 4, 28203 Bre­men
Kos­ten: 5–20 Euro (nach eige­ner Einschätzung/
für Mit­glie­der des Lite­ra­tur­kon­tors ist die Teil­nah­me frei)
Wei­te­re Infos unter: Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor,  info@literaturkontor-bremen.de, 0421–327943 oder Jut­ta Rei­chelt juttareichelt@aol.com
Ein gemein­sa­mes Pro­jekts des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tors und der Autorin Jut­ta Rei­chelt.

Stil — Figur — Plot — Das Spannungsfeld des Erzählens

Foto: Blaise Bougois
Foto: Blai­se Bou­go­is

Jede Geschich­te hat einen indi­vi­du­el­len Stil, eine Hand­lung und ein Figu­ren­en­sem­ble. Die­se Ele­men­te wir­ken auf­ein­an­der, bedin­gen sich gegen­sei­tig und machen im Wesent­li­chen aus, was uns an einer Erzäh­lung fes­selt. Doch ver­ste­he ich die­se Wech­sel­wir­kun­gen? Was kann ich tun, um die ein­zel­nen Ele­men­te aus­zu­ar­bei­ten und zu schär­fen?

In die­sem Wochen­end­se­mi­nar schau­en wir uns Metho­den an, die hel­fen, die­se ein­zel­nen Aspek­te zu erfas­sen und tie­fer zu durch­drin­gen. Von den Grund­la­gen der Figu­ren­ge­stal­tung, über den Arche­plot bis zur außer­ge­wöhn­li­chen Spra­che gibt es Werk­zeu­ge, um ein Buch­pro­jekt oder eine Geschich­te in den Griff zu bekom­men und ihr mehr Tie­fe zu ver­lei­hen. Wir reden bei Bedarf auch über Chan­cen im Buch­markt und die Bedin­gun­gen, die ein Manu­skript und Expo­sé erfül­len muss, um einen Ver­lag oder eine Agen­tur zu begeis­tern.

Ter­min: 9. und 10. Novem­ber 2019, 10–17 und 10–15 Uhr

Der Work­shop wird orga­ni­siert durch das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und ist für Mit­glie­der des Ver­eins kos­ten­los. Ande­re Bremer*innen zah­len 25,- Euro Unkos­ten­pau­scha­le.

Maxi­mal 10 Teilnehmer*innen

Mei­ke Dan­nen­berg , geb. 1974 in Bre­men, auf­ge­wach­sen im Ham­bur­ger Schan­zen­vier­tel, stu­dier­te ange­wand­te Kul­tur­wis­sen­schaf­ten in Lüne­burg. Wäh­rend des Stu­di­ums betreu­te sie eine Lite­ra­tur­sen­dung und begann unter ande­rem Lite­ra­tur­kri­ti­ken, Rei­se­re­por­ta­gen, Restau­rant­be­spre­chun­gen und zahl­rei­che Lie­bes­ge­schich­ten zu ver­öf­fent­li­chen. 2010 wur­de sie Redak­teu­rin des BÜCHER­ma­ga­zins und dort auch ver­ant­wort­lich für die Spar­te Kri­mi. Sie betreu­te das Son­der­heft ›Kin­der­BÜ­CHER‹ und wur­de dafür zwei Mal für den avj-Medi­en­preis nomi­niert. Mei­ke Dan­nen­berg wohnt mit ihrer Fami­lie in Bre­men. Nach dem Erfolg ihres ers­ten Kri­mi­nal­ro­mans  Blu­men­kin­der (2016) erschien im Febru­ar 2019 zwei­te Band der Rei­he Gefähr­det  bei Ran­dom House/btb 

So 20. Januar

Nino Haratischwili Foto: Danny Merz
Nino Hara­ti­sch­wi­li
Foto: Dan­ny Merz

Nino Hara­ti­sch­wi­li: ›Die Kat­ze und der Gene­ral‹
Mode­ra­ti­on: Prof. Dr. Axel Dun­ker
Lite­ra­Tour Nord 2018/2019
Ver­an­stal­ter: Uni­ver­si­tät Bre­men, Buch­hand­lung Geist, Café Ambi­en­te und Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor
20 Uhr
Café Ambi­en­te, Oster­deich 69a
Ein­tritt 8,- € / erm. 6,- €, Kar­ten­vor­be­stel­lung: 0421–327173 (Buch­hand­lung Geist)
www.literatournord.de
Die Lesung ist bereits aus­ver­kauft. Mit­glie­der des Lite­ra­tur­kon­tors, die ihre  Mög­lich­keit des frei­en Ein­tritts nut­zen möch­ten, mögen bit­te 20 — 30 Minu­ten vor Beginn der Lesung ins Ambi­en­te kom­men, da es sonst kei­ne Sitz­platz­ga­ran­tie gibt (bit­te unbe­dingt an den Mit­glieds­aus­weis den­ken!).

Do 24. Januar 2019

Das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor prä­sen­tiert:
›Digi­tal ist bes­ser?!‹

Offe­ne Büh­ne mit Tex­ten zum The­ma Digi­ta­li­sie­rung
Mode­ra­ti­on: Jens Laloire
Musik: DJ Smigg
43. Lite­ra­ri­sche Woche Bre­men
In Koope­ra­ti­on mit der Rudolf-Alex­an­der-Schrö­der-Stif­tung und dem Kul­tur­zen­trum Kuko­on
20.30 Uhr, Kul­tur­zen­trum Kuko­on, Bun­ten­tor­stein­weg 29
Anmel­dun­gen zur Offe­nen Büh­ne am Abend der Ver­an­stal­tung zwi­schen 19.45 und 20.15 Uhr
Fra­gen zur Ver­an­stal­tung bit­te an: jens.laloire@literaturkontor-bremen.de

„Do 24. Janu­ar 2019“ wei­ter­le­sen

Di 29. Januar 2019

Will Gmehling Foto: privat
Will Gmeh­ling
Foto: pri­vat

Will Gmeh­ling: ›Chlod­wig‹
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
10 Uhr
Zen­tral­bi­blio­thek, Kri­mi­bi­blio­thek , Am Wall 201

So 3. Februar

Ste­ven Uhly
Foto: Mathi­as Bothor

Ste­ven Uhly: ›Den blin­den Göt­tern‹
Mode­ra­ti­on: Prof. Dr. Axel Dun­ker
Lite­ra­Tour Nord 2018/2019
Ver­an­stal­ter: Uni­ver­si­tät Bre­men, Buch­hand­lung Geist, Café Ambi­en­te und Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor
20 Uhr
Café Ambi­en­te, Oster­deich 69a
Ein­tritt 8,- € / erm. 6,- €, Kar­ten­vor­be­stel­lung:
0421–327173 (Buch­hand­lung Geist)
www.literatournord.de

Di 5. Februar

Aga­tha van Wysn
Foto: pri­vat

Aga­tha von Wysn: ›Kein Erbe ohne Tod‹
Ein­füh­rung: Jens-Ulrich Davids
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he

von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
19 Uhr
Buch­hand­lung Leu­wer, Am Wall 171

Di 19. Februar 2019

Mei­ke Dan­nen­berg
Foto: Lin­da Heyat

Mei­ke Dan­nen­berg: ›Gefähr­det‹
Ein­füh­rung: Lore Klei­nert
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he
von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
18 Uhr
Zen­tral­bi­blio­thek, Kri­mi­bi­blio­thek, Am Wall 201

Do 21. Februar 2019

Big­gi Rist, Pseud­onym: Johan­na von Wild
Foto: pri­vat

Big­gi Rist: ›Die Erleuch­tung der Welt‹
Ein­füh­rung: Anne Stau­bitz
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
19 Uhr
Buch­hand­lung Leu­wer, Am Wall 171

Mi 6. März 2019

Rosa Luxemburg
Rosa Luxem­burg

ROSA!‹
Zum 100. Todes­ta­ges von Rosa Luxem­burg
Lesung und Musik mit Johan­na Brod­beck, Mar­ti­na Burandt, Eli­sa­beth Frey und Ursu­la Picke­ner
Im Rah­men des Inter­na­tio­na­len Frau­en­ta­ges
In Koope­ra­ti­on mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor
19 Uhr
Vil­la Spon­te, Oster­deich 59 B

Do 7. März 2019

Thomas Ehrsam, Foto: privat
Tho­mas Ehr­sam, Foto: pri­vat

Thedel von Wallmoden, Foto: Wallstein-Verlag
The­del von Wall­mo­den, Foto: Wall­stein-Ver­lag

Frie­do Lam­pe: Brie­fe und Zeug­nis­se‹
Gespräch mit dem Her­aus­ge­ber Tho­mas Ehr­sam
Ein­füh­rung: The­del von Wall­mo­den
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he
von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men

 

In Koope­ra­ti­on mit der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten und der Lite­ra­tur Mainz
19.30 Uhr
Buch­hand­lung Storm, Lan­gen­stra­ße 11

„Do 7. März 2019“ wei­ter­le­sen

Di 12. März 2019

Monika Bannas, Foto: privat
Moni­ka Ban­nas, Foto: Rita Weg­ner

Moni­ka Ban­nas: ›Der Stadt­schnüff­ler. Aus dem Leben eines Hun­des‹
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
In Koope­ra­ti­on mit der Edi­ti­on Fal­ken­berg
19 Uhr
Buch­hand­lung Leu­wer, Am Wall 171

Do 14. März 2019

Liliane Skalecki, Foto: privat
Lilia­ne Skal­e­cki, Foto: pri­vat

Lilia­ne Skal­e­cki: ›Die Rich­te­rin und die tote Archäo­lo­gin‹
Ein­füh­rung: Dr. Maga­li Traut­mann
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
19 Uhr
Buch­hand­lung Leu­wer, Am Wall 171

Fr 15. März 2019

Karsten Redmann, Foto: privat
Kars­ten Red­mann, Foto: pri­vat

Kars­ten Red­mann: ›An einem die­ser Tage‹
Ein­füh­rung: Kili­an Schrei­er
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
20 Uhr
Buch­hand­lung Bun­ten­tor, Bun­ten­tor­stein­weg 107

Do 21. März 2019

Marlis Thiel, Foto: privat
Mar­lis Thiel, Foto: pri­vat

Inge Buck, Foto: Julia Baier
Inge Buck, Foto: Julia Bai­er

Noch ist Raum für ein Gedicht‹
Lesung zum Welt­tag der Poe­sie
Mit Tex­ten von Rose Aus­län­der, Inge­borg Bach­mann,
Gott­fried Benn, Charles Bau­de­lai­re
Vor­ge­tra­gen von Inge Buck und Mar­lis Thiel
Musik: Bet­ti­na Schal­ler-Egg­stein
19 Uhr
Buch­hand­lung Leu­wer, Am Wall 171

Di 26. März 2019

Inge Buck, Foto: Julia Baier
Inge Buck, Foto: Julia Bai­er

Hartwig Struckmeyer, Foto: privat
Hart­wig Struck­mey­er, Foto: pri­vat

Die Stadt Prag — in Brie­fen, Gedich­ten und Pro­sa­tex­ten‹
Es lesen Inge Buck und Hart­wig Struck­mey­er
Musik: Hel­ga Blo­me (Vio­li­ne)
In Koope­ra­ti­on mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor, dem Sujet Ver­lag, dem Donat Ver­lag und der Buch­hand­lung Franz Leu­wer
19 Uhr
Buch­hand­lung Leu­wer, Am Wall 171

Do 28. März 2019

Detlef Michelers, Foto: Knopp
Det­lef Michelers, Foto: Knopp

Micha­el Augus­tin und Wal­ter Weber, Foto: pri­vat

Der Radio­künst­ler‹
Ein Abend mit Det­lef Michelers
Eben­falls mit Ange­la Piplak vom Geschichts­kon­tor
Mode­ra­ti­on: Micha­el Augus­tin und Wal­ter Weber
In Koope­ra­ti­on mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und dem Geschichts­kon­tor im Kul­tur­haus Wal­le
19 Uhr, Bre­mer Pres­se-Club, Schnoor 27/28

„Do 28. März 2019“ wei­ter­le­sen

Mi 3. April 2019

Betty Kolodzy, Foto: Kerstin Rolfes
Bet­ty Kolod­zy, Foto: Kers­tin Rol­fes

Ladengeschäft ›Wedderbruuk‹
Laden­ge­schäft ›Wed­der­bru­uk‹

Heimat:Sprache‹
Lesung der Teil­neh­men­den des Kur­ses ›Krea­ti­ves Schrei­ben‹ im Win­ter­se­mes­ter 2018/19 an der Uni­ver­si­tät Bre­men
Mit Yvonne Janetz­ke, Wencke Kum­ke, Nadi­ne Law­nic­zak, Fabi­an Pie­per, Ste­pha­nie Pundt und Ali­na Zim­mer­mann
Lei­tung: Bet­ty Kolod­zy
Ver­an­stal­ter: Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor
17 Uhr
WEDDERBRUUK, Am Schwar­zen Meer 10

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Mi 3. April 2019

Hartmut Arras, Foto: privat
Hart­mut Arras, Foto: pri­vat

Hart­mut E. Arras:
›Vom Frei­schär­ler zum Pro­pa­gan­dis­ten des Natio­nal­so­zia­lis­mus – Mein Vater Erwin Arras (1905–1942)‹

Begrü­ßung und Ein­füh­rung: Hel­mut Donat
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
In Koope­ra­ti­on mit dem Netz­werk Zukunfts­ge­stal­tung und see­li­sche Gesun­dung Bre­men sowie dem Donat Ver­lag
18 Uhr
Zen­tral­bi­blio­thek, Wall-Saal, Am Wall 201

Do 25. April 2019

›Schla­fen­de Hun­de VI
Poli­ti­sche Lyrik von und mit Mar­ti­na Burandt, Ulri­ke Marie Hil­le, Rudolph Bau­er, Inge Buck und Ursu­la Picke­ner
Musik: Die­ter Wei­sche (Japa­ni­sche Flö­te)
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
19 Uhr
Vil­la Ichon, Goe­the­platz 4

Do 2. Mai

Monika Dietrich-Lüders, Foto: privat
Moni­ka Diet­rich-Lüders, Foto: pri­vat

Moni­ka Diet­rich-Lüders:
›Ella und Max… und die sin­gen­den Schmet­ter­lin­ge‹

Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
In Koope­ra­ti­on mit dem Sujet Ver­lag
19 Uhr
Buch­hand­lung Leu­wer, Am Wall 171

Di 7. Mai

Clau­dia Kop­pert: ›Im Vogel­gar­ten‹
Erzäh­lun­gen, mit Illus­tra­tio­nen von Vio­la Kon­rad und
Til­man Kop­pert
Ein­füh­rung: Inge Buck
Musik: Bri­git­te Bor­chers
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
19 Uhr
Buch­hand­lung Leu­wer, Am Wall 171

Mi 8. Mai

Béatri­ce Hecht-El Mins­ha­wi:
›Adieu — ein lan­ges Gespräch‹

Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
19 Uhr
Georg-Büch­ner-Buch­hand­lung, Vor dem Stein­tor 58

Mi 8. Mai 2019

›Geschich­te schrei­ben, Bio­gra­phie schrei­ben -
Die vie­len Wel­ten von H.G. Adler‹

Eine deutsch-eng­li­sche Lesung mit Peter Fil­kins
Mode­ra­ti­on: Axel Dun­ker
In Koope­ra­ti­on mit dem Insti­tut für kul­tur­wis­sen­schaft­li­che Deutsch­land­stu­di­en an der Uni­ver­si­tät Bre­men
19.30 Uhr
Vil­la Ichon, Goe­the­platz 4

„Mi 8. Mai 2019“ wei­ter­le­sen

Stipendien für Bremer Prosa-Werkstatt 2019 vergeben

Sechs Autorin­nen und Autoren von der Jury aus­ge­wählt

Mit­te Febru­ar 2019 hat das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor sechs Sti­pen­di­en für die Bre­mer Pro­sa­werk­statt beim Ber­li­ner Schrift­stel­ler Micha­el Wil­den­hain aus­ge­schrie­ben. Anhand der von den Bewerber*innen ein­ge­reich­ten Tex­te hat die Jury – bestehend aus Jani­ne Lancker (Autorin), Dr. Jens-Ulrich Davids (Autor & Vor­stand Lite­ra­tur­kon­tor) und Micha­el Wil­den­hain – fol­gen­de Teilnehmer*innen für die Pro­sa-Werk­statt 2019 aus­ge­wählt:

„Sti­pen­di­en für Bre­mer Pro­sa-Werk­statt 2019 ver­ge­ben“ wei­ter­le­sen

MiniLit zu Gast auf dem Zine-Festival

Vom 14. — 16. Juni war das Lite­ra­tur­kon­tor mit sei­ner Mini­Lit-Rei­he zu Gast auf dem zwei­ten Bre­mer Zine-Fes­ti­val im Güter­bahn­hof, das von Kul­tur­netz e.V. und der Hoch­schu­le für Küns­te Bre­men orga­ni­siert wur­de. Das kom­plet­te Wochen­en­de über war das Lite­ra­tur­kon­tor bei dem Fes­ti­val mit einem eige­nen Stand vor Ort und hat dort alle Hef­te vor­ge­stellt und zum kos­ten­lo­sen Mit­neh­men aus­ge­legt. Dar­über hin­aus gab es im Rah­men des Fes­ti­vals drei Lesun­gen mit jeweils zwei Autorin­nen, die bereits Tex­te in der Mini­Lit-Rei­he ver­öf­fent­licht haben.
Am Frei­tag­nach­mit­tag ging es los mit den Lesun­gen von Lau­ra Mül­ler-Hen­nig und Madi­ta Krüg­ler, die unter strah­lend blau­em Him­mel auf der Büh­ne vor dem Tor 40 jeweils eine gute Vier­tel­stun­de für knapp 20 inter­es­sier­te Zuhörer*innen gele­sen haben. Einen Tag spä­ter, am Sams­tag, wur­den die Lesun­gen drin­nen in der Hal­le fort­ge­setzt. Wäh­rend um sie her­um der wuse­li­ge Mes­se­tru­bel an den vie­len ver­schie­de­nen Stän­den wei­ter­ging, lasen Lena Mareen Bruns und Lui Kohl­mann Tex­te aus der Mini­Lit-Rei­he. Den Schluss­punkt setz­ten Jani­ne Lancker und Gian­na Lan­ge am Sonn­tag­nach­mit­tag wie­der auf der klei­nen Open­air-Büh­ne vor 20 bis 25 Zuhörer*innen im Hof des Güter­bahn­hofs. Kurz dar­auf ging auch das zwei­te Zine-Fes­ti­val zu Ende. Es war schön, dabei zu sein. Dan­ke an alle, die das Fes­ti­val auf die Bei­ne gestellt haben.

Wei­te­re Infos zum Fes­ti­val

 

Bremer Prosa-Werkstatt 2019‹

Michael Wildenhain, Foto: Murat Marijan
Micha­el Wil­den­hain, Foto: Murat Mari­jan

Mit dem Ber­li­ner Schrift­stel­ler Micha­el Wil­den­hain

Ein Pro­jekt des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tors

Mit der Pro­sa-Werk­statt 2019 möch­te das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor bis zu sechs Autorin­nen und Autoren aus Bre­men, Bre­mer­ha­ven und umzu gezielt för­dern und ihnen die Mög­lich­keit bie­ten, mit qua­li­fi­zier­ter Unter­stüt­zung an einem lite­ra­ri­schen Werk zu arbei­ten. Zudem sol­len ers­te Kon­tak­te im Lite­ra­tur­be­trieb ver­mit­telt wer­den, ins­be­son­de­re zu Lite­ra­tur­agen­tu­ren und Ver­la­gen.

Bre­mer Pro­sa-Werk­statt 2019‹“ wei­ter­le­sen

Do 9. Mai

Neal Skye & Cher­ry Los­ter:
›Das spa­ni­sche Schwert‹
Mode­ra­ti­on: Hei­ke Sonn
Bre­mer Buch­Pre­mie­re — eine gemein­sa­me Ver­an­stal­tungs­rei­he von Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor und Stadt­bi­blio­thek Bre­men
In Koope­ra­ti­on mit dem Fran­zi­us Ver­lag
19 Uhr
Buch­hand­lung Leu­wer, Am Wall 171