Licht:Wort:Spuren

Kunst­work­shop für Jugend­li­che in den Herbst­fe­ri­en

Hast du Lust kur­ze Tex­te zu schrei­ben und sie zum Leuch­ten zu brin­gen? Dann mach mit! Wir bau­en Wort-Licht-Objek­te!

im QBZ Mor­gen­land am 19.10, 20.10, 22.10 und 23.10 von 13 bis 15 Uhr

Die Kunst­wer­ke stel­len wir bei den Feu­er­spu­ren am 8. Novem­ber in Gröpelingen aus.

Anmel­dung und Fra­gen: 0177 88 99 142 oder info@donka-dimova.de

Abschied von Hella Streicher

Vor Kur­zem ist unser lang­jäh­ri­ges und stets umtrie­bi­ges Mit­glied, die Leh­re­rin, Schrift­stel­le­rin und Künst­le­rin, Hel­la Strei­cher im Alter von 65 Jah­ren viel zu früh ver­stor­ben. Acht Kolleg*innen und Freund*innen erin­nern sich in acht Nach­ru­fen ehr­lich und lie­be­voll an ein Bre­mer Ori­gi­nal, das wir alle ver­mis­sen wer­den. Mach’s gut, lie­be Hel­la!

LETZTE BITTE
Freun­de? Nein; nicht eigent­lich:
Wir hat­ten uns gefun­den
und spiel­ten ein paar Run­den,
bis der Reiz des Spiels ver­blich.
Lie­ber Sie­ger, laß du mich
Ver­lie­re­rin bekun­den:
Ich wollt dich nicht ver­wun­den;
Nur ver­wun­dern wollt ich dich.

 

Hel­la Strei­cher
(unter dem Pseud­onym Chris­ti­na F. Euler)

 

HELLA STREICHEREIN NACHRUF

Stim­men Bre­mer Künstler*innen und Autor*innen

Collage zusammengestellt von Gundula Konietzny
Col­la­ge zusam­men­ge­stellt von Gun­du­la Konietz­ny

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1

Lie­be Hel­la, du wider­bors­ti­ge Strei­te­rin für das Schö­ne, Wah­re und Rei­ne, es ist also wahr, Du bist nicht mehr unter uns. Wer soll uns nun über den jähr­li­chen Inge­borg Bach­mann Preis auf­klä­ren? Wer denn, ket­ten­rau­chend wider den Zeit­geist zu Fel­de zie­hen? Good Bye… my Dear… thank you for the music… es wird lee­rer im Vier­tel.

Wann sind wir uns erst­ma­lig über den Weg gelau­fen, 82 im „Römer „als Du bei der Düs­ter­band „Schwar­ze Spie­gel“ in Joy Divi­si­on Manier getrom­melt hast und ich gera­de auf ein­ge­bil­de­tem Höhen­flug mit „Ego/N “ unter­wegs war, unse­re ers­te Sin­gle. Irgend­wann lan­de­ten wir in Dei­ner Bude in der Hum­boldt­stra­ße. Du ent­pupp­test Dich als kom­pe­ten­te Musik­lieb­ha­be­rin, bei Dir gab es Bach & Beat­les, und natür­lich auch viel Post-Punk und zu mei­nem Erstau­nen gar die ers­te von Led Zep­pe­lin, auf dem Cover durf­te ich mich denn also ver­ewi­gen. Spä­ter mit Grün­dung des Bis­tro Bra­zil wur­dest Du schnell Stamm­gast und ver­sorg­test uns fort­an mit den über­ra­schends­ten Mix-Tapes mit so cra­zy Titeln wie „a dif­fe­rent kind of jung­le“ oder „none such music“.

Wir konn­ten uns am Tre­sen stun­den­lang die Bäl­le zuspie­len und uns treff­lich strei­ten, ob „Their Sata­nic Majes­tic Request“ von den Stones ein schlim­mer Unfall in der Band­ge­schich­te war oder ein fehl­ge­schla­ge­ner Ver­such, an „Ser­geant Pep­per anzu­do­cken“. Du lie­ßest Dir dei­ne Tapes zumeist in Natu­ra­li­en aus­zah­len, ein guter Deal für bei­de. Ich glau­be, zu mei­nem 60. brach­test du mir ein „Ständ­chen“, auf You Tube ver­ewigt, das mich als den Keith Richard vom Oster­tor über­höh­te.

In den letz­ten Jah­ren, nach­dem ich das Bra­zil auf­ge­ge­ben hat­te, ver­la­ger­te sich unse­re Kom­mu­ni­ka­ti­on mehr auf die social media, anfangs im Vier­tel-Blog, dann auf den Zucker­berg. Wir waren nicht immer einer Mei­nung, jedoch meis­tens, beson­ders wenn es um Lite­ra­tur ging.

Ihren Roman „Höhe­re Wel­ten“ hab ich noch irgend­wo im Regal, er hat mich damals nicht beson­ders ange­spro­chen, viel­leicht muss ich ihn noch mal lesen. Jedoch hät­te ich gern etwas von ihrem nächs­ten Roman zu Gesicht bekom­men, da hielt sie sich aber sehr bedeckt. Was mir noch ein­fällt, ich hät­te sie ger­ne in einer Lite­ra­tur­sen­dung erlebt, sie hät­te sicher so man­ches Quar­tett auf­ge­mischt? Good By…my Dear… thank you for the music… es wird lee­rer im Vier­tel.

Jür­gen Schier­holz

2

Als ich in der Hor­ner Stra­ße wohn­te, fuhr Hel­la oft mit ihrem gro­ßen schwar­zen Fahr­rad an mir vor­bei. Kei­ne Zeit inne­zu­hal­ten. In Eile und ein wenig außer Atem rief sie ein krat­zi­ges „Haal­lo!“ zu mir her­über. Ein herz­li­ches, gut gemein­tes Hal­lo. Für einen Augen­blick kamen mir dann alte Zei­ten in den Sinn. Ich dach­te dar­an, wie Hel­la Anja und mich über­re­de­te, als Engel an einer anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Weih­nachts­auf­füh­rung teil­zu­neh­men. Dach­te an die Jah­re, als man noch bei Meis­ter Prop­pers Poe­try Slam aus der Fal­le roll­te, um aus der Rol­le zu fal­len. Die hel­len Augen ganz weit auf­ge­ris­sen – dach­te an auf­ge­kratz­te Mei­nungs­be­kun­dun­gen, die ehr­lich und direkt waren. Heu­te ver­mis­se ich oft­mals die­se Art von Men­schen, die eben nicht aus Grün­den der Kor­rekt­heit, um nicht anzu­ecken oder um unan­tast­bar zu blei­ben, drei Mal über­le­gen, ehe sie einen Kon­junk­tiv for­mu­lie­ren. Ein wei­te­res Ori­gi­nal aus dem Bre­mer Vier­tel ist gegan­gen, nimmt ein Stück Ver­traut­heit mit sich. Hel­la, ich wer­de dich ver­mis­sen.                                                                                         

Jani­ne Lancker

3

Hel­la Strei­cher — in memo­ri­am
Hel­la Strei­cher war ein Ori­gi­nal — nicht zu über­se­hen -
vor­zugs­wei­se mit Pudel­müt­ze und Ruck­sack -
nicht zu über­hö­ren — mit ihren vor­lau­ten Kom­men­ta­ren
und noch bes­ser — mit Gitar­re und Gesang.

Ihre Bekannt­schaft war ein posi­ti­ves Erleb­nis — sie war so viel­sei­tig
begabt — auch als Foto­gra­fin — dass jede Begeg­nung mit ihr
inter­es­sant war.

Ein zufäl­li­ges Tref­fen an der Con­tres­car­pe führ­te zum inten­si­ven
Gespräch bei Kaf­fee und Kuchen (und natür­lich Ziga­ret­te) und
für mich berei­chern­de Gedan­ken auf dem Heim­weg. Dan­ke dafür!

Mein Wunsch für Hel­la -
möge sie ihre höhe­ren Wel­ten errei­chen!

Lau­ma Zvid­ri­na

 4

Wenn ich an Hel­la Strei­cher den­ke, dann höre ich sie. Ihre Stim­me, impul­siv, insis­tie­rend, rück­halt­los, unge­schützt ihre eige­ne Mei­nung kund­tun, impul­siv, emo­ti­ons­ge­la­den. Wütend auf alles, was ein­schränkt, vor­schreibt, vor­gibt, etwas zu sein, ihr Gespür für das Unech­te, Auf­ge­setz­te, Auf­ge­bläh­te, auf selbst­er­nann­te Vor­schrei­ber und Vor­schrif­ten.

Wenn ich an Hel­la Strei­cher den­ke, höre ich sie auf der Trom­mel schla­gen, lachen, den Rhyth­mus hal­ten oder ihre eige­nen Tex­te spre­chen, mehr­deu­tig, hin­ter­grün­dig, auf­be­geh­rend, auf­bre­chend, frech, vor­wit­zig, wort­wit­zig.

Oder ihre Gedich­te, Lang­ge­dich­te, eher melan­cho­lisch über Novem­ber­ne­bel und Lebens­freu­de im Novem­ber. Und immer auch über sich selbst als Autorin, als Arbei­te­rin mit der Spra­che, unbe­irrt und genau, so wie sie auch frem­de Tex­te lek­to­riert hat, rück­halt­los, rück­sichts­los gegen sich selbst und ande­re. Rigo­ros mit ihrem Urteil, nicht berech­nend, nicht kal­ku­lie­rend, unver­nünf­tig, beharr­lich.

Und sie konn­te auch schmei­cheln, lie­bens­wür­dig sein, bit­tend um Aner­ken­nung, Zuge­hö­rig­keit, Akzep­tanz, auf­ge­nom­men wer­den, ange­nom­men wer­den, ankom­men, Sein.                                                                   

Inge Buck

5

Schwer atmend war sie, stets hell wach und nah. In den Gesprä­chen hiel­ten sich Spie­le­ri­sches und Erns­tes die Waa­ge.

Sie hör­te genau zu, hielt einen Augen­blick inne – und dann hat­te man mit ihrer Ent­geg­nung das Gefühl, ins Herz geschlos­sen zu wer­den.

Fal­sche Freund­lich­keit kann­te sie nicht. Ich mach­te mir oft Sor­gen. Um sie

Mar­tin Büh­rig

6

Hel­la litt lebens­lang unter ihrer fami­liä­ren Her­kunft, leb­te ihr Leben als ein­zi­ges Enkel­kind von JULIUS STREICHER, Her­aus­ge­ber des STÜRMER und wäh­rend der Nürn­ber­ger Pro­zes­se ange­klagt, zum Tode ver­ur­teilt und hin­ge­rich­tet. Bis zuletzt ist/war sie allein im Besitz des (vor allem schrift­li­chen) Nach­las­ses ihres Groß­va­ters. Einer­seits war sie stolz dar­auf, Intel­li­genz und Talent ihres Groß­va­ters geerbt zu haben, ander­seits litt sie dar­un­ter, ihn nicht lie­ben zu kön­nen (zu dür­fen).

Schon in der Schu­le, erzähl­te sie mir, durf­te sie nicht bei den Ande­ren sit­zen, son­dern, von ihnen getrennt, ganz hin­ten abseits auf einem Ein­zel­platz — auf­grund ihrer fami­liä­ren Her­kunft, jeden­falls deu­te­te sie das für sich so. Dass sie nach ihrem erfolg­rei­chen Stu­di­um kei­ne Lehr­amts­stel­le fin­den konn­te, lässt sich nicht mehr nach­voll­zie­hen. Bis auf die letz­ten Jah­re, wo sie als Deutsch­leh­re­rin für Immi­gran­ten ein­ge­setzt wur­de und die frü­hen Jah­re in einer Buch­hand­lung, leb­te sie von HARTZ IV.

Auch unter den Bre­mer Autor*innen galt sie mehr oder weni­ger als Enfant ter­ri­ble, wur­de nicht all­zu ernst genom­men, blieb auf ihrer Klug­heit sit­zen.

Situa­ti­ons­be­dingt bat ich im Jah­re 2014 die klu­ge Hel­la um ihre Hil­fe bei der Ver­öf­fent­li­chung mei­nes Gedicht­ban­des UND DER SCHATTEN SANG; sie ist im Impres­sum für das Lek­to­rat aus­ge­wie­sen. Nach eini­gem Zögern wil­lig­te sie ein: „Aber nur unter mei­nen Bedin­gun­gen: aus­schließ­lich per Tele­fon, kei­ne Dis­kus­sio­nen, kei­ne Pri­vat­ge­sprä­che, kei­ner­lei Ablen­kun­gen – nur der jewei­li­ge Text!“

Nun, glück­li­cher­wei­se blieb der Groß­teil der Gedich­te unbe­an­stan­det. Aber der Rest hat­te es in sich; meist klei­ne Sachen, ein Wort, eine Zei­le: „Das kannst du bes­ser!“ — „Was willst/wolltest du sagen?“ — „Nein, von mir kommt kein Vor­schlag, das kannst du ganz allei­ne — ich lege jetzt den Hörer auf die Sei­te, frei geschal­tet, laut gestellt — und du über­legst dir inzwi­schen, was du hier eigent­lich sagen/schreiben wolltest/willst.“

Das gan­ze Pro­ze­de­re war eine ein­zi­ge Tor­tur. Aber am Ende hat­te ich mein Buch irgend­wie ganz und gar selbst lek­to­riert.

Sieg­fried Mar­quardt

7

3 Men­schen, 2 Ziga­ret­ten, 1 Lai­bach­kra­wat­te.
Ers­te Wor­te, zwei­te Begeg­nun­gen, drit­te Besu­che.

In Höhe­re Wel­ten,
hin­ein in tie­fen Ernst
führst du uns über Gren­zen hin­weg
getra­gen von Klang und Rhyth­mus.
Musik ist es, die alles ver­bin­det.

Doch der Abend wirft ein Tuch aufs Land…”, höre ich nun in mei­nen Gedan­ken.
Mein Blick wan­dert in Wei­te wie Flü­gel­schlag, es riecht nach Rauch.

Dan­ke, Hel­li.

Vio­la Bau­er

8

Auf ein­mal fort. Ver­schwun­den von der Stra­ße, von der Ecke, vor dem Tabak­la­den, wo man sich traf, flüch­ti­ge Begeg­nun­gen: Wie geht es dir? Vor mehr als ein paar Jah­ren zum letz­ten Mal. Auf ein­mal nicht mehr auf­ge­taucht auf Lesun­gen, Autoren­tref­fen, bei lite­ra­ri­schen Ver­an­stal­tun­gen. Und nie nach­ge­fragt. Auch vor dem Ver­schwin­den schon ver­schwun­den. Und eigent­lich nie so rich­tig da gewe­sen. Laut­los wie die Schmet­ter­lin­ge, die ster­ben jetzt…

Mar­lis Thiel

 

Hel­la Strei­cher: gebo­ren 1955 in Bre­men, leb­te dort. Stu­di­um der Ger­ma­nis­tik, Sozio­lo­gie und Publi­zis­tik in Göt­tin­gen. Als Gym­na­si­al­leh­re­rin man­gels Plan­stel­len für die Fächer­kom­bi­na­ti­on Deutsch/Politik stel­len­los geblie­ben, stu­dier­te sie fort­an das ›Läben‹: als Fabrik­ar­bei­te­rin, in einem medi­zi­ni­schen Labor und im Buch­han­del. Neben­her kom­po­nier­te sie, trom­mel­te in diver­sen Bands, ver­öf­fent­lich­te die LP/CD »Friß oder stirb« (The Scar­let Let­ter; Über­schall Records, 1990) und schrieb »Höhe­re Wel­ten. Ein deut­scher All­tags­ro­man« (BoD, 2003), außer­dem Gedich­te und Essays für ein Bre­mer Sze­nema­ga­zin. Seit 2001 erschie­nen Tex­te von ihr im Inter­net sowie gele­gent­lich in Antho­lo­gien.

Helge Halling: Auf wackligen Beinen

Hel­ge Hal­ling (*1992) stu­dier­te Thea­ter­päd­ago­gik und Psy­cho­lo­gie. Im Jahr 2013 war er Fina­list des 21. Open Mike in Ber­lin. Sein Final­text „Sho­la und Tris­tan“ erschien in einer Antho­lo­gie des Alli­te­ra Ver­lags. Des Wei­te­ren ver­öf­fent­lich­te das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor 2015 sei­ne Kurz­ge­schich­te „Auf wack­li­gen Bei­nen“. Im Herbst 2019 erschien sein Debüt­ro­man „Ach Otters­berg“ bei BOD. Hel­ge Hal­ling lebt und schreibt in Düs­sel­dorf.

Foto: privat
Foto: pri­vat

Bremen liest‹ — der Podcast

›Bre­men liest‹ lebt eigent­lich vor allem von den zahl­rei­chen Lesun­gen in den vie­len schö­nen Bre­mer Buch­hand­lun­gen. Da dies auf­grund der aktu­el­len Situa­ti­on nur sehr begrenzt mög­lich ist, haben wir Bre­mer Autor*innen und Buchhändler*innen bereits vor der Ver­an­stal­tung am 4. Sep­tem­ber zusam­men- und mit­ein­an­der ins Gespräch gebracht. Dar­aus sind 14 Pod­cast-Fol­gen ent­stan­den, in denen Sie jeweils eine Bre­mer Buch­hand­lung und einen/e Bre­mer Autor*in ken­nen­ler­nen kön­nen. Mode­riert und pro­du­ziert wur­den die Fol­gen von Katha­ri­na Guleikoff, Kat­rin Krä­mer und  Katha­ri­na Mild, die alle drei sonst u.a. auch für Radio Bre­men arbei­ten.

Bremen liest! 3. Bremer Literaturnacht

Nach dem gro­ßen Erfolg der ver­gan­ge­nen Jah­re fin­det auch 2020 wie­der eine lan­ge Lese­nacht in Bre­men statt. Das For­mat „Bre­men liest!“ wur­de von den Ver­an­stal­tern Wel­len­schlag Text- und Ver­lags­kon­tor und dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor ent­wi­ckelt. Neu ist in die­sem Jahr ein Pod­cast der Bre­mer Buch­hand­lun­gen! In 14 Fol­gen stel­len Autor*innen Lieb­lings-Buch­hand­lun­gen aus ver­schie­de­nen Stadt­tei­len vor. Schon vor­ab ist der Pod­cast „Bre­men liest!“ auf den gän­gi­gen Por­ta­len abruf­bar. Auch auf unse­rer Sei­te sind die Fol­gen zu hören››

Las­sen Sie sich über­ra­schen: Es gilt, wie­der die außer­ge­wöhn­li­che Viel­falt der Bre­mer Buch­han­dels- und Lite­ra­tur­sze­ne zu ent­de­cken! An den Ver­an­stal­tun­gen am 4. Sep­tem­ber neh­men zahl­rei­che Autor*innen aus Bre­men und der Regi­on teil. Buch­hand­lun­gen und Ver­la­ge öff­nen ihre Türen und auf öffent­li­chen Büh­nen fei­ert Bre­men das Lesen und Vor­le­sen. Kurz­ge­schich­ten, Gedich­te, Kri­mi-Erzäh­lun­gen, Kin­der- und Jugend­bü­cher, poli­ti­sche Tex­te, Expe­ri­men­tel­les, Auto­bio­gra­phi­sches und vie­les mehr gibt es für gro­ße und klei­ne Bücher­freun­de zu hören.

Die Ver­an­stal­tung wird unter­stützt vom Bre­mer Sena­tor für Kul­tur, dem Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels Nord, dem Lite­ra­tur­haus Bre­men (virt.) und der Bre­mer Lite­ra­tur­stif­tung.

Der Ein­tritt ist frei. Im Rah­men der Coro­na-Schutz­maß­nah­men gibt es für alle Ver­an­stal­tun­gen ein Hygie­nekon­zept, das sowohl Vor­anmel­dun­gen als auch das Mit­brin­gen einer Mund-Nasen-Bede­ckung nötig macht.

Aktu­el­le Infor­ma­tio­nen auf: www.bremenliest.de sowie auf face­book und Insta­gram

Shortcuts im Park

Foto: Jens Laloire
Foto: Jens Laloire

Schreib­work­shop für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren
mit Don­ka Dimo­va bei Kuko­on im Park

5. Sep­tem­ber 2020, von 12 bis 17 Uhr

mit anschlie­ßen­der Lesung der Workshop-Teilnehmer*innen

Eine Ver­an­stal­tung des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tors in Koope­ra­ti­on mit dem Kuko­on

Kennst du die klei­nen Tram­pel­pfa­de im Park,
die quer durch die Grün­flä­chen ver­lau­fen
und alle vor­ge­ge­be­nen Fuß­gän­ger­we­ge igno­rie­ren?

Kennst du die klei­nen Wege im Leben,
die quer durch dei­nen All­tag ver­lau­fen
und alle vor­ge­ge­be­nen Ver­pflich­tun­gen igno­rie­ren?

Einen Nach­mit­tag lang neh­men wir uns die Zeit und suchen nach sol­chen Wegen, beob­ach­ten sie, erfor­schen sie, erfin­den sie und schrei­ben kur­ze Tex­te dazu. Am Abend lesen wir die Tex­te im Park und brin­gen unser Publi­kum zum Nach­den­ken, Schmun­zeln oder Träu­men. Also, kennst du die Short­cuts des Lebens oder möch­test sie ken­nen­ler­nen?

Der Work­shop rich­tet sich an Jugend­li­che ab 12 Jah­ren, ist kos­ten­los und fin­det mit maxi­mal 8 Jugend­li­chen statt.

Hin­weis: Auch wäh­rend des Work­shops gel­ten die Hygie­ne- und Abstands­re­ge­lun­gen. Bei Dau­er­re­gen wird der Work­shop aus­fal­len (die Ent­schei­dung dazu erfolgt evtl. kurz­fris­tig).

Anmel­dun­gen und Fra­gen zum Work­shop bit­te an:
shortcuts@literaturkontor-bremen.de

Foto: privat
Foto: pri­vat

Don­ka Dimo­va ist Autorin und Sprach­künst­le­rin. Sie schreibt, ver­öf­fent­licht und über­setzt Poe­sie auf Deutsch und Bul­ga­risch.

Seit 2016 lei­tet sie künst­le­risch-päd­ago­gi­sche Pro­jek­te für Kin­der und Jugend­li­che. Nach ihrem Kon­zept “Spie­le mit Spra­che” arbei­tet sie mit jun­gen Autor_innen unter­schied­li­chen Alters und mit unter­schied­li­chen sozia­len, kul­tu­rel­len und mensch­li­chen Hin­ter­grün­den.

Zu sich selbst sagt sie: ” Ich dich­te seit­dem ich den­ken kann. Neu­gie­rig gehe ich an das Erns­te her­an, ver­que­re und dre­he um, ver­lie­be und ver­lie­re mich in den Wör­tern. Danach erfin­de ich alles neu, ein­fach weil es so viel Freu­de bringt.”

www.donka-dimova.de

Texte aus Berlin für ›Bremen liest!‹

Katha­ri­na Mevis­sen und Fabi­an Hisch­mann waren ursprüng­lich als ehe­ma­li­ge Bre­mer Autor*innen aus Ber­lin zur drit­ten Bre­mer Lese­nacht ›Bre­men liest!‹ ein­ge­la­den. Auf­grund der coro­nabe­ding­ten Pro­gramm­än­de­run­gen fällt die Lesung vor Ort aller­dings aus. Statt­des­sen baten wir sie, Tex­te zum The­ma ›Buch­hand­lun­gen‹ zu schrei­ben. Gewis­ser­ma­ßen nach dem Mot­to: Wenn der Text nicht in die Buch­hand­lung kom­men kann, dann kommt die Buch­hand­lung in den Text. Die Ergeb­nis­se sind hier zu fin­den.

„Tex­te aus Ber­lin für ›Bre­men liest!‹“ wei­ter­le­sen

Gregor Samsa sind ich — Online-Roman-Projekt

Am 24. August geht ein neu­es Pro­jekt des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tors an den Start: Sechs Autor*innen, sechs Geschich­ten, Sicht­wei­sen und Gedan­ken­ex­pe­ri­men­te rund um Coro­na. Zwi­schen Ende August und Ende Novem­ber set­zen sich Ley­la Bek­taş, Jörg Iser­mey­er, Lui Kohl­mann, Bet­ty Kolod­zy, Flo­ri­an Reinartz und Janika Rehak unter dem Titel ›Gre­gor Sam­sa sind ich‹ mit der The­ma­tik aus­ein­an­der. Die Autor*innen schrei­ben, suchen, doku­men­tie­ren, (hinter)fragen, tas­ten sich her­an an die „neue Rea­li­tät“ und an die eige­ne, ver­än­der­te Rol­le in Kunst, Gesell­schaft und Fami­lie – und machen dabei das, was sie am bes­ten kön­nen: Geschich­ten erzäh­len. Neben­ein­an­der, mit­ein­an­der, auf jeden Fall aber: Mit Abstand.
Nähe­res über das Pro­jekt und die Autor*innen gibt es hier››

Bremen liest‹ — 3. Bremer Literaturnacht

Am 4. Sep­tem­ber 2020 fand zum drit­ten Mal die Lite­ra­tur­nacht ›Bre­men liest‹ statt – auf­grund der aktu­el­len Situa­ti­on in modi­fi­zier­ter Form mit weni­ger Lesun­gen in den Buch­hand­lun­gen als in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, dafür mit Open­air-Lesun­gen und einem Pod­cast, der natür­lich wei­ter­hin zu hören ist.

Eini­ge Lesun­gen fan­den wegen des ver­knapp­ten Pro­gramms lei­der nicht statt. Tex­te von Katha­ri­na Mevis­sen und Fabi­an Hisch­mann, die als Exil-Bremer*innen gele­sen hät­ten, gibt es hier››

Nähe­re Infos gibt es unter: www.bremenliest.de und hier››

Nächste Runde: OUT LOUD

Ende star­te­te unse­re Lese­rei­he ›OUT LOUD‹ im Bre­mer Lager­haus mit einer Lesung von Julia Kor­bik in die nächs­te Run­de. Neben der Autorin, die sich in ihrem Buch mit der Not­wen­dig­keit des Femi­nis­mus aus­ein­an­der­setzt, sind in den kom­men­den Mona­ten Pau­la Irm­sch­ler, Ali­ce Has­ters, Chris­ti­na Clemm, Jas­min Schrei­ber und Kübra Gümü­say mit ihren muti­gen The­men zu Gast.

Wei­te­re Infos gibt es hier»

Autor*innen gesucht für die ›Lange Bio-Nacht 2020‹

Für eine ›Lan­ge Lite­ra­tur­nacht‹ im Rah­men des Wis­sen­schafts­jahrs ›Bio­öko­no­mie‹ sucht die Hoch­schu­le Bre­men, Fakul­tät Gesell­schafts­wis­sen­schaf­ten, in Koope­ra­ti­on mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor Autor*innen, die am 9. Dezem­ber ihre Kurz­ge­schich­ten zur Bio­lo­gie lesen. Der Bewer­bungs­schluss ist am 30. Sep­tem­ber 2020.

Wei­te­re Infos gibt es hier››

MiniLit-Lesungen zum Anhören

Eigent­lich hät­ten wir Ende März im Rah­men des Fes­ti­vals ›Gast­ge­ber Spra­che‹ eine Mini­Lit-Lesung im NUNATAK in Blu­men­thal gehabt. Wie so vie­les muss­te auch die­se Lesung aus­fal­len. Damit man den­noch die Chan­ce hat, sich die Tex­te anzu­hö­ren, haben wir Tex­te aus unse­rer Mini­Lit-Rei­he als Audio­ver­sio­nen auf unse­rer Home­page ver­öf­fent­licht.

Zu den Audio­ver­sio­nen geht es hier››

Dokumentation: Briefprojekt ›Nähe‹

Fotos: Rike Oehlerking
Fotos: Rike Oeh­ler­king

Zu einem Brief­aus­tausch zwi­schen Bet­ty Kolod­zy und Bremer*innen rief das Lite­ra­tur­kon­tor wäh­rend des Log­downs der Coro­na­zeit im Früh­jahr 2020 auf. Dem folg­ten zahl­rei­che Schrei­ben­de. Inzwi­schen sind alle Brie­fe beant­wor­tet. Einen Aus­zug der Brie­fe sowie der Ant­wor­ten durch die Autorin Bet­ty Kolod­zy, einen Bericht über das Pro­jekt sowie eine Brief-Col­la­ge haben wir auf einer Unter­sei­te zusam­men­ge­stellt.

Einen aus­führ­li­chen Weser Kurier-Arti­kel von Katha­ri­na Froh­ne zum Ver­lauf des Pro­jekts gibt es hier›› 
Ein wei­te­rer Arti­kel zum Pro­jekt ist im deutsch-tsche­chi­schen Online-Maga­zin ›jádu‹ erschie­nen, ver­fasst wur­de er von Janika Rehak. Zu fin­den ist er hier››

Zu fin­den ist alles hier››

Virtuelles Lyrik-Atelier

Foto: Schirin Nowrousian
Foto: Schi­rin Now­rou­si­an

Gemein­sam mit der Lyri­ke­rin Schi­rin Now­rou­si­an bie­tet das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor im Spätsommer/Herbst ein vir­tu­el­les Lyrik-Ate­lier an. In Ein­zel­sit­zun­gen haben die sechs Teilnehmer*innen Gele­gen­heit, sich mit der Dich­te­rin über eige­ne Tex­te aus­zu­tau­schen.

Wei­te­re Infos gibt es hier››

Autorenstipendium 2020

Das Bewer­bungs­ver­fah­ren zum Autoren­sti­pen­di­um 2020 ist abge­schlos­sen. Bis Ende August konn­ten sich Schriftsteller*innen, die ihren Wohn­sitz in Bremen/Bremerhaven oder dem angren­zen­den Umland haben, bewer­ben.

Erst­mals wer­den zwei unter­schied­li­che Sti­pen­di­en ver­ge­ben:
Zum einen ein Nach­wuchs­sti­pen­di­um zu 4.000,- Euro (plus Men­to­ring-Pro­gramm), das sich an Autor*innen im Alter von unter 40 Jah­ren rich­tet.
Zum ande­ren wird ein Pro­jekt­sti­pen­di­um zu 5.000,- Euro ver­ge­ben, das sich an bereits pro­fes­sio­nell arbei­ten­de Autor*innen rich­tet, die an einem aktu­el­len Buch­pro­jekt arbei­ten. Für das Pro­jekt­sti­pen­di­um kön­nen sich auch Schriftsteller*innen bewer­ben, die in der Ver­gan­gen­heit bereits mit dem Bre­mer Autoren­sti­pen­di­um aus­ge­zeich­net wor­den sind.

Wei­te­re Infos gibt es hier››

Schreiben in Zeiten von Corona – Blog mit Bremer Autor*innen

Lesun­gen abge­sagt, Buch­ver­öf­fent­li­chun­gen nach hin­ten ver­scho­ben, Schreib­work­shops aus­ge­fal­len, oder nur noch online. Was bedeu­tet das für all jene, die mit dem Schrei­ben ihr Geld ver­die­nen? Wie gehen sie damit um, wenn plötz­lich alle Ein­nah­men weg­bre­chen und voll­kom­men unklar ist, wie es wei­ter­ge­hen wird?

Sechs Wochen lang berich­te­ten sechs Bre­mer Autor*innen jeweils eine Woche vom Schrei­ben in Zei­ten von Coro­na. Den Auf­takt macht die Kin­der­buch-Autorin Anna Lott (Woche 1), die zugleich allein­er­zie­hen­de Mut­ter von zwei Söh­nen ist. Sie erzählt in den ers­ten Blog-Bei­trä­gen von ihrem neu­en All­tag zwi­schen Schrei­ben, Kin­der­be­treu­ung und Anträ­gen auf Coro­na-Sofort­hil­fe. Außer­dem in dem kom­men­den Wochen mit dabei sind die Autor*innen Corin­na Ger­hards (Woche 2), Mei­ke Dan­nen­berg (Woche 3), Jörg Iser­mey­er (Woche 4), Colin Bött­ger (Woche 5) und Anke Bär (Woche 6). Vom 14. April bis zum 22. Mai blog­gen sie mon­tags bis frei­tags fürs Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor.

Zum Blog geht es hier››

Lesung für zuhause: Auszüge aus Anthologie eingelesen

Auch die für den 28. April 2020 in der Vil­la Spon­te geplan­te Lesung aus der Antho­lo­gie ›So nimmt man das Leben mit‹ muss­te auf­grund der Coro­na-Kri­se ver­scho­ben wer­den. Die Her­aus­ge­be­rin Ange­li­ka Sinn las eini­ge Tex­te aus dem Buch ein, um Neu­gie­ri­gen einen ers­ten Ein­druck zu ver­mit­teln.

Zur Audio-Lesung geht es hier››

GREGOR SAMSA SIND ICH

Sechs Bre­mer Autor*innen bli­cken gemein­sam auf Coro­na und ent­wi­ckeln dabei online eine Art Fort­set­zungs­ro­man

Am 24. August geht ein neu­es Pro­jekt des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tors an den Start: Sechs Autor*innen, sechs Geschich­ten, Sicht­wei­sen und Gedan­ken­ex­pe­ri­men­te rund um Coro­na. Zwi­schen Ende August und Ende Novem­ber set­zen sich Ley­la Bek­taş, Jörg Iser­mey­er, Lui Kohl­mann, Bet­ty Kolod­zy, Flo­ri­an Reinartz und Janika Rehak mit der The­ma­tik aus­ein­an­der. Die Autor*innen schrei­ben, suchen, doku­men­tie­ren, (hinter)fragen, tas­ten sich her­an an die „neue Rea­li­tät“ und an die eige­ne, ver­än­der­te Rol­le in Kunst, Gesell­schaft und Fami­lie – und machen dabei das, was sie am bes­ten kön­nen: Geschich­ten erzäh­len. Neben­ein­an­der, mit­ein­an­der, auf jeden Fall aber: Mit Abstand.

Home-Office, Abstands­re­geln, Mas­ken­pflicht, geschlos­se­ne Geschäf­te, Schu­len, Kin­der­gär­ten, Gren­zen: Covid-19 hat die Welt bin­nen Wochen ver­än­dert. Ver­an­stal­tun­gen wur­den abge­sagt, Kul­tur- und Kunst­schaf­fen­de muss­ten sich neue For­ma­te suchen. Sechs Bre­mer Autor*innen set­zen sich mit dem The­ma nun lite­ra­risch aus­ein­an­der. Unter https://wirgregorsamsa.com/  schrei­ben sie ab dem 24. August jeder für sich und zugleich ein stück­weit gemein­sam.

Mehr­mals pro Woche gehen neue Bei­trä­ge online, ent­wi­ckeln sich sechs Hand­lungs­strän­ge par­al­lel neben­ein­an­der, berüh­ren sich aber mög­li­cher­wei­se an der einen oder ande­ren Stel­le. Wie Mosa­ik­stei­ne set­zen sich die ver­schie­de­nen Geschich­ten und Frag­men­te mit der Zeit zu einer Art mul­ti­per­spek­ti­vi­schen Fort­set­zungs­ro­man zusam­men, jedoch ohne den Anspruch, am Ende ein kom­plett in sich zusam­men­hän­gen­des gro­ßes Gan­zes zu erge­ben – das Gan­ze bleibt ein lite­ra­ri­sches Expe­ri­ment, in dem auch krea­ti­ves Cha­os erlaubt und erwünscht ist. Das Ele­ment der Fik­ti­on ermög­licht zudem, anders als bei einem klas­si­schen Blog, Hand­lungs­ver­läu­fe, die sich sowohl par­al­lel zur Rea­li­tät ent­wi­ckeln, als auch davon ent­fer­nen kön­nen. Der vir­tu­el­le Schreib­pro­zess spie­gelt dabei die (Nicht)Begegnung der Gesell­schaft in Zei­ten ver­ord­ne­ter Distanz wider.

Der Titel „Gre­gor Sam­sa sind ich“ ist von der Figur aus Franz Kaf­kas Roman „Die Ver­wand­lung“ inspi­riert. Eines Tages wacht der Prot­ago­nist auf und stellt fest, dass er sich über Nacht in einen rie­si­gen Käfer ver­wan­delt hat — ein Umstand, mit dem er von nun an leben muss. Vom Coro­na-Virus ist jedoch, im Gegen­satz zu Kaf­kas Geschich­te, nicht nur eine Ein­zel­per­son betrof­fen, son­dern eine gan­ze Gesell­schaft. Somit steht „Gre­gor Sam­sa“ stell­ver­tre­tend für das Erwa­chen und Sich-Zurecht­fin­den-Müs­sen in einem ver­än­der­ten, ver­wan­del­ten All­tag. Anders als bei Kaf­ka darf es für die Hel­den der Blog-Geschich­ten jedoch ein Hap­py End geben. Wenigs­tens eines im Rah­men der Mög­lich­kei­ten.

Das Pro­jekt wird geför­dert von der VHG-Stif­tung, der Karin und Uwe Hol­lweg Stif­tung sowie der Wal­de­mar Koch Stif­tung. Ohne die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung der Stif­tun­gen wäre das Pro­jekt nicht mög­lich.

 

Gre­gor Sam­sa sind ich“ geht am 24. August 2020 online unter: https://wirgregorsamsa.com/

 

Kon­takt

Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor // Jens Laloire // Goe­the­platz 4 // 28203 Bre­men
jens.laloire@literaturkontor-bremen.de // 0421 327943

 

Janika Rehak (Pro­jekt­lei­te­rin) // Am Bür­ger­park 15 // 27383 Ver­den
janika.rehak@gmail.com // 0151 51159383

 

Infor­ma­tio­nen zu den Autor*innen 

Foto: privat
Foto: pri­vat

Ley­la Bek­taş, gebo­ren 1988 in Achim bei Bre­men. Stu­di­um der Roma­nis­tik in Köln, Bor­deaux und Mexi­ko-Stadt sowie Lite­ra­ri­sches Schrei­ben in Leip­zig. Arbei­te­te als Dozen­tin für spa­nisch­spra­chi­ge Lite­ra­tur an der Uni­ver­si­tät Köln, der­zeit in der Tex­til­bran­che tätig. Schreibt Pro­sa und Essay­is­ti­sches. Zuletzt ver­öf­fent­lich­te sie in der Antho­lo­gie Fle­xen. Flâ­neu­sen* schrei­ben Städ­te (Ver­bre­cher Ver­lag 2019). Ein Fami­li­en­ro­man ist in Arbeit.

 

Foto: privat
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Jörg Iser­mey­er, gebo­ren 1968 in Bad Sege­berg, reis­te als Stra­ßen­mu­si­ker quer durch Euro­pa. Nach einem Stu­di­um der Psy­cho­lo­gie, Sozio­lo­gie und Päd­ago­gik zog er die freie Künst­ler­lauf­bahn einer Uni­ver­si­täts-Kar­rie­re vor und lebt heu­te als Schau­spie­ler, Regis­seur, Thea­ter­päd­ago­ge, Musi­ker und Schrift­stel­ler in Bre­men. Er schreibt vor­wie­gend für Kin­der und Jugend­li­che, sei­ne Bücher und Thea­ter­stü­cke wur­den bereits mehr­fach aus­ge­zeich­net, u.a. mit dem Ber­li­ner Kin­der­thea­ter­preis und drei­mal mit dem „Lese­kom­pass“ der Leip­zi­ger Buch­mes­se.

 

Foto: privat
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Lui Kohl­mann (gebo­ren 1995) hat Freie Kunst in Bre­men in stu­diert. Zu ihrem Schaf­fen zäh­len Gedich­te, Künst­le­rin­nen­bü­cher, Kar­ten­spie­le, Kurz­ge­schich­ten, Comics und Trick­fil­me, die sie in Aus­stel­lun­gen und mul­ti­me­dia­len Lesun­gen prä­sen­tiert. Dar­über hin­aus hat sie Tex­te in der Mini­Lit-Rei­he (Heft 9) ver­öf­fent­licht und ihre Arbei­ten bereits u.a. im Rah­men der Lan­gen Lite­ra­tur­nacht „Bre­men liest“, Lit­Clips und auf dem Bre­mer Zine-Fes­ti­val vor­ge­stellt. Nicht zuletzt ist sie die Grün­de­rin der Qua­dro­po­den-For­schungs­ge­sell­schaft.

 

Foto: Kerstin Rolfes
Foto: Kers­tin Rol­fes

Bet­ty Kolod­zy, gebo­ren 1963 in Wol­fen­büt­tel und in Mün­chen auf­ge­wach­sen. Die gelern­te Fremd­spra­chen­kor­re­spon­den­tin und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wir­tin lebt heu­te, nach Sta­tio­nen in Mar­seil­le, Lon­don, Gra­na­da und Ber­lin, als freie Autorin in Bre­men. Sie ver­fasst Roma­ne und Erzähl­bän­de, erhielt meh­re­re Sti­pen­di­en. Zuletzt erschien ihre Short Sto­ry „Denk ich an Els­ter“ im Ham­bur­ger Lite­ra­tur Qui­ckie Ver­lag. Sie lehrt Krea­ti­ves Schrei­ben an der Uni, in Flücht­lings­wohn­hei­men, Schu­len, Muse­en (u.a. Focke- & Over­beck-Muse­um). 2016 initi­ier­te sie das Schreib­pro­jekt Heimat:Sprache für Men­schen mit Flucht­hin­ter­grund. Für ihren Schreib­work­shop Heimat:Sprache für geflüch­te­te Frau­en wur­de sie 2019 mit dem ers­ten Bre­mer Frau­en­kul­tur­för­der­preis aus­ge­zeich­net. 2020 folg­te eine Ein­la­dung des Bun­des­prä­si­den­ten zum Neu­jahrs­emp­fang im Schloss Bel­le­vue. Infol­ge des Coro­na-Lock­downs initi­ier­te sie den Brief­aus­tausch „NÄHE in Zei­ten von Distanz“ in Koope­ra­ti­on mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor.

 

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Janika Rehak, 1983 gebo­ren und auf­ge­wach­sen in der Lüne­bur­ger­Hei­de, lebt in Ver­den und arbei­tet als Autorin, Tex­te­rin und Jour­na­lis­tin, unter ande­ren für das deutsch-tsche­chi­sche Online-Maga­zin jádu. Sie ist Vor­stands­mit­glied des Ver­bands deut­scher Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler (VS ver.di) des Lan­des­ver­bands Bre­men-Nie­der­sach­sen sowie Mit­glied im Lite­ra­tur­kon­tor Bre­men und im Bre­mer Rund­funk­rat. Sie schreibt Roma­ne, Kurz­ge­schich­ten und Flash Fic­tion, gern mit sur­rea­len Inhal­ten.

 

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Flo­ri­an Reinartz, gebo­ren 1980 am Nie­der­rhein, schreibt seit sei­nem zwölf­ten Lebens­jahr Gedich­te und Kurz­ge­schich­ten. 2010 pro­mo­vier­te er in Ger­ma­nis­tik an der Uni­ver­si­tät zu Köln. Sei­ne wis­sen­schaft­li­che Arbeit für die Gün­ter Grass Stif­tung Bre­men führ­te ihn im sel­ben Jahr in die Han­se­stadt. Sei­ne Gedich­te und Kurz­ge­schich­ten sowie Zeich­nun­gen und Fotos ver­öf­fent­licht Flo­ri­an seit 2013 in sei­nem Blog Frei­geist. Er ist frei­be­ruf­lich als Medi­ta­ti­ons- und Yoga-Leh­rer sowie per­sön­li­cher Coach tätig. Er hat eine Kat­ze und hört ger­ne Death Metal.

Autor*innen gesucht für die ›Lange Bio-Nacht 2020‹

Lie­be Autor*innen,

im Rah­men des Wis­sen­schafts­jahrs „Bio­öko­no­mie“ ver­an­stal­tet die Hoch­schu­le Bre­men, Fakul­tät Gesell­schafts­wis­sen­schaf­ten, in Koope­ra­ti­on mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor am 9. Dezem­ber 2020 eine „Lan­ge Lite­ra­tur­nacht“ mit Kurz­ge­schich­ten zur Bio­lo­gie. Wir laden Sie/Euch ganz herz­lich ein, sich mit einem Bei­trag zu betei­li­gen. Ihre Sicht auf Öko­sys­te­me, Natur und Tie­re, auf fan­tas­ti­sche Wesen und unbe­kann­te Wel­ten, fin­den wir span­nend.

The­men: Mensch-Natur-Ver­hält­nis­se, Kri­tik der Öko­no­mi­sie­rung der Welt, wun­der­sa­me und intel­li­gen­te Sys­te­me, Zukunfts­per­spek­ti­ven und Ver­än­de­rung des All­tags.

Klei­ne Lese­pro­be: “Im Labor wer­den unge­wöhn­li­che Ent­de­ckun­gen gemacht. Expe­ri­men­te füh­ren zu unge­ahn­ten Ent­wick­lun­gen. Der dort kul­ti­vier­te Schleim­pilz erwacht zum Leben und führt den Kom­mu­nis­mus als Staats­form ein …”

Län­ge: ca. 10 Min. Vor­le­se­zeit.

Für alle Autor*innen, deren Bei­trä­ge aus­ge­wählt wer­den, gibt es ein klei­nes Hono­rar als Auf­wands­ent­schä­di­gung für die Lesung am 9.12.

Neben neue­ren Bei­trä­gen wer­den an dem Abend auch Tex­te von klas­si­schen Autor*innen der fan­tas­ti­schen Lite­ra­tur mit Natur­be­zug gele­sen.

Ort: Gas­tro­no­mie Fal­staff, 20.00 bis 23.00 Uhr.

Ver­an­stal­ter: Hoch­schu­le Bre­men, Fakul­tät Gesell­schafts­wis­sen­schaf­ten, in Koope­ra­ti­on mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor.

Bewer­bung: bis 30. Sep­tem­ber 2020 an Dr. Die­ter Brink­mann.

Not­wen­di­ge Anga­ben: Titel und Abs­tract zum Text, Kon­takt­da­ten zum/zur Autor*in.

Koor­di­na­ti­on und zustän­dig für Fra­gen: Dr. Die­ter Brink­mann, Mail: dieter.brinkmann@hs-bremen.de, Tel. 0421 5905–3733.

Über even­tu­el­le Anpas­sun­gen in Bezug auf Ort und/oder For­mat auf­grund des Coro­na-Virus wird recht­zei­tig infor­miert.

14. Literaturpreis Nordost 2020

Gesucht wird eine unver­öf­fent­lich­te Detek­tiv­ge­schich­te mit max. 15.000 Zei­chen zum The­ma »Tot dem Tod!«.
Dotie­rung: 1. Preis: 14-tägi­ger Schreib­auf­ent­halt in der Pri­gnitz (Bran­den­burg) bei Kyritz an der Knat­ter, mit­samt Preis­ver­lei­hung (NORD­OST-Wind­ro­se) und Lesung auf dem Lan­de sowie Kamin­ge­spräch mit den Lek­to­ren Obst & Ohle­rich. Als Unter­kunft dient eine groß­zü­gi­ge Feri­en­woh­nung mit Kamin im alten Bau­ern­haus auf dem Hof Obst, www.hof-obst.de. Zeit­raum ist die Neben­sai­son 2021. Inklu­si­ve 200 Euro Taschen­geld, exklu­si­ve An- und Abrei­se.
2. Preis: Teil­nah­me am Wochen­end­work­shop Schrei­ben! Mit den Lek­to­ren Dr. Gre­gor Ohle­rich und Rou­ven Obst, M. A.
Ort und Zeit: Hof Obst, sie­he oben, inklu­si­ve Über­nach­tung, exklu­si­ve An- und Abrei­se.
3. Preis: Lite­ra­tur­gut­ach­ten im Wert von 400 Euro.

Ein­sen­den bis zum 1. Novem­ber 2020.

Nähe­res unter https://www.autorenwelt.de/verzeichnis/foerderungen/14-literaturpreis-nordost-2020

Virtuelles Lyrik-Atelier

Foto: Schirin Nowrousian
Foto: Schi­rin Now­rou­si­an

Du schreibst schon seit einer Wei­le Lyrik in Deutsch, Eng­lisch und/oder Fran­zö­sisch und sitzt gera­de wie­der an einem Gedicht, das Du ger­ne mal mit jeman­dem ‚vom Fach‘ bespre­chen wür­dest, in locker-freund­li­cher Atmo­sphä­re? Dann bist Du hier genau rich­tig.

Im Spätsommer/Herbst bie­tet das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor zusam­men mit der Lyri­ke­rin Schi­rin Now­rou­si­an Euch ein 1‑zu-1-Lyrik-Ate­lier an: die Gele­gen­heit also, mit einer tol­len Dich­te­rin in den direk­ten Aus­tausch zu Euren eige­nen Tex­ten zu tre­ten!

Hier könnt Ihr sehen, was Schi­rin Now­rou­si­an schon so alles gemacht hat:    https://www.literaturport.de/Schirin.Nowrousian/

Und so geht’s:

Du wählst 2 bis max. 5 Gedich­te von Dir aus, mit denen Du Dich auf einen Ate­lier-Platz bewer­ben möch­test und die Du bis spä­tes­tens 31.7. (Dead­line) an fol­gen­de Adres­se schickst:
schirin.nowrousian@literaturkontor-bremen.de

  • Eine The­men­vor­ga­be gibt es nicht.
  • Die maxi­ma­le Län­ge pro Gedicht ist: 2 DinA4-Norm­sei­ten (eine Norm­sei­te = DIN A4, maxi­mal 30 Zei­len à 60 Anschlä­ge, Leer­zei­chen inbe­grif­fen, Schrift­grö­ße: 12 Punkt).
  • Die Gedich­te kön­nen auf Deutsch ver­fasst sein oder auf Fran­zö­sisch oder Eng­lisch, wenn Du in einer die­ser Spra­chen schreibst.

Da die Teilnehmer*innenzahl auf maxi­mal 6 begrenzt ist, wird unter allen Ein­sen­dun­gen eine Aus­wahl getrof­fen. Du erhältst dann bis Ende August eine Nach­richt, ob Du einen Platz erhal­ten hast oder nicht. Begrün­dun­gen und Erläu­te­run­gen zum Aus­wahl­pro­zess wer­den nicht ver­sen­det.

Und dann gibt es im Zeit­raum Sep­tem­ber bis Novem­ber pro Teilnehmer*innen 3 indi­vi­du­el­le Ate­lier-Gesprä­che, d.h. 3 Sky­pe-Tref­fen à 45 Minu­ten, in denen Du Dich mit Schi­rin Now­rou­si­an zu ein, zwei, drei Gedich­ten von Dir aus­tauschst, nach Her­zens­lust und mit bes­ter Lau­ne: in freund­lich-locke­rer Ate­lier-Stim­mung.

Schi­rin bie­tet zur Ter­min­fin­dung jedem/jeder Teilnehmer*in ein paar Aus­wahl­ter­mi­ne in dem oben genann­ten Lauf­zeit­fens­ter des Pro­jek­tes an, sodass vor Pro­jekt­be­ginn für alle Sit­zun­gen die Daten vor­ab fest­ge­legt wer­den.

Ach­tung! Es gibt vier Vor­aus­set­zun­gen, um sich bewer­ben zu kön­nen:

 1) Das Ate­lier ist nicht für Schreibanfänger*innen kon­zi­piert. Du soll­test also mit dem lite­ra­ri­schen Schrei­ben schon ein wenig län­ger ver­traut sein.

2) Du soll­test min­des­tens 16 Jah­re alt sein (eine Alters­gren­ze nach oben gibt es nicht).

3) Du musst – soll­test Du einen Platz bekom­men – ein Sky­pe-Pro­fil haben oder Dir eines anle­gen, um teil­neh­men zu kön­nen.

4) Und eine wei­te­re Vor­aus­set­zung gibt es noch:

Dein Wohn­sitz muss in Bre­men oder in Bre­mens Umzu lie­gen (umzu = bis ca. 50 km um Bre­men her­um).

Und nun auf:

Schickt uns Eure Gedich­te.
Wir freu­en uns auf Eure Ein­sen­dun­gen!
schirin.nowrousian@literaturkontor-bremen.de

Ein Pro­jekt des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tors
Vil­la Ichon // Goe­the­platz 4 // 28201 Bre­men
0421 327943
info@literaturkontor-bremen.de
www.literaturkontor-bremen.de

Madita Krügler: Der Jäger

Madi­ta Krüg­ler (*1991) lebt und schreibt in Bre­men. Nach einem Stu­di­um des Krea­ti­ven Schrei­bens und Kul­tur­jour­na­lis­mus in Hil­des­heim sowie der Trans­na­tio­na­len Lite­ra­tur­wis­sen­schaft in Bre­men arbei­tet sie inzwi­schen als Teil­zeit-Lek­to­rin im Kell­ner­Ver­lag und als Dozen­tin für krea­ti­ves Schrei­ben an der Uni­ver­si­tät Bre­men.

Foto: privat
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Johanna Schwarz: An Bord eines Raumschiffs

Johan­na Schwarz (*1990 in Mün­chen) stu­dier­te Kul­tur- und Lite­ra­tur­wis­sen­schaft in Bre­men und nahm wäh­rend­des­sen an zahl­rei­chen Semi­na­ren zum krea­ti­ven und lite­ra­ri­schen Schrei­ben teil (u.a. an meh­re­ren Work­shops des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tors). Aktu­ell arbei­tet sie an der Uni­ver­si­tät Bre­men und ist frei­be­ruf­lich im Lite­ra­tur- und Kul­tur­be­reich tätig. In die­sem Zuge lei­tet sie auch die wort­WERK­STATT in der westend Kul­tur­werk­statt und ist Mit­glied im Team des glo­ba­le-Fes­ti­val für grenz­über­schrei­ten­de Lite­ra­tur. In der Mini­Lit-Rei­he ist ein Text von ihr im Werk­statt­heft “An Bord — Über­Le­ben von A nach B” (Heft 6) erschie­nen.

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Lektüre aus unseren Werkstätten

Es ent­ste­hen regel­mä­ßig im Rah­men unse­rer ange­bo­te­nen Werk­stät­ten, Semi­na­re und Work­shops zahl­rei­che lite­ra­ri­sche Tex­te durch die Teil­neh­men­den. Eine Aus­wahl aus den ein­zel­nen Semi­na­ren ver­öf­fent­li­chen wir von Zeit zu Zeit hier››

Literarischer Kulturaustausch‹ 2020

Die fol­gen­den Tex­te sind im Rah­men unse­rer Schreib­werk­statt ›Lite­ra­ri­scher Kul­tur­aus­tausch‹ unter der Anlei­tung von Ange­li­ka Sinn ent­stan­den. Des Semi­nar fand an zwei Sams­ta­gen im Febru­ar und April 2020 statt, wobei der zwei­te Ter­min auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie online durch­ge­führt wur­de.

 

…, wenn das Tele­fon klin­gelt

 

Mit dem Por­trät in der Hand

Ich weiß nur, dass du da warst. Dein Por­trät ist jetzt in mei­nen Hän­den und… und… Erin­ne­rung.

Die Pla­ça de Catalunya vol­ler Lärm und über­all die unbe­kann­ten Gesich­ter, die lach­ten, die neu­gie­rig auf La Sagra­da Fami­lia de Gau­di waren und die kei­ne Ahnung hat­ten, wie groß unse­re Freu­de war. Ich traf dich, ich hör­te dir zu. Nur ein Tisch, zwei Tas­sen Kaf­fee.

Dei­ne gute Lau­ne, dei­ne Geschich­ten und Anek­do­ten, der Anruf dei­ner Mut­ter, dei­ne Sor­ge wegen der Hit­ze, dein Man­gel an Schmin­ke, dei­ne bra­si­lia­ni­schen gro­ßen Fan-Ohr­rin­ge, dei­ne Wor­te der Eupho­rie in jedem vier­ten Satz, dei­ne Haa­re zu einem Kno­ten zusam­men­ge­bun­den, die Son­nen­creme auf dem Tisch neben dei­nem Fla­men­co-Fächer ohne Spit­zen und die­ses Wie­der­se­hen nach 8 Jah­ren. Seit­dem saßen wir nicht mehr am glei­chen Tisch und ich habe nie wie­der Creme Brû­lée pro­biert.

Heu­te feh­len mir eine tröst­li­che Umar­mung, die Spa­zier­gän­ge zu zweit, der lachen­de Kom­pli­zen­blick und der Strand. Ich habe nur dein Por­trät in der Hand, dei­ne Stim­me am Tele­fon und vie­le Jah­re der Sehn­sucht.

 

Was ich an dir schät­ze, Caro­li­na

Jeder sagt “durch dick und dünn”. Da sind wir in der welt­wei­ten Kri­se, wir lachen über absur­de Wit­ze und kind­li­ches Beneh­men. Dei­ne Hand ist immer vol­ler Hoff­nung und Ver­trau­en für mich. Dei­ne Geschich­ten, die von Hei­lung han­deln. Ich füh­le dei­ne Gesell­schaft in der Fer­ne. Die schlech­ten Nach­rich­ten schei­nen immer gar nicht so schlecht zu sein, weil sie die bes­te Aus­re­de sind, mit dir zu spre­chen. Die Welt steht Kopf, es gibt Kala­mi­tä­ten, ich höre kei­nen Reg­gaeton, ich lese die ame­ri­ka­ni­schen Zei­tun­gen, ich schreie in der Stil­le unter dem Kis­sen, ich sehe die alten Fil­me bis zum Ende der Dun­kel­heit, und ich tei­le den Geschmack für vene­zo­la­ni­sche Scho­ko­la­de mit dir. Dein Wort ist not­wen­dig, wenn kei­ner mit mir spricht. Ich ernäh­re mich von dei­nem posi­ti­ven Ver­stand.

 

In der Sekun­de einer Pan­de­mie

In der Sekun­de, als alles begann. Welt­wei­te Ein­sam­keit erobert die Stra­ßen und wirft unse­ren Kalen­der ins Lee­re. Nie­mand hat einen Zeit­plan oder einen fes­ten Ter­min.

Von die­sem Moment an wird die Beschrän­kung zu etwas All­täg­li­chem, und unse­re See­len müs­sen auf sich selbst auf­pas­sen. Ein Auf­ruf, uns von unse­ren Mit­men­schen zu distan­zie­ren, bringt Käl­te wie Schnee auf die Schul­tern und lässt sie lang­sam erfrie­ren. Ver­giss die Umar­mun­gen, den Tan­go, den Bole­ro, den Quin­ce­a­ñe­ras-Wal­zer, zwei spa­ni­sche Begrü­ßungs­küs­se.

Trans­pa­ren­tes anti­bak­te­ri­el­les Hand­gel-Anti­sep­ti­kum in jeder Tasche, Toi­let­ten­pa­pier ist nir­gends zu fin­den, Men­schen schau­en miss­trau­isch, Men­schen ent­fer­nen sich von­ein­an­der, Hus­ten ist nicht erlaubt.

Und was mache ich? Ich blei­be unter der Decke ver­steckt. 8 Tage, 2 Wochen, 56 Tage, 3 Mona­te, unbe­stimm­te Zeit.

Und was machst du? Du rufst mich an. Ein­mal in der Woche, don­ners­tags und an den Sonn­ta­gen, alle zwei Tage, jeden Tag, mit­tags.

Dei­ne hoff­nungs­vol­le Art, mich davon zu über­zeu­gen, dass die Zukunft bes­ser sein wird als die­se Gegen­wart, ist das ein­zi­ge, was mich beglei­tet. Dei­ne Stim­me vol­ler wei­ser Rat­schlä­ge nimmt mich bei der Hand in der Ver­zweif­lung und der Unsi­cher­heit.

Und jetzt füh­le ich mich mehr denn je dei­nem vio­let­ten Licht näher, wenn die Welt dazu gezwun­gen ist, sich nicht die Hand zu geben.

Humor, stun­den­lan­ge Gesprä­che, mein Erdungs­draht.

In die­ser Sekun­de, wenn wir alle in unse­ren Häu­sern ein­ge­sperrt sind, in der sich alle Freun­de in größ­ter Ent­fer­nung füh­len, in der sich Fami­li­en getrennt vor­kom­men, in der vie­le Men­schen nur ihren Hund Con­an, Bru­no oder Luna als Mit­be­woh­ner haben, wenn es kei­ne Man­da­ri­nen auf den Tischen und kei­ne Geburts­tags­blu­men gibt, wenn vie­le ihre Geschen­ke per Post erhal­ten und ich nicht mal das. Alle Gedan­ken dre­hen sich in einem end­lo­sen Kreis. Die Wor­te wie­der­ho­len sich wie die Tage. Ich füh­le mich wie ein ver­las­se­nes Kind, des­sen ein­zi­ges Spiel­zeug ein Tele­fon ist. Durch das Tele­fon habe ich die glei­che Distanz zu jedem, der anruft, egal wo auf der Welt er ist. Ja, dei­ne Stim­me in der Hand: Dein makel­lo­ser Geist erfüllt mein Zim­mer mit Opti­mis­mus. Alles hat Licht.

Mei­ne frei­wil­li­ge Ein­sam­keit malt mei­ne Kalen­der weiß. Aber die Zeit gewinnt jedes Mal ihren Wert zurück, wenn das Tele­fon klin­gelt.

Ernes­to Sala­zar-Jimé­nez

Lehrauftrag ›Kreatives Schreiben‹ — WiSe 2019 / 2020: ›Zeit, Ort, Atmosphäre‹

In dem Semi­nar ›Krea­ti­ves Schrei­ben‹ haben sich die Stu­die­ren­den im Win­ter­se­mes­ter 2019 / 20 damit beschäf­tigt, wie wich­tig Zeit, Ort und Atmo­sphä­re für einen Text sind und wie es ihnen gelin­gen kann, die­se Kom­po­nen­ten in ihre Geschich­ten ein­flie­ßen zu las­sen.

Zwei Exkur­sio­nen stan­den auf dem Pro­gramm: zum Haupt­bahn­hof und in den Bür­ger­park.
Lesen Sie hier eine Aus­wahl der nach den „Bege­hun­gen“ ent­stan­de­nen Tex­te.

Ver­spä­tung
Ich schla­ge mein Buch zu, gäh­ne aus­gie­big und schaue genervt zu der gro­ßen Anzei­ge­ta­fel, die mir ver­kün­det, dass mein Zug 40 Minu­ten Ver­spä­tung hat. Wenigs­tens habe ich hier mei­ne Ruhe, da der Bahn­steig um die­se Zeit bei­na­he leer ist. Gesell­schaft leis­tet mir nur eine Krä­he, die auf dem Boden nach Ess­ba­rem sucht. Ein kal­ter Wind­stoß lässt mich erschau­dern, und ich ste­cke die Hän­de tief in die Taschen mei­nes Man­tels.
Ich höre das lau­te Rum­peln eines her­an­na­hen­den Güter­zu­ges. Wie schon so oft fan­ge ich an, die Wag­gons zu zäh­len. Bis 13 kom­me ich, als der Zug mit einem lau­ten, in den Ohren schmer­zen­den Quiet­schen anhält.
Inzwi­schen ver­kün­det mir die Anzei­ge hämisch, dass mein Zug wohl doch 50 Minu­ten Ver­spä­tung hat. Gedank­lich lege ich schon mal wei­te­re zehn Minu­ten drauf. Mein Blick wan­dert zurück zu dem Güter­zug, und ich betrach­te den aus­geb­li­che­nen Schrift­zug auf einem der Con­tai­ner. „Wir fah­ren für Volks­wa­gen“, dane­ben das alte Logo der Fir­ma.
Auch die ande­ren Wag­gons sehen alt und ver­dreckt aus. Wer­den Güter­zü­ge eigent­lich gewa­schen? Gibt es eine Wasch­an­la­ge für Züge? Wenn ich dar­an den­ke, dass man bei einer Zug­fahrt oft­mals durch die schmut­zi­gen Schei­ben nicht nach drau­ßen bli­cken kann, bezweif­le ich das.
Ich star­re den Güter­zug an. Er starrt zurück. „Wir kom­men hier wohl bei­de so schnell nicht weg, was?“ Gra­de als ich den Gedan­ken zu Ende gebracht habe, rollt er wie­der an.
Mei­ne Bahn fällt aus.

Han­nah-Sophie Eylers

 

Am See
Mina starr­te auf die blau­grau­en Wel­len. Der Wind feg­te ihr um die Ohren, die Schau­kel, auf der sie saß, beweg­te sich leicht. Eigent­lich war sie mit ihrer Freun­din Sofie ver­ab­re­det gewe­sen, aber sie hat­ten sich in der Schu­le gestrit­ten. Da war Sofie allei­ne nach Hau­se gegan­gen, und Minas Füße hat­ten sie hier­her an den See gebracht. Außer dem lau­ten Rau­schen des Win­des hör­te sie kaum etwas, nur hin und wie­der mal das Krei­schen eines Vogels oder, weit ent­fernt, das Geräusch fah­ren­der Autos. „Blö­de Sofie, immer das­sel­be mit ihr“, mur­mel­te Mina, befrei­te ihre Füße aus dem Sand und stieß sich ab. Sie schau­kel­te immer höher und höher, und es begann ihr  Spaß zu machen. Plötz­lich fühl­te sie sich nur noch frei und leicht. Die Son­ne bahn­te sich einen Weg durch die Wol­ken, und die Welt schien wie­der ein klei­nes biss­chen bes­ser zu sein.

Car­la Velas­co Sie­ker

 

Das Wie­der­se­hen
Es war schon spät, als Vyven am Bahn­hof ankam, um dort auf Robin zu war­ten. Der Bahn­hof war nicht mehr als ein Holz­dach und ein Stein­fuß­bo­den neben zwei Glei­sen mit­ten im Nir­gend­wo. Hin­ter den Glei­sen wuch­sen ein paar Bäu­me. Der Him­mel war in oran­ges und rosa Licht gehüllt, das von den Wol­ken auf­ge­nom­men wur­de, und der hel­le Boden fun­kel­te im Schein der tief ste­hen­den Son­ne.
Um einen geeig­ne­ten Platz zum War­ten zu fin­den, schau­te Vyven sich um. Nur zwei Per­so­nen waren auf dem Bahn­steig zu sehen: ein Elf, der hin und wie­der zur Uhr schau­te, die von der Decke her­ab­hing, und ein jun­ger Wind Gen­a­si, des­sen hel­les Haar weh­te, obwohl es wind­still war. Auch Vyven schau­te nun auf die Uhr. Robin soll­te bald ankom­men.
Plötz­lich trom­mel­te Regen auf das Dach, und hin und wie­der hör­te man einen Was­ser­trop­fen, der durch ein Leck drang, in eine sich schnell bil­den­de Pfüt­ze fal­len. Das sanf­te Plopp-Geräusch war nur zu hören, wenn man sich dar­auf kon­zen­trier­te.
Ent­spannt schloss Vyven die Augen, und ein fried­li­ches Lächeln erschien auf sei­nem Gesicht. Dem war­men Som­mer­re­gen hör­te er ger­ne zu, und der Geruch von war­mer, nas­ser Erde ließ sein Lächeln noch brei­ter wer­den. Er wur­de an die Zeit erin­nert, die er mit Robin auf der Wald­lich­tung ver­bracht hat­te. Sie hat­ten sich gera­de erst ken­nen­ge­lernt, und der Ort wur­de zu einem Treff­punkt, den er so schnell nicht ver­ges­sen wür­de. Doch ohne Robin war es dort trau­rig und leer. Zum Glück muss­te er jetzt nicht mehr lan­ge auf ihn war­ten.
Nach einer Wei­le wur­de er vom Pfei­fen des Zuges aus sei­nen Gedan­ken geris­sen. Schnell trat er ein paar Schrit­te zurück, damit Robin ihn gleich ent­de­cken konn­te, und schau­te dem Zug, der in den Bahn­hof ein­fuhr, ent­ge­gen. Als der Zug zum Ste­hen gekom­men war und die Türen end­lich auf­gin­gen, lehn­te Vyven sich etwas vor, auf­ge­regt, Robin end­lich wie­der in sei­ne Arme schlie­ßen zu kön­nen. Glück­li­cher­wei­se muss­te er nicht lan­ge war­ten, da kam der dun­kel­häu­ti­ge jun­ge Mann schon auf ihn zuge­rannt. Vor Freu­de fing Vyven an zu strah­len. Er schloss die Arme um den Kör­per sei­nes Gelieb­ten. Der bekann­te Geruch von Zitro­ne und getrock­ne­ten Kräu­tern stieg ihm in die Nase, und ein woh­li­ges Gefühl brei­te­te sich in ihm aus. End­lich füh­le er sich wie­der kom­plett.

Mere­te Bom­ma­ri­us

 

Ver­lau­fen
Sie rutsch­te aus und fiel hin. Matsch sicker­te durch den Stoff ihres Rockes und kleb­te kalt an ihren Bei­nen. War ihre Strumpf­ho­se zuvor schon von etli­chen Lauf­ma­schen durch­zo­gen gewe­sen, hat­te sie sich nun end­gül­tig ein Loch in den fei­nen Nylon­stoff geris­sen. Ein Spa­zier­gang bei Regen, in Rock und Blu­se und abseits des ange­leg­ten Weges, war kei­ne gute Idee gewe­sen. So weit in die klei­ne Wild­nis des Parks hin­ein­zu­lau­fen, dass man die Ori­en­tie­rung ver­lor und nun bei Stark­re­gen den Weg zurück fin­den muss­te, eine gera­de­zu mise­ra­ble.
Flu­chend erhob Caro sich von dem durch­weich­ten Boden, sehr dar­auf bedacht, das Gleich­ge­wicht zu hal­ten. Der Geruch ver­mo­dern­der Blät­ter stieg ihr in die Nase.
Durch ihre nas­sen Haa­re hin­durch ver­such­te sie, die Umge­bung zu erken­nen. Der plötz­li­che Wol­ken­bruch hat­te sie an dem sonst so schö­nen Herbst­tag über­rascht. Sie fror, ihre Klei­dung war kom­plett durch­nässt, und weit und breit war nie­mand zu sehen, den sie nach dem Weg hät­te fra­gen kön­nen. Sie ver­such­te nicht in Panik zu ver­fal­len. Dies war nur ein klei­nes Stück Wald, ange­legt in einem Park, der Regen wür­de auf­hö­ren und sie wür­de einen Weg zurück fin­den. Es war weder Nacht, noch war sie die Haupt­dar­stel­le­rin eines Hor­ror­films, in dem sich eine jun­ge, allein­ste­hen­de, nai­ve Frau allei­ne auf den Weg in einen Wald macht, nur um von den Natur­ge­wal­ten über­rascht zu wer­den und sich zu ver­lau­fen… wobei sie ja eigent­lich genau die­sem Bild ent­sprach! Ärger­lich schüt­tel­te sie den Kopf. Sie soll­te bes­ser auf­hö­ren, Bücher mit Titeln wie „Mur­der Park“ zu lesen!
Auf wacke­li­gen Bei­nen hat­te sie sich wie­der auf­ge­rich­tet. Sie hielt sich am Ast des nächs­ten Bau­mes wie an einem Ret­tungs­an­ker fest, strich sich die nas­sen Haa­re aus den Augen und hin­ter­ließ dabei eine dunk­le Spur aus Matsch auf ihrer Stirn. Dann sah sie sich um, konn­te aber höchs­tens zehn Meter weit sehen, so sehr schränk­te der Sturz­bach, der vom Him­mel auf sie her­ab­pras­sel­te, ihre Sicht ein. Der Tram­pel­pfad, dem sie auf eine klei­ne Anhö­he gefolgt war, ent­pupp­te sich als Hin­der­nis­lauf. Die kah­len Bäu­me rag­ten spitz in ihren Weg, graue, teil­wei­se mit Moos bedeck­te Zwei­ge lagen auf dem Boden, Wur­zeln bra­chen aus der Erde her­vor und bil­de­ten tücki­sche Stol­per­fal­len.
Allei­ne bei dem Gedan­ken, ihre rela­tiv siche­re Posi­ti­on ver­las­sen zu müs­sen, nahm ihr Herz­schlag zu. Der Ast gab ihr Halt. Die nack­te Baum­kro­ne über ihr bot zumin­dest ein wenig Schutz vor dem Regen. Doch es gab kei­ne Alter­na­ti­ve. Sie wür­de wei­ter­ge­hen müs­sen, um aus dem Wald her­aus­zu­fin­den, über Wur­zeln, spit­ze Äste und rut­schi­gen Matsch.

Kim Punt­ke

Die Pro­sa­werk­statt mit Micha­el Wil­den­hain wird in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den an die­ser Stel­le von uns aus­ge­schrie­ben. Eine nächs­te Run­de steht noch nicht fest.

Für das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor lei­te­te Wil­den­hain bereits eine Roman­werk­statt (2010) sowie drei Pro­sa­werk­stät­ten (2012, 2016 & 2019).

Schreibprojekt ›Nähe‹: ›Acht Rosenlängen Abstand‹

Foto: Jens Laloire
Foto: Jens Laloire

Einen Arti­kel über das Pro­jekt aus dem Früh­jahr 2020 schrieb Katha­ri­na Froh­ne. Er erschien im Weser-Kurier, am 2. Mai 2020.
Zu lesen ist er hier››

Auch ein Inter­view mit Bet­ty Kolod­zy erschien im Früh­jahr 2020 im Weser-Kurier, der im Rah­men einer Son­der­rei­he mit unter­schied­li­chen Kul­tur­ak­teu­ren über die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Kri­se sprach.

Ein wei­te­rer Arti­kel zum Pro­jekt ist im deutsch-tsche­chi­schen Online-Maga­zin ›jádu‹ erschie­nen, ver­fasst wur­de er von Janika Rehak.
Zu fin­den ist er hier››

Die für den 28. April 2020 in der Vil­la Spon­te geplan­te Lesung aus der Antho­lo­gie „So nimmt man das Leben mit“, erschie­nen im Sujet Ver­lag, muss­te lei­der auf­grund der Coro­na-Kri­se in die zwei­te Jah­res­hälf­te ver­scho­ben wer­den. Für einen ers­ten Ein­druck las die Her­aus­ge­be­rin Ange­li­ka Sinn kur­zer­hand eine klei­ne Aus­wahl an Tex­ten ein.

Die acht Autor*innen sind Zahirul Islam Babul (Ban­gla­desch), Ernes­to Sala­zar-Jimé­nez (Vene­zue­la), Saber Lati­fi (Iran), Mila Cha­mi (Syri­en), Sal­man Nur­hak (Tür­kei), Far­han Heb­bo (Syri­en), Rosa Jais­li (Chi­le) und Mad­jid Mohit (Iran). Sie alle muss­ten aus ihren Hei­mat­län­dern flüch­ten und leben mitt­ler­wei­le in Deutsch­land. In ihren Geschich­ten und Gedich­ten geht es um Kind­heit, Fami­lie, Freund­schaft und Lie­be, um das All­täg­li­che und Beson­de­re eines jeden Lebens.

Ange­li­ka Sinn (Hg.): So nimmt man das Leben mit

Eine Antho­lo­gie mit Tex­ten von Zahirul Islam Babul, Mila Cha­mi, Far­han Heb­bo, Rosa Jais­li, Saber Lati­fi, Mad­jid Mohit, Sal­man Nur­hak und Ernes­to Sala­zar-Jimé­nez

Sujet Ver­lag, 2019

Ein Buch­pro­jekt des Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tors

Nähe­res zum Buch gibt es hier››

Foto: Rike Oehlerking
Foto: Rike Oeh­ler­king

Die Unter­sei­te ›audi­os‹ ent­stand im Zuge der Coro­na-Kri­se, als Lesun­gen aus­fal­len muss­ten und wir nach Alter­na­ti­ven such­ten, wie Autor*innen den­noch ihre Zuhö­rer­schaft fin­den konn­ten. Den Auf­takt mach­ten vier Bre­mer Jungautor*innen, die ihre Tex­te aus der Mini­Lit-Rei­he eigent­lich im März 2020 bei einer Lesung prä­sen­tiert hät­ten. Kur­zer­hand lasen sie ihre Tex­te als Audio­ver­sio­nen ein.
Auch Tex­te wei­te­rer geplan­te Lesun­gen beka­men auf die­sem Wege Gehör und sind in den jewei­li­gen Unter­ka­te­go­rien zu fin­den. So zum Bei­spiel eine Aus­wahl an Tex­ten aus der Antho­lo­gie ›So nimmt man das Leben mit‹, gele­sen von der Her­aus­ge­be­rin Ange­li­ka Sinn.
Aus der Rei­he OUT LOUD sind außer­dem von eini­gen Lesun­gen Auf­nah­men ent­stan­den, die als Pod­cast zu hören sind. Im Rah­men der 3. Bre­mer Lese­nacht ent­stand eben­falls Hör­ba­res zu ›Bre­men liest!‹.

Die Audio-Rubrik soll auch zukünf­tig Raum bie­ten, um Tex­te von Bre­mer Autor*innen auch über ihre Lesun­gen hin­aus zugäng­lich zu machen. Wer mag, kann nach der einen oder ande­ren Ver­an­stal­tung dann auch noch­mal nach­hö­ren.

Jan Ewringmann: Keine Balkone

Jan Ewring­mann 1987 in Dort­mund gebo­ren, stu­dier­te Eng­lisch, Kul­tur­wis­sen­schaft und Medi­en­kul­tur in Bre­men. Anschlie­ßend war er als frei­er Jour­na­list für ver­schie­de­ne Medi­en tätig, unter ande­rem für die dpa. Heu­te schreibt er beruf­lich für die Hoch­schu­le Bre­men.

Foto: privat
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