Tag 1, Montag, 4. Mai 2020

Jetzt bin also ich dran mit „Schrei­ben in Zei­ten von Coro­na“. Ich könn­te natür­lich was über „Schrei­ben in Zei­ten von Coro­na“ schrei­ben. So selbst­re­fle­xiv — über mich am Com­pu­ter, wie ich schrei­bend mit der Kri­se umge­he. Aller­dings sit­ze ich gera­de sel­ten am Com­pu­ter – zumin­dest nicht, um zu schrei­ben. Außer­dem: Das Pro­jekt geht in die 4. Woche und die Gefahr, in einer Wie­der­ho­lungs­schlei­fe zu lan­den, ist nicht ganz von der Hand zu wei­sen. Wür­de immer­hin zur Zeit pas­sen.

Repe­ti­ti­on als Lebens­ge­fühl.

Bestimmt sit­zen etli­che B‑Promis bereits an ihren Wer­ken über ihr Leben im Home-Office, wo sie sei­ten­lang dar­über berich­ten, dass sie nichts zu berich­ten haben. Wobei das ja nichts Neu­es ist. Trotz­dem, mir graut vor den Neu­erschei­nun­gen des nächs­ten Jah­res …

Ande­re Medi­en sind da wei­ter. Da ist der Alp­traum bereits Rea­li­tät. Neu­lich hab ich so eine Mini­se­rie gese­hen, 10-Minu­ten­fil­me über eine Frau vorm Com­pu­ter in Zei­ten von Coro­na. War ein Tipp von einer Freun­din mei­ner Freun­din. Aber ich hab nur die ers­te Fol­ge aus­ge­hal­ten, und auch die nur mit Ach und Krach. Geht um Pro­ble­me von Leu­ten, die kei­ne Pro­ble­me haben. Fängt dem­entspre­chend damit an, dass die Frau vorm Com­pu­ter am Com­pu­ter goo­gelt: „10 din­ge gegen die lan­ge­wei­le“ (genau so – für Groß­buch­sta­ben benutzt man eher zwei Hän­de, aber wenn man so rich­tig gelang­weilt goo­gelt …).

Also, „10 din­ge gegen die lan­ge­wei­le“:

  1. Die­se Serie gucken

Das kam natür­lich nicht als Ant­wort. So selbst­re­fle­xiv war die nicht (also die Serie).

  1. Die Bezie­hung been­den.

Stand auch nicht da, hät­te ich aber lus­tig gefun­den. Hat sie (also die Frau, nicht die Serie) näm­lich vor­ge­habt, gefühlt auch aus Lan­ge­wei­le (Die Bezie­hung zur Serie habe ich dann been­det, defi­ni­tiv aus Lan­ge­wei­le).

  1. Einen Ver­riss über eine lang­wei­li­ge Serie schrei­ben.

Das mach ich gera­de – dabei ist mit gar nicht lang­wei­lig. Im Gegen­teil, end­lich sit­ze ich mal wie­der am Com­pu­ter und arbei­te krea­tiv, dem Lite­ra­tur­kon­tor sei Dank. Die­ser Blog ist näm­lich mein ers­ter Job als arbeits­lo­ser Schrift­stel­ler in Zei­ten von Coro­na. Mit Ver­öf­fent­li­chen ist im Moment schwie­rig, weil die Ver­la­ge ihre Pro­gram­me aus­dün­nen oder kom­plett nach hin­ten ver­schie­ben. Und für die Schub­la­de schrei­ben ist nicht so moti­vie­rend, außer­dem quillt die eh schon über. Auf Lese­rei­sen gehen ist auch nicht ange­sagt. Genau­er gesagt sind die alle abge­sagt. Ich könn­te natür­lich mal wie­der was fürs Thea­ter schrei­ben, da kom­me ich ja her …

Okay, kein Kom­men­tar.

Schrei­be ich also mei­nen ers­ten Blog. Das habe ich zwar noch nie gemacht und auch kei­ne Ahnung, wie das geht – aber das fin­de ich noch her­aus.

Ich habe ja Zeit … in Zei­ten von Coro­na.