Wir Strebermigranten“ — Emilia Smechowski (23.08.2019)

Es ist Frei­tag­abend und im Lager­haus haben sich weit über 100 Gäs­te ein­ge­fun­den zur Lesung mit der Autorin Emi­lia Sme­chowsk, die ihr Buch „Wir Stre­ber­mi­gran­ten“ vor­stellt. Dies fin­det im Rah­men der neu­en Lese­rei­he Out Loud statt. Obwohl auf­grund des Zug­ver­kehrs ein wenig zu spät, beginnt Sme­chow­si gekonnt sou­ve­rän und äußerst char­mant mit ihrem Pro­gramm.

Durch die sym­pa­thi­sche Frau fühlt man sich als Zuschauer/Zuhörer per­sön­lich ange­spro­chen und sehr nah dran am Gesche­hen, was nicht zuletzt an der mul­ti­me­dia­len Ein­bin­dung des Publi­kums liegt. Dies geschieht durch ein beson­de­res Pro­gramm auf den Smart­pho­nes der Zuschau­er, mit denen sie Fra­gen beant­wor­ten und auch selbst Fra­gen stel­len kön­nen, wel­che dann mit­hil­fe eines Bea­mers gut sicht­bar auf eine Lein­wand pro­ji­ziert und durch die Mode­ra­to­rin auf­ge­nom­men wer­den. Dadurch kön­nen die Gäs­te nicht bloß als lau­schen­de Wand im ver­dun­kel­ten Hin­ter­grund agie­ren, son­dern auch aktiv par­ti­zi­pie­ren und das Abend­pro­gramm mit­ge­stal­ten.

Beim Titel des vor­ge­stell­ten Wer­kes habe ich mich im Vor­feld gefragt, was die­ser zu bedeu­ten hat. Wie pas­sen die bei­den Wör­ter „Stre­ber“ und „Migrant(en)“ zusam­men? Genau die­se Fra­ge nach den bei­den titel­ge­ben­den Nomen wird durch die Mode­ra­to­rin zu Beginn erör­tert, sodass die Bedeu­tung der bei­den Wor­te schon ein­mal geklärt ist. Im Fol­gen­den wer­den diver­se Fra­gen und The­men bespro­chen, wie zum Bei­spiel die Geschich­te der pol­ni­schen Ein­wan­de­rer­fa­mi­lie sowie die damit ver­bun­de­nen Vor­ur­tei­le und Kon­flik­te, wie bei­spiels­wei­se Sprach­bar­rie­ren. Zudem macht die fol­gen­de Dis­kus­si­on neu­gie­rig auf das The­ma Migra­ti­on in Deutsch­land. Dis­ku­tiert wird außer­dem über die Begrif­fe Hei­mat und Iden­ti­tät, die ­- so Sme­chow­ski — jeder für sich selbst defi­nie­ren müs­se.

Text: Sinik­ka Schulz (Prak­ti­kan­tin im Lite­ra­tur­kon­tor)