40 Autoren aus Bremen bei der Literaturnacht

Am 30. August öff­nen die Buch­hand­lun­gen wie­der ihre Türen für die zwei­te Bre­mer Lite­ra­tur­nacht. 40 Bre­mer Autorin­nen und Autoren wer­den Kurz­le­sun­gen ver­an­stal­ten.

Eine Lan­ge Nacht der Lite­ra­tur. Das ist es, wovon Gabrie­le Becker träumt. Ein kul­tu­rel­ler Abend, ähn­lich der Lan­gen Nacht der Muse­en, die in die­sem Jahr bereits zum 19. Mal statt­ge­fun­den hat. Becker wünscht sich Bus­se, die von Ort zu Ort fah­ren, Lesun­gen an unge­wöhn­li­chen Orten und ein bun­tes Rah­men­pro­gramm. Die Redak­teu­rin des Wel­len­schlag Text- und Ver­lags­kon­tors will Bre­mens Buch­han­dels­kul­tur die Aner­ken­nung zukom­men las­sen, die sie ihrer Mei­nung nach ver­dient, sie will Autoren aus Bre­men und dar­über hin­aus eine Platt­form geben. Kurz­um: Becker will mehr. Sie will die Stadt zum Lesen und Lau­schen brin­gen. Aktu­ell, sagt sie, arbei­te sie gemein­sam mit dem Bre­mer Buch­han­del, dem Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels, dem Lite­ra­tur­kon­tor und dem Senat an einem Kon­zept.

17 Buch­hand­lun­gen und Ver­la­ge haben geöff­net
Doch bis die­ses kon­kre­ter ist, müs­sen Becker und ihre Mit­strei­ter in die­sem Jahr noch ein biss­chen klei­ner den­ken. Klei­ner, aber trotz­dem schon ziem­lich umfang­reich: Am 30. August heißt es zum zwei­ten Mal „Bre­men liest! – Bre­mer Lite­ra­tur­nacht“. 17 Buch­hand­lun­gen und Ver­la­ge öff­nen in den Abend­stun­den ihre Türen, stel­len sich vor und geben 40 Autoren und Autorin­nen aus Bre­men und umzu eine Büh­ne, um aus ihren Tex­ten vor­zu­le­sen.

In Bre­men-Mit­te, im Vier­tel, in Schwach­hau­sen, Fin­dorff, der Neu­stadt und Bre­men-Nord ste­hen zwi­schen 19 und 21.30 Uhr halb­stün­di­ge Lesun­gen auf dem Pro­gramm. „Von Kri­mis über Lyrik und Bre­men­si­en bis hin zu Kin­der­bü­chern ist alles dabei“, sagt Becker. In Mit­te wer­den die Buch­hand­lung Franz Leu­wer (Lesun­gen von Mei­ke Dan­nen­berg, Rai­ner Persch und Lau­ra Mül­ler-Hen­nig), die Buch­hand­lung Storm (Micha­el Augus­tin, Lilia­ne Skal­e­cki, Die­ter Brand-Kruth), der Sujet-Ver­lag und die Buch­hand­lung Geist bespielt. Der Carl-Schü­ne­mann-Ver­lag bie­tet wie schon im ver­gan­ge­nen Jahr einen Bücher­lift an: Besu­chern wird im Fahr­stuhl Lite­ra­tur des Ver­la­ges vor­ge­stellt.

Im Vier­tel sind die Georg-Büch­ner-Buch­hand­lung sowie die Buch­hand­lun­gen Hum­boldt und Sieg­lin betei­ligt. In Schwach­hau­sen gibt es Lesun­gen in den Buch­hand­lun­gen Mel­chers und Satt­ler; in der Neu­stadt wird in den Buch­hand­lun­gen Bal­ke und Bun­ten­tor gele­sen. Mit dem Wort „Nacht“ nicht ganz so genau nimmt es der Kell­ner-Ver­lag: Hier gibt Klaus Kell­ner bereits um 15 Uhr unter dem Titel „Vom Manu­skript zum Buch“ Ein­bli­cke in die Ver­lags­ar­beit.

Im Fin­dorf­fer Bücher­fens­ter sind um 19 Uhr Jür­gen und Mari­ta Alberts zu Gast, die Kri­mi-Duet­te aus ihrem Buch „Es muss nicht immer Mord sein“ lesen. Um 20 Uhr gibt es mit „Fah­ren­des Volk“ Pro­sa von Jut­ta Michels, um 21 Uhr Pro­sa von Phil­ipp Cypri­an.

In Bre­men-Nord betei­li­gen sich die Lesu­mer Lese­zeit, die Otto und Sohn Bücher­welt und die Blu­mentha­ler Bücher­stu­be an der Lite­ra­tur­nacht.

Und 2020? Wenn es nach Becker geht, sind neben den Ver­la­gen und Buch­hand­lun­gen dann auch noch Stra­ßen­bah­nen, Muse­en, Biblio­the­ken und ande­re Ein­rich­tun­gen mit von der Par­tie. Außer­dem sol­len neue Stadt­tei­le erreicht wer­den. Ein wei­te­rer Traum: die Ein­füh­rung des Bre­mer Buch­han­dels­prei­ses. Vor­bild ist die Lan­ge Nacht der Lite­ra­tur in Ham­burg. Die­se gibt es bereits seit sechs Jah­ren. Hier wer­den mitt­ler­wei­le mehr als 50 Buch­hand­lun­gen und lite­ra­ri­sche Orte bespielt. Für einen Aus­tausch hat Becker sich bereits mit der dor­ti­gen Initia­to­rin getrof­fen. „Auch Bre­men hat eine unglaub­lich gute Buch­han­del­struk­tur“, sagt sie; dar­um lägen ihr der unab­hän­gi­ge Buch­han­del und die hie­si­gen Ver­la­ge sehr am Her­zen. „Sie sind ein Kul­tur­gut, das man wert­schät­zen soll­te.“

Ver­an­stal­tung wächst schon die­ses Jahr
Becker hat bereits vor zwei Jah­ren den Grund­stein für die geplan­te Lan­ge Nacht der Lite­ra­tur gelegt: mit dem „Lite­ra­ri­schen Wel­len­bad“, einem Lite­ra­tur­abend, an dem sie­ben Autoren in drei Bre­mer Buch­hand­lun­gen zu Lesun­gen luden. Schon ein Jahr spä­ter wur­de dar­aus in Koope­ra­ti­on mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor unter dem Titel „Bre­men liest!“ die ers­te Bre­mer Lite­ra­tur­nacht, geför­dert von der Kul­tur­be­hör­de, der Lite­ra­tur­stif­tung und dem Bör­sen­ver­ein. Statt in drei Buch­hand­lun­gen gab es Pro­gramm in 14 unter­schied­li­chen Loca­ti­ons, trotz rela­tiv wenig Wer­bung kamen laut Becker zu eini­gen Lesun­gen mehr als 100 Besu­cher. Die­se Zah­len las­sen sich sehen, für Becker ist das aber noch nicht genug. „Wir hören nicht auf, bis ein Bus die Besu­cher von Ort zu Ort fährt“, sagt sie. „Wir wol­len wei­ter wach­sen.“

Ein biss­chen wächst die Ver­an­stal­tung schon in die­sem Jahr. Erst­mals gibt es im Rah­men der Lite­ra­tur­nacht ab 20 Uhr eine Offe­ne Büh­ne im Kul­tur­zen­trum Kuko­on. Mode­riert wird das Ange­bot von Sebas­ti­an But­te (Slam­mer Filet), musi­ka­li­sche Beglei­tung gibt es von der DJa­ne Gül­ba­har Kül­tür.

Zur Sache
40 Autoren und Offe­ne Büh­ne

Am 30. August fin­det in 17 Bre­mer Buch­hand­lun­gen und Ver­la­gen die 2. Bre­mer Lite­ra­tur­nacht „Bre­men liest!“ statt. 40 Autoren aus Bre­men und umzu geben hier­bei Ein­bli­cke in ihre Arbeit. Der Ein­tritt zu allen Ver­an­stal­tun­gen ist frei. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm unter www.bremenliest.de.

Im Kul­tur­zen­trum Kuko­on wird es ab 20 Uhr eine Offe­ne Büh­ne geben. Autoren und Sprach­künst­ler aller Alters­klas­sen kön­nen sich hier­für mit ihren Tex­ten anmel­den. Alle lite­ra­ri­schen Gat­tun­gen sind erlaubt, die Bei­trä­ge soll­ten nicht län­ger als sie­ben Minu­ten sein. Anmel­dun­gen für die Offe­ne Büh­ne bit­te bis zum 28. August an: regina.weber@literaturkontor-bremen.de.


Der Arti­kel wur­de ver­fasst von Alex­an­dra Knief
Erschie­nen ist er im Weser-Kurier, am 20.8.2019
Auch zu lesen unter: www.weser-kurier.de