Mi 12. Juni 2019

Katha­ri­na Mevis­sen: ›Ich kann dich hören‹
Ein Roman über Musik, Gebär­den- spra­che
und den Klang der Welt

Foto: Denise Sterr
Foto: Deni­se Sterr

Katha­ri­na Mevis­sen: ›Ich kann dich hören‹
Ein Roman über Musik, Gebär­den­spra­che
und den Klang der Welt
Buch­pre­mie­re mit der Autorin und Prof. Dr. Eli­sa­beth Arend
Ver­an­stal­ter: Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor
In Koope­ra­ti­on mit dem Kuko­on, dem Ver­lag Klaus Wagen­bach und der Uni­ver­si­tät Bre­men
20 Uhr
Kuko­on, Bun­ten­tor­stein­weg 29

2016 hat sie das Bre­mer Autoren­sti­pen­di­um gewon­nen, jetzt kommt sie aus Ber­lin zurück nach Bre­men, um ihr hoch­ge­lob­tes Debüt vor­zu­stel­len. Mit Katha­ri­na Mevis­sen star­tet das Bre­mer Lite­ra­tur­kon­tor eine Lese­rei­he mit ehe­ma­li­gen Autorenstipendiat*innen und prä­sen­tiert damit zugleich eine jun­ge Autorin, deren Erst­ling deutsch­land­weit viel Beach­tung gefun­den hat. Ein ein­fühl­sa­mer Roman über einen tür­kisch­stäm­mi­gen Cel­lis­ten, über Musik und Gebär­den­spra­che, über Sprach­lo­sig­keit und den Klang der Welt.

Ein schall­dich­ter Raum. Drau­ßen die Groß­stadt. Osman Engels übt Cel­lo. Er spielt an gegen unsicht­ba­re Hin­der­nis­se, die irgend­wo in sei­ner Ver­gan­gen­heit lie­gen und denen er auf dem Fuß­ball­feld bes­ser aus­wei­chen kann. In sei­ner Welt ersetzt Musik schon lan­ge die Wor­te. Er kann selbst nicht gut zuhö­ren, nichts fest­hal­ten, ohne Kon­takt­lin­sen auch schlecht sehen. Als er ein zufäl­lig gefun­de­nes Auf­nah­me­ge­rät abhört, wird er zum Ohren­zeu­gen einer Bezie­hung, die auf ganz ande­re Art laut ist. Als sein tür­ki­scher Vater, eben­falls Musi­ker, sich das Hand­ge­lenk bricht und Tan­te Eli­de, sei­ne Zieh­mut­ter, nach fast zwan­zig Jah­ren in Deutsch­land plötz­lich nach Paris gehen will, ist Osman gezwun­gen, ein paar Din­ge auf­zu­räu­men, ein paar Fra­gen zu stel­len.

In ihrem Debüt-Roman über­zeugt Mevis­sen nicht nur mit poe­ti­schen Beschrei­bun­gen für alles Akus­ti­sche, son­dern auch mit ihrem sym­pa­thisch ver­korks­ten Ich-Erzäh­ler Osman“, hieß es im Deutsch­land­ra­dio Kul­tur. Und die Süd­deut­sche Zei­tung schrieb, Mevis­sens Roman sei „im Grun­de ein zutiefst uni­ver­sa­lis­ti­scher, ohne das Par­ti­ku­la­re klein­zu­ma­chen“. Im Kuko­on liest Katha­ri­na Mevis­sen aus die­sem uni­ver­sa­lis­ti­schen Roman erst­mals in Bre­men und spricht mit der Prof. Dr. Eli­sa­beth Arendt von der Uni­ver­si­tät Bre­men über ihr Werk und des­sen Ent­ste­hung.

Katha­ri­na Mevis­sen: „Ich kann dich hören“, Klaus Wagen­bach Ver­lag, Ber­lin 2019, 168 Sei­ten.